• 28.09.2022, 10:47:12
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Literaturpreise der Wiener Ärztekammer „Gesund schreiben 2022“ verliehen

Jurypreis 2022 geht an Christina Walker – Kirsten Fuchs erhält den Publikumspreis

Literaturpreise der Wiener Ärztekammer „Gesund
schreiben 2022“ verliehen. Der mit 1.000 Euro dotierte
Publikumspreis ging an die in Berlin lebende Autorin Kirsten Fuchs.

Utl.: Jurypreis 2022 geht an Christina Walker – Kirsten Fuchs erhält
den Publikumspreis =

Wien (OTS) - Die in Vorarlberg aufgewachsene und heute in Augsburg
lebende Autorin Christina Walker ist die Preisträgerin des von der
Ärztekammer für Wien zum dritten Mal vergebenen und mit 4.000 Euro
dotierten internationalen Literaturpreises „Gesund schreiben“. Der
parallel dazu vergebene und mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis
ging an die in Berlin lebende Autorin Kirsten Fuchs. Die Verleihung
fand im ORF RadioKulturhaus statt. Eingereicht wurden knapp 250 Texte
aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Kooperationspartner ist Ö1.
****

Christina Walkers Texte wurden bereits mit mehreren Preisen
ausgezeichnet, zuletzt unter anderem mit dem Vorarlberger
Literaturpreis und dem Schwäbischen Literaturpreis. 2021 erschien ihr
Debütroman „Auto“ (Braumüller, Wien).

Der von der Jury prämierte Text "Das Staunen der Fische" handelt
von einem jungen Mädchen, das mit ihrer Mutter in eine neue Stadt
zieht – weit weg vom Vater, der Alkoholiker ist und die Familie
terrorisierte, obwohl er längst Kontaktverbot hatte. Als die
Ich-Erzählerin den Vater eines Tages vor ihrer Schule entdeckt,
beginnt sie zu schwänzen. Sie will den Vater nicht aus Versehen zur
neuen Wohnung und zur Mutter zu führen. Sie kämpft gegen die Geister
der Vergangenheit, doch diese scheinen sie einzuholen.

Kirsten Fuchs lebt und arbeitet in Berlin. Sie schreibt für „Das
Magazin“ und hat diverse Romane, Kurzgeschichtenbände sowie
Theaterstücke veröffentlicht. Fuchs war bei verschiedenen Lesebühnen
aktiv, aktuell liest sie bei „Fuchs & Söhne“ und „Des Esels Ohr“.
2015 wurde sie mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin
ausgezeichnet, 2016 mit dem Kasseler Förderpreis für komische
Literatur sowie dem Deutschen Jugendliteraturpreis für ihren Roman
„Mädchenmeute“ (Rowohlt Berlin).

In ihrem eingereichten Text „Sneaker“ beschreibt Fuchs eine Welt,
die durch Feuer und Stürme unbewohnbar und in der die Quarantäne zum
Dauerzustand geworden ist. Mitten in diese digital ausgerichtete Welt
bringt der unvermittelte Besuch einer Amsel der Hauptfigur Sneaker
das Verlorene zu Bewusstsein und erweckt in ihm den Wunsch, aus dem
rundum digital verwalteten Alltag in das unbekannte Draußen
auszubrechen. Die isolierte jugendliche Hauptfigur ist konfrontiert
mit der Frage, was es eigentlich heißt, sich der Wirklichkeit zu
stellen, in welchem Verhältnis Sicherheit und Freiheit stehen und wie
es sich in einer Welt leben lässt, in der die Zerstörung irreversibel
geworden ist.

Zwei Sonderpreise vergeben

An die junge Wiener Autorin Mercedes Spannagel sowie an den
derzeit in Krakau in einer Künstlerresidenz lebenden Wiener Autor
Leonhard Engler ergingen Sonderpreise.

Spannagels Text „Lady, my beautiful” ist die Geschichte eines
homosexuellen Paares und zugleich die Geschichte eines jungen
Lehrers, der an seiner Schule Verständnis für verschiedene
Lebensentwürfe wecken möchte. Spannagel versucht dabei, aus einem
Märchen Realität werden zu lassen und der Realität etwas
Märchenhaftes zu geben – wobei sehr reale Alltagsprobleme im privaten
wie im beruflichen nicht zu kurz kommen.

Ist ein Schizophrener nur dann schizophren, wenn er seine eigene
Schizophrenie nicht versteht? Oder ist er dann nicht schizophren,
wenn er versteht, was Schizophrenie bedeutet, sie aber für seinen
eigenen Fall widerlegen kann? Leonhard Engler führt die Leser in
seinem Text vom „Ende der Schizophrenie“ vor, wie uns die
Schizophrenie regiert. Ob wir uns nun bemühen, sie zu definieren,
oder uns im Gegenteil bemühen, eine Definition zu vermeiden.

Texte mit einem sozialen, medizinischen und/oder ethischen
Bezug

Zum Literaturpreis „Gesund schreiben“ konnten unveröffentlichte
deutschsprachige Prosatexte, die einen sozialen, medizinischen
und/oder ethischen Bezug aufweisen, eingereicht werden. Die
eingereichten Texte durften vor der Entscheidung der Jury weder
vollständig noch in Auszügen öffentlich vorgetragen oder in
gedruckter oder elektronischer Form veröffentlicht worden sein.

Aus allen zeitgerecht eingelangten Einreichungen erstellte die von
der Ärztekammer bestellte Jury – ihr gehören die ORF-Redakteurin und
Moderatorin Edith-Ulla Gasser (Juryvorsitzende), die Lektorin Anita
Luttenberger, die Literaturwissenschafterin Daniela Strigl sowie die
Ärzte und Buchautoren Paulus Hochgatterer und Andreas Schindl an -
eine fünf Texte umfassende Shortlist, aus der dann der Sieger für den
Jurypreis bestimmt wurde. Die Vergabe des Publikumspreises erfolgte
durch ein Online-Votum.

Die von der Jury ausgewählten besten Texte sind in einer
Anthologie erschienen: Verlag Braumüller, ISBN 978-3-99108-151-7.

(S E R V I C E – Weitere Informationen zum Literaturpreis unter
www.gesundschreiben.at.)

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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