• 16.09.2022, 08:30:32
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ÖAMTC unterstützt FIA-Verkehrssicherheitskampagne "Drive with Care" (+Foto)

Mobilitätsclub appelliert: Aggressivität ist ansteckend, Rücksichtnahme auch – Kooperatives freundliches Verhalten im Straßenverkehr fördert Verkehrssicherheit

Utl.: Mobilitätsclub appelliert: Aggressivität ist ansteckend,
Rücksichtnahme auch – Kooperatives freundliches Verhalten im
Straßenverkehr fördert Verkehrssicherheit =

Wien (OTS) - Sicher und zeitnah ankommen – das wollen alle
Verkehrsteilnehmer:innen. Das Verkehrsgeschehen auf der Straße
erinnert aber manchmal an einen Kampf "Jede:r gegen jede:n".
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger erläutert einen
wichtigen Auslöser: "Aggressivität und Egoismus sind im
Straßenverkehr leider manchmal ansteckend. Verhält sich eine Person
so und stößt andere vor den Kopf, dann werden das einige bei nächster
Gelegenheit erwidern." Aber es funktioniert auch andersherum.
"Rücksichtnahme – beispielsweise beim Einordnen – wird dankbar
angenommen und oft ebenfalls weitergegeben. Auch zwischen
verschiedenen Gruppen – also egal ob Personen zu Fuß, mit innovativen
Mobilitätsformen, mit Fahrrad, E-Bike, motorisiertem Zweirad oder mit
dem Auto unterwegs sind", so Seidenberger.

Rücksichtnahme, das Kennen und Einhalten von Regeln wie Tempolimits
und Vorrangregeln stehen auch im Fokus der aktuellen
Verkehrssicherheitskampagne der FIA Region I. Unter dem Titel "Drive
with Care" appelliert der Dachverband der Mobilitäts- und
Automobilclubs an die Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer:innen
für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr. Die Kampagne wird
heute mit Beginn der Europäischen Mobilitätswoche in Europa, Afrika
und dem Nahen Osten gestartet. Der ÖAMTC übernimmt die Umsetzung in
Österreich.

In diesem Sinn plädiert ÖAMTC-Expertin Seidenberger für mehr
Gelassenheit, Kooperation und Rücksichtnahme im Straßenverkehr: "Es
gibt Verkehrsteilnehmende, die vermehrt Aufmerksamkeit bedürfen, wie
z. B. Ältere und Kinder, aber auch Anfänger:innen." Sie rät, ganz
allgemein mehr Abstand oder auch Blickkontakt zu anderen im
Straßenverkehr zu suchen und auch zeitgerecht Abbiege- oder
Handzeichen zu geben. "Aber auch ein 'Danke' zeigt, dass die:der
andere im Verkehr wahrgenommen und nicht ignoriert wird. Das fördert
Freundlichkeit, kooperatives Verhalten und Respekt."

Situationen mit Konfliktpotenzial & Tipps für kooperatives
Verhalten

Die Verkehrspsychologin des Mobilitätsclubs gibt Beispiele für
kooperatives und respektvolles Miteinander zur Erhöhung der
Sicherheit im Straßenverkehr:

* Vorrangregeln kennen & einhalten: Wo es keine Ampeln gibt, scheint
sich oft das Motto einzuschleichen: "Wer zuerst kommt, fährt zuerst".
Seidenberger: "Das stößt andere vor den Kopf, erzeugt Ärger über das
Nichtwissen, ja im schlimmsten Fall sogar Unfälle." Häufig wird z. B.
der Vorrang des Rechtskommenden an ungeregelten Kreuzungen nicht
wahrgenommen oder noch schnell vor Fußgänger:innen und Radfahrenden
"die Kurve gekratzt". Kooperativ wäre: Vorrangregeln kennen und
anwenden. Das gibt allen Sicherheit.

* Richtungsanzeige / Blinken im Kreisverkehr: Ein Kreisverkehr soll
den Verkehr einer Kreuzung flüssig regeln. Kontraproduktiv ist:
Keinen Blickkontakt suchen, mit Scheuklappen durchfahren und nicht
blinken. Folge: Andere müssen stehen bleiben und abwarten, wie sich
diese:r Verkehrsteilnehmer:in verhält, weil unberechenbar. Kooperativ
wäre: Blickkontakt suchen, beim Verlassen des Kreisverkehrs blinken.
Dadurch können andere das Verhalten abschätzen und sich fließend
einordnen.

* Anzeige Fahrtrichtungsänderungen: Die Richtungsanzeige mit Blinker
oder Handzeichen zeigt anderen, was man vorhat, und macht das
Verhalten berechenbar. "Wird es vernachlässigt, nötigt es andere zu
abrupten Manövern, bringt den Verkehr ins Stocken oder erzeugt sogar
gefährliche Situationen", warnt Seidenberger.

* Bei Fahrbahnverengung einordnen lassen (Reißverschlusssystem): Ein
flüssiger Verkehrsablauf wird durch das Nichtanwenden des
Reißverschlusssystems blockiert, unnötiger Stau ist die Folge.
"Richtig ist: alle Spuren nützen und bis nach vorne fahren, dann
jeweils ein Fahrzeug zum Einordnen in die Lücke einfahren lassen.“

* Verhalten bei Stau auf der Autobahn: Kontraproduktiv ist
Lückenspringen. "Das nötigt alle dahinter Fahrenden zu bremsen. In
der Folge werden andere dichter auffahren, um Lücken zu schließen.
Starkes Beschleunigen und Bremsen innerhalb weniger Meter erzeugt
weitere Unruhe und setzt sich nach hinten fort. Das alles erhöht die
Unfallgefahr", erläutert die Expertin. Kooperativ und flüssig wäre
dagegen: Vorausschauend fahren, Abstand halten, frühzeitig die
richtige Spur wählen, nach Möglichkeit dort bleiben. Seidenberger rät
zudem: "Nicht vergessen, bei Stau die Rettungsgasse bilden – für
Rettungskräfte zählt bei Notfällen jede Minute, die sie früher beim
Unfallort sind."

"Drive with Care" – ÖAMTC unterstützt FIA-Kampagne

Die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist eine der Hauptaufgaben der
FIA und der FIA Region I (der Regionalorganisation der FIA für
Europa, Afrika und den Nahen Osten) und steht auch im Mittelpunkt der
aktuellen FIA Region I-Kampagne "Drive with Care". Die Kampagne wurde
in 23 Sprachen übersetzt und wird in 21 Ländern in Europa, dem Nahen
Osten und in Afrika von den nationalen Partnerclubs mitgetragen. “Um
ein sicheres Verkehrsumfeld zu schaffen, erfordert die Nutzung der
Straße von allen – egal ob sie mit Auto, Fahrrad oder zu Fuß
unterwegs sind – gegenseitigen Respekt und Verantwortung. Wir alle
sind Teil des Verkehrs, wenn auch in unterschiedlichen Funktionen.
Die diesjährige Kampagne ruft zu Respekt und Empathie gegenüber
anderen auf, indem man sich in deren Lage versetzt”, erklärt
Laurianne Krid, FIA Region I Generaldirektorin, zum Start der
Kampagne anlässlich der europäischen Mobilitätswoche.

Die FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) ist der
internationale Dachverband der weltweiten Mobilitäts- und
Automobilclubs mit Sitz in Paris. Der ÖAMTC ist Gründungsmitglied der
FIA und trägt alle Verkehrssicherheitsinitiativen der FIA und FIA
Region I mit – auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene.

Nähere Informationen findet man online unter www.oeamtc.at

Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist unter www.oeamtc.at/presse
abrufbar.

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