• 10.10.2022, 08:54:42
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Rotes Kreuz: Multiple Krisen stellen Entwicklungszusammenarbeit vor Herausforderungen

Zahl der Hungernden weltweit deutlich gestiegen - Humanitäre Hilfe zentraler denn je!

Wien (OTS) - 

Angesichts aktueller humanitärer Notlagen, die weltweit zu teils prekären Situationen führen, trafen der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, Jagan Chapagain und der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuz, Michael Opriesnig erst kürzlich Bundeskanzler Karl Nehammer und Vizekanzler Werner Kogler zu gemeinsamen Gesprächen.
„Aktuell sind wir mit so vielen Krisen gleichzeitig konfrontiert und umso wichtiger war der Austausch. Die enormen Auswirkungen der Klimakrise, wie beispielsweise die Überflutungen in Pakistan oder die Dürre am Horn von Afrika und des Konflikts in der Ukraine fordern uns als Rotes Kreuz, aber auch die österreichische Bundesregierung“, so Opriesnig. 
Der Rotkreuz-Generalsekretär betont, dass die bisherige Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds ein wichtiger Schritt war, es aber noch mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit brauche. Denn das international vereinbarte Ziel für humanitäre Hilfsleistungen in der Entwicklungszusammenarbeit liegt bei 0,7% des Bruttonationaleinkommens, im Jahr 2021 wurden jedoch nur 0,31% erreicht. „Leider sind wir nach wie vor weit entfernt von den 0,7% und gleichzeitig sind so viele Menschen wie nie zuvor auf humanitäre Hilfe angewiesen. Umso wichtiger ist es, die Mittel für bilaterale Entwicklungszusammenarbeit im kommenden Budget 2023 substanziell zu erhöhen, die Dotierung des Auslandskatastrophenfonds beizubehalten und auch an die aktuelle Inflation anzupassen. Um das bisherige Engagement auch in Zeiten multipler Krisen sinnvoll weiterzuführen, braucht es mehr Investitionen in langfristige und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit“, fordert Michael Opriesnig.

Doppelte Verwundbarkeit
Nur mit guter Katastrophenvorsorge kann im Krisenfall die dringend benötigte Nothilfe geleistet werden. In der Arbeit der Hilfsorganisationen macht sich dabei jedoch eine doppelte Verwundbarkeit bemerkbar, die einerseits durch die zunehmende Häufigkeit und Schwere von Katastrophen und andererseits durch die längerfristigen sozioökonomischen Auswirkungen der Klimakrise bedingt sind. Katastrophen treffen vor allem jene Menschen besonders hart, deren Lebensgrundlage durch die globale Erwärmung ohnedies schon geschwächt ist. Besonders prekär: Von den 20 Ländern, die durch den Klimawandel am meisten gefährdet sind, befinden sich 12 in einem kriegerischen Konflikt, unter anderem Afghanistan, wo 22,8 Millionen Menschen von akuter Nahrungsmittelknappheit betroffen sind – also mehr als jeder zweite Mensch – aber auch am Horn von Afrika, wo bereits die vierte Regensaison ausgeblieben ist.  

Am 16. Oktober ist Welternährungstag
Die Lage ist dramatisch, und der Handlungsbedarf enorm. Der Welternährungstag am 16. Oktober lässt heuer mit sehr pessimistischen Zahlen aufhorchen: Während sich die Anzahl der Hungernden zwischen 2014 und 2019 relativ stabil hielt, stieg diese in den vergangenen Jahren wieder stark an. 2021 zählte die UN-Organisation für Essen und Landwirtschaft bereits 770 Millionen Menschen weltweit welche an Hunger leiden – 118 Millionen mehr als noch 2019. Durch multiple Krisen werden diese lebensbedrohlichen Armutsspiralen zusätzlich befeuert.  

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