- 14.11.2022, 08:18:01
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ÖAMTC: Unfallrisiko steigt in dunkler Jahreszeit – Fußgänger:innen besonders gefährdet
Knapp die Hälfte aller getöteten Zufußgehenden verunglückte in den vergangenen Jahren bei Dämmerung und Dunkelheit
Utl.: Knapp die Hälfte aller getöteten Zufußgehenden verunglückte in
den vergangenen Jahren bei Dämmerung und Dunkelheit =
Wien (OTS) - Im Herbst und Winter wird der tägliche Arbeits- bzw.
Schulweg bei Dämmerung und Dunkelheit zurückgelegt. Die dunkle
Jahreszeit mit schlechten Sichtverhältnissen, teils noch
verschlimmert durch Nebel oder Regen, ist besonders herausfordernd
für alle Verkehrsteilnehmer:innen – eine erhöhte Vorsicht ist daher
unerlässlich. 22 Prozent aller Verkehrsunfälle ereigneten sich seit
2018 bei Dämmerung und Dunkelheit, 32 Prozent aller Verkehrstoten
kamen dabei ums Leben (Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC
Unfallforschung). "Nimmt man nur die Fußgänger:innen her, ist die
Zahl noch viel dramatischer", weiß ÖAMTC-Verkehrstechniker David
Nosé. "Knapp die Hälfte der getöteten Zufußgehenden, nämlich 97
Personen, starb seit 2018 bei Dunkelheit."
Kürzere Tage – größeres Unfallrisiko für Fußgänger:innen
"Zwischen Oktober und Jänner ist der Anteil an Unfällen mit
Fußgänger:innen am Gesamtunfallgeschehen deutlich höher als in den
restlichen Monaten des Jahres", so Nosé. Die Statistik zeigt
deutlich, dass über den Tag verteilt die meisten Unfälle mit
Fußgänger:innen zwischen 17 und 18 Uhr passieren – im Herbst und
Winter ist es zu dieser Uhrzeit bereits dämmrig und dunkel.
"Vergleicht man die drei Winter- mit den drei Sommermonaten, so
geschehen im Winter zwischen 17 und 18 Uhr um 77 Prozent mehr Unfälle
mit Personen, die zu Fuß unterwegs sind, als im Sommer. Hier ist
eindeutig ein Zusammenhang zwischen früherer Dunkelheit und erhöhtem
Unfallrisiko für Zufußgehende erkennbar."
"Sehen und gesehen werden" – Reflektoren und helle Kleidung
sind sinnvoll
Für Fußgänger:innen sind helle Kleidung und optimalerweise
Reflektoren sinnvoll, um frühzeitig gesehen zu werden. Dunkel
gekleidete Personen sind bei schlechter Sicht erst ab einer
Entfernung von 30 m von Kfz-Lenker:innen zu erkennen. Bei heller
Kleidung verdreifacht sich die Entfernung auf bis zu 90 m.
Reflektoren erhöhen die Erkennbarkeit auf eine Entfernung von rund
130-150 m. "Auch für Sportler:innen und Hundebesitzer:innen, die für
die Gassirunde unterwegs sind, steigern Reflektoren die Sichtbarkeit
und senken das Unfallrisiko. Lenker:innen von Auto, Rad und Roller
müssen unbedingt regelmäßig die Funktion und Einstellung der
Beleuchtung kontrollieren. Und nicht nur bei schlechten
Lichtverhältnissen gilt es aufmerksam und vorsichtig zu fahren und
die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen", erklärt Nosé.
Behörde hat normgerechte Beleuchtungsqualität sicherzustellen
Der Mobilitätsclub sieht nicht nur alle Verkehrsteilnehmenden selbst,
sondern auch die Behörden gefordert, die Infrastruktur im Sinne aller
maximal sicher zu gestalten: Ausreichende Reflexion von
Bodenmarkierungen und Verkehrszeichen sowie eine normgerechte
Beleuchtungsqualität der Straßenbeleuchtung sind Grundvoraussetzung
für ein sicheres Miteinander. Vor dem Hintergrund der aktuellen
Diskussion rund um Energiesparmaßnahmen appelliert Nosé abschließend:
"Es darf hier nicht an falscher Stelle gespart werden. Eine
verringerte Beleuchtungsqualität erhöht das Unfallrisiko, vor allem
von ungeschützten Verkehrsteilnehmenden, deutlich. Rücksichtsvolles,
vorausschauendes Fahren und ausreichende Beleuchtung tragen
wesentlich zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer:innen bei."
Aviso an die Redaktionen:
Die genauen Unfallzahlen (von 2018 - 2021) bezogen auf die einzelnen
Bundesländer können auf Nachfrage zur Verfügung gestellt werden.
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