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Oö. Volksblatt: "Nicht zu beneiden" (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 28. Oktober 2022
Eigentlich könnte einem SPÖ-Vorsitzende Rendi-Wagner leidtun. Obwohl sie offensichtlich versucht, alle Fettnäpfchen zu meiden – wobei die Spötter eher sagen würden, sie tut eigentlich gar nichts –, sinken die Umfragewerte der SPÖ. Und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie als erste Frau die SPÖ in eine Nationalratswahl führen darf. Noch muss sich der burgenländische SPÖ-Chef Doskozil von seiner Stimm-Operation erholen, aber mit jedem Asyl-Antrag wird es wahrscheinlicher, dass er den Führungsanspruch stellen wird.
Und dann kommen noch die hausgemachten Probleme der Partei hinzu. Da wird eine Kampagne vorgestellt und offensichtlich nicht mit allen abgesprochen. Zumindest die SPÖ-Studenten ärgern sich öffentlich über den dabei zur Schau gestellten „Nationalismus und Heimat-Fetisch“. Die jungen Genossen würden stattdessen lieber „für internationale Zusammenarbeit, für internationale Vernetzung jenseits von Nationalgrenzen und Heimatgedanken“ kämpfen.
Die fast logische Reaktion der SPÖ: Die Beschäftigung mit der ÖVP. Auf der Homepage des SPÖ-Klubs gibt es fast nur mehr dieses Thema und während auf der Startseite kontrast.at exakt achtmal der ÖVP-Chef abgebildet ist, ist das Konterfei der SPÖ-Klubchefin Rendi-Wagner gar nicht zu sehen.
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