• 06.11.2022, 12:00:33
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Der „Salzburger Stier 2023“ geht an Malarina

Wien (OTS) - ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN (FERNSEHEN, RADIO,
INTERNET, SOCIAL MEDIA, TELETEXT UND PRINT) BIS MONTAG, 7. NOVEMBER
2022, 00.01 UHR BEACHTEN!

Die Gewinner/innen des „Salzburger Stier 2023“ stehen fest:
Österreichische Preisträgerin ist Malarina, für Deutschland wird
Mathias Tretter und für die Schweiz Dominic Deville ausgezeichnet.
Der renommierte Radio-Preis für deutschsprachiges Kabarett ist mit je
6000 Euro dotiert und wird beim großen „Stier“-Event von 5. bis 6.
Mai 2023 im Linzer Posthof überreicht. Gastgeber ist Ö1 in
Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Radiosendern von ARD,
SRF und RAI Südtirol.

Der „Salzburger Stier 2023“ für Österreich geht an Malarina, die
im wirklichen Leben Marina Lacković heißt. Als Kabarettistin ist sie
erst seit 2019 aktiv und begeistert ihr Publikum mit einem listigen
wie pointenreichen Mix aus angewandter Völkerkunde, politischer
Satire und komödiantischer Aufarbeitung des von Stolz und Vorurteilen
geprägten Verhältnisses zwischen Österreich und Serbien. Geboren
wurde Malarina in Picka Materina, einem kleinen serbischen Dorf, das
ohne Autobahnanschluss auskommen musste. Zu Beginn der 1990-er Jahre
kamen ihre Eltern als Gastarbeiter nach Tirol. Malarina weiß heute
als gelernte Tirolerin serbischer Herkunft das Repertoire
altbekannter Klischees auf der Bühne treffsicher einzusetzen. Ihre
Bühnenkarriere startete sie im Politically Correct Comedy Club der
Queer Community in Wien, für Malarina die Hauptstadt der
Misanthropie. In ihrem ersten Solo „Serben sterben langsam“, dessen
Titel als Anspielung auf den Propaganda-Spruch „Serbien muss
sterbien“ aus dem Ersten Weltkrieg zu verstehen ist, verhandelt die
Bühnenfigur die große europäische Geschichte aus serbischer
Perspektive. Zusätzlich bietet Malarina auch unterhaltsame Einblicke
in Sitten und Gebräuche des Balkans und startet den ambitionierten
Versuch, mit Kabarett zur Völkerverständigung beizutragen: und zwar
zwischen den „Schwabos“, den Deutschsprachigen, den „Tschuschen“, den
ursprünglichen Gastarbeitern aus Ex-Jugoslawien und den
„Elite-Tschuschen“ von heute. Eine perfekte austro-serbische Melange
aus Zeitgeschichte und Klischees, aus klugem Witz und inspirierter
Bühnenperformance; eine satirische Reise entlang der Balkanroute von
Sarajewo nach Wien auf den Brunnenmarkt.

Profilierter Satiriker des Digitalzeitalters

Deutscher Preisträger des „Salzburger Stier 2023“ ist der
gebürtige Würzburger Mathias Tretter. Während seines Studiums
verfasst er neben Seminararbeiten in Germanistik und Anglistik
Kabarett-Nummern, die er in der Würzburger Comedy Lounge präsentiert.
Nach seinem Uni-Abschluss nimmt die Kabarett-Karriere Fahrt auf: „Die
Brille zur Macht“, sein erstes Bühnenprogramm, betrachtet die Welt
durch die Augen des renitenten Gefängnisbibliothekars Lorenz Lauer.
Ein Jahr später konstatiert Mathias Tretter das „endgültige Scheitern
der sozialen Integration“: Er ist nun Vollzeit-Kabarettist und
mittlerweile als Wahl-Leipziger auch Vollzeit-Ostdeutscher.
Zahlreiche Soloprogramme später – so sorgte er sich in „Staatsfeind
Nr. 11“ um die politische Zukunft der Bundesrepublik, fürchtete in
seinem vierten Solo „Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein!“
um unser aller Privatsphäre im Internet oder outet sich aktuell in
„Sittenstrolch“ mit einer wohltuenden Portion Selbstironie als
männlich, weiß, heterosexuell und Wurstesser, also als „absolut
verkommenes Subjekt“ – gehört Tretter zu den etablierten Kräften auf
deutschsprachigen Bühnen und zu den profiliertesten Satirikern des
Digitalzeitalters. In seinen Programmen geht es um die gleichermaßen
demokratisierende wie verdummende Kraft des Internets, um den
allgegenwärtigen Zwang zur Selbstoptimierung, um asoziale Netzwerke
und bizarre Trends, um den Siegeszug des Populismus in Politik und
Gesellschaft, um die Fallstricke der politischen Korrektheit und der
Identitätspolitik. Dicke Bretter, die Tretter intelligent und
verspielt zu bohren versteht, mit anarchischem Witz und einer
atemberaubenden Pointen-Dichte, auf der Bühne, bei Fernsehauftritten
und in Radio-Kolumnen.

