• 25.09.2022, 08:52:43
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Weltverhütungstag: Kostenlose Verhütungsmittel sind überfällig

Gynäkologe Fiala: Auch freien Zugang zur Abtreibungspille ermöglichen

Wien (OTS) - 

 Jährlich wird am 26. September der Weltverhütungstag begangen, eine internationale Initiative für mehr Bewusstsein zu Sexualaufklärung und Verhütung. Einen didaktisch und pädagogisch gut aufbereiteten Zugang zum Thema bietet seit 15 Jahren das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS). Es bietet anschauliche Informationen über die Geschichte der Verhütung und Abtreibung. Jährlich nehmen zahlreiche Schulklassen u.a. junge Menschen von außerschulischen Organisationen sowie Erwachsene an den spannend gestalteten Führungen des Museums teil. Ziel es ist, Menschen die Scham vor dem Thema Verhütung und Abbruch zu nehmen, denn nur mit ausreichend Informationen kann einer ungewollten Schwangerschaft vorgebeugt werden. Die Reaktionen von Jugendlichen und Erwachsenen sind stets sehr positiv.

Österreich Schlusslicht bei Familienplanung
Das Museum finanziert sich seit seiner Gründung im Jahre 2007 noch immer vorwiegend aus eigenen Mitteln, was bedeutet, dass eine private Initiative die Verantwortung für die sexuelle Bildung junger Menschen übernimmt. Und das obwohl Familienplanung seit über 50 Jahren international als Menschenrecht anerkannt wurde. Trotzdem zählt Österreich zu jenen Ländern, die immer noch eingeschränkten Zugang nicht nur zur sexuellen Bildung, sondern auch zu wirksamen Verhütungsmitteln wie etwa der Spirale gewähren. Denn nicht jeder kann sich 300 bis 600€ für eine Spirale leisten.

Wirksame Verhütungsmittel in Österreich nur für Gutverdiener?

Wirksame Verhütung darf jedoch keine Fragen von sozialem Status bzw. gutem Einkommen sein. Die Lösung ist simpel: Kostenlose Verhütungsberatung und Verhütungsmittel für alle, so wie in den meisten westeuropäischen Ländern. Das wäre ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung ungewollter Schwangerschaften: Studien belegen, dass sich bei einer Kostenübernahme von Verhütungsmitteln durch die Krankenkassen viele Frauen für wirksame, sichere, aber eben kostspieligere Langzeitmethoden wie etwa die Spirale entscheiden und damit auch die Zahl an Abtreibungen deutlich gesenkt werden könnte. “Weil sich aber Paare hierzulande Verhütung selbst finanzieren müssen, ist es kein Wunder, dass Österreich bei den Schwangerschaftsabbrüchen europaweit zu den Spitzenreitern zählt”, erklärt der Gynäkologe DDr. Christian Fiala, Gründer des MUVS. 

Abtreibungspille in Österreich schwer erhältlich
Gar nicht fern vom Weltverhütungstag liegt der „International Safe Abortion Day“. Zwei Tage später, nämlich am 28. September, wird er begangen, ursprünglich als Aktionstag zur Entkriminalisierung der Abtreibung in Lateinamerika und der Karibik. Im Jahre 2011 erklärte ihn das Women´s Global Network for Reproductive Rights (WGNRR) dann zum internationalen Tag. Sicherer Schwangerschaftsabbruch, wie an diesem Begehungstag gefordert, liegt jedoch - ebenso wie sichere Verhütung - in Österreich nach wie vor in weiter Ferne. Denn immer noch wird Schwangerschaftsabbruch kriminalisiert: Frauen in Deutschland und Österreich droht heute noch eine Gefängnisstrafe, wenn sie selbst einen Abbruch mittels (im Internet bestellter) Abtreibungspille durchführen. 

Für Schwangerschaftsabbruch oft lange Anreise nötig
Mit der Abtreibungspille ist eine neue Technologie verfügbar, die einen Abbruch auslöst, der von einem Spontanabort nicht zu unterscheiden ist. “Es stellt sich somit die Frage, warum Frauen diese Form der Eigenverantwortung mit der Abtreibungspille immer noch vorenthalten wird.” Hinzukommt, dass nicht in jedem Bundesland ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden kann. Frauen müssen nicht selten in andere Bundesländer ausweichen - eine Zumutung und gesundheitliche Belastung in einer Krisensituation. “Wir sollten diese beiden Begehungstage dafür nutzen, dass sich endlich etwas ändert, und zwar zum Wohle der Frauen. Frauen und Paare die keine Kinder (mehr) wollen, sind zu unterstützen. Ebenso müssen Frauen und Paare mit Kinderwunsch auch deutlich besser unterstützt werden”, fordert Fiala.  

Quellen:

http://www.verhuetungsreport.at

http://freethepill.org/the-coalition/

http://www.womenonboards.net/

https://freethepill.org/the-coalition/

www.muvs.org 

 

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