Unverzichtbare Stimme der Schweizer Politsatire

Der Anzug sitzt perfekt, ebenso wie die politischen Pointen: So
kennt man Dominic Deville dank seiner sonntäglichen Late-Night-Show.
Aber das ist ein „Devil in Disguise“: Denn auf den Kleinkunst- und
Konzertbühnen ist Deville eine echte Rampensau. Ein Mann, der sich
ins Publikum wirft, auch wenn dieses noch nie etwas von „Stage
diving“ gehört hat; einer, der schon mal seine Gitarre auf der Bühne
zertrümmert. 2016 startete er seine TV-Karriere als
Late-Night-Entertainer. Heute, nach über 130 Sendungen „Deville“, hat
sich der charmant unverschämte Kabarettist zur unverzichtbaren Stimme
der Schweizer Politsatire gemacht. Dabei raste der Anarchist mit der
unverkennbaren Stimme schon Jahre vor seiner Bildschirm-Bekanntheit
wie ein Komet über die verschiedensten Bühnen. Ob als Mitglied der
Punk-Band „Failed Teachers“, mit seinen wilden „Taro-Shows“ und
„Vinyl-Hinrichtungen“, bei denen er auch gerne mal mit Kettensäge
oder Flammenwerfer hantiert hat. Oder mit seinen Bühnen-Programmen
„Kinderschreck“, „Bühnenschreck“ und aktuell „Pogo im Kindergarten“
(dem Programm zu seinem gleichnamigen Buch) – der gelernte
Kindergärtner und Punkmusiker rockt und euphorisiert die
Kleinkunstszene. Auch dann, wenn er als Moderator im Casinotheater
Winterthur durch die Talentschau „Rampensau“ und im Theater
Hechtplatz durch den „Bösen Montag“ führt und national noch kaum
bekannte Musiker/innen und Künstler/innen präsentiert. Er macht das
mit sicherem Händchen für Qualität und höheren Blödsinn. Jetzt
beweist die Schweizer Jury des Salzburger Stiers „Händchen“ und
zeichnet Dominic Deville mit dem „Salzburger Stier 2023“ aus.

Der „Salzburger Stier“ ist mit jeweils 6000 Euro dotiert und wird
seit 1982 jedes Jahr an Kabarettistinnen und Kabarettisten aus
Österreich, Deutschland und der Schweiz verliehen - 2023 bereits zum
42. Mal. Er ist nicht nur einer der begehrtesten Kabarettpreise,
sondern auch die größte Radio-Koproduktion im Bereich Unterhaltung.
Nicht weniger als zehn Radiostationen arbeiten für den „Salzburger
Stier“ eng zusammen: ORF, SRF, sechs ARD-Sender sowie der
Deutschlandfunk und RAI Südtirol.

Den Auftakt des Kabarettforums „Salzburger Stier 2023“ im Linzer
Posthof bestreitet am Freitag, den 5. Mai 2023 Josef Hader mit Satire
aus seinem neuen Solo und Liedern, die er gemeinsam mit dem
Akkordeonisten Otto Lechner vorträgt. Die Preisverleihung findet am
Samstag, den 6. Mai 2023 statt. An diesem Abend unterhalten die
„Stier“-Preisträger/innen 2023 mit Auszügen aus ihren aktuellen
Programmen. Moderiert werden beide Abende von Gery Seidl, dem
österreichischen Stierpreisträger 2016. Ö1 überträgt beide Abende
live jeweils ab 19.30 Uhr, ausführliche Porträts der Ausgezeichneten
sind am 14. Mai (Malarina), am 21. Mai (Mathias Tretter) und am 28.
Mai (Dominic Deville) im Kleinkunstmagazin „Contra“ zu hören -
jeweils sonntags ab 19.05 Uhr in Ö1. Weitere Informationen sind
abrufbar unter https://oe1.orf.at/salzburgerstier oder
www.salzburgerstier.org.

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