• 09.09.2022, 15:42:44
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„kulturMontag“ am 12. September: Queen-Nachruf, Jean-Michel Basquiat, Wiener Praterateliers, Weltraum-Kammerspiel „Rubikon“

Danach: Doku-Premiere „Architektur macht Schule“

Utl.: Danach: Doku-Premiere „Architektur macht Schule“ =

Wien (OTS) - Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“
am 12. September 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 widmet sich nach einem
Nachruf auf Queen Elizabeth II, der den Einfluss und die Wirkung der
Ausnahmeregentin auf die Popkultur würdigt, u. a. dem Künstler
Jean-Michel Basquiat, dessen Werke zu den teuersten auf dem
Kunstmarkt zählen. Die Wiener Albertina zeigt rund 50 seiner Arbeiten
aus öffentlichen und privaten Sammlungen. Weiters befasst sich die
Sendung mit den Wiener Praterateliers. Der historische Gebäudekomplex
soll nach einer Revitalisierung zu einem modernen Zentrum für
zeitgenössische Kunst werden. Außerdem Thema: der
Science-Fiction-Film „Rubikon“ von Leni Lauritsch. Ihr Regiedebüt ist
ein dystopisches Kammerspiel in beeindruckendem Weltraum-Look.
Anschließend an das Magazin steht die Doku-Premiere „Architektur
macht Schule“ (23.15 Uhr) über neue Schularchitektur mit
Wohlfühlatmosphäre auf dem Programm.

Details zum „kulturMontag“-Magazin:

Farewell, Queen Elizabeth – Nachruf auf eine royale Pop-Ikone

Helen Mirren oder Olivia Colman brachten sie auf die Leinwand, die
James-Bond-Darsteller Sir Sean Connery oder Sir Roger Moore wurden
von ihr geadelt, kein Wunder standen sie doch alle im Dienste ihrer
Majestät. Auch die britische Musikszene, von den Beatles bis zu den
punkigen Sex Pistols, verewigten Queen Elizabeth II in ihren Songs,
selbst Andy Warhol erkannte schon früh ihr Pop-Potenzial. Der
„kulturMontag“ bringt eine kulturelle Würding des Pop-Stars der
Monarchie.

Jean-Michel Basquiat – eine Galionsfigur mit Groove

Jean-Michel Basquiat war Maler, Wortakrobat und Wunderkind der New
Yorker Kunstszene der späten 1970er und 1980er Jahre. Er war mit
Madonna liiert, mit Andy Warhol befreundet, malte in seinen berühmten
Armani-Anzügen, war reich und berühmt und starb im Alter von 27
Jahren an einer Überdosis Heroin. Doch Basquiat und sein Werk sind
viel mehr als dieses Bild, das die Öffentlichkeit von ihm hat. Seine
Arbeiten sind zornig, symbolgeladen, hochkomplex und zutiefst
politisch. Beeinflusst von Comics, Kinderkritzeleien, Pop Art,
afrikanischer Kunst, Jazz und Hip Hop entwickelte er seinen ganz
eigenen expressiven Stil aus Zeichen, Worten, Zahlen, Listen und
Symbolen. Er beschäftigte sich mit Themen wie Rassismus,
Kolonialismus, sozialer Ungerechtigkeit und Sklaverei. Basquiat reißt
mit 17 Jahren von zu Hause aus und lebt teilweise auf den Straßen von
New York, wo er gemeinsam mit seinem Freund Al Diaz U-Bahn-Züge und
Häuserfassaden besprüht. Mit ihren geheimnisvollen
Graffiti-Botschaften über die amerikanische Alltagskultur und ihrem
Kürzel SAMO (Same Old Shit) sorgen sie für Aufsehen. In Folge
avancierte Jean-Michel Basquiat als erster Afro-Amerikaner vom
Undergroundkünstler zum internationalen Superstar. In nicht einmal
einem Jahrzehnt schuf er etwa 1.000 Gemälde und mehr als 2.000
Zeichnungen. Seine Werke zählen heute zu den teuersten auf dem
Kunstmarkt. In einer umfassenden Retrospektive zeigt die Wiener
Albertina rund 50 Arbeiten von Jean-Michel Basquiat aus renommierten
öffentlichen und privaten Sammlungen.

Kaiserlicher Kunstschatz: Die Wiener Praterateliers

Es ist ein verzauberter Garten für die Kunst, wo sich Fuchs und Dachs
Gute Nacht sagen. Mitten im Wiener Prater, unweit vom
Ernst-Happel-Stadion und der Trabrennrennbahn Krieau, befinden sich
die fast 150 Jahre alten Praterateliers, erschaffen 1873 von Carl
Hasenauer für die Weltausstellung. Während die Halle nach der
internationalen Schau wieder abgerissen wurde, befehligte Kaiser
Franz Joseph den Erhalt der Pavillons, da man dringend Platz für die
Bildhauer brauchte, um Skulpturen für die Gestaltung der Ringstraße
zu schaffen. Eine Entscheidung von baugeschichtlicher Bedeutung, denn
damit wurden entscheidende Weichen für die weitere Entwicklung der
österreichischen Architektur im späten 19. Jahrhundert gestellt. Das
idyllische Architekturjuwel hat längst Patina angesetzt und soll nun
endlich aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden. Mit rund elf
Millionen Euro aus EU-Mitteln aus dem österreichischen Aufbau- und
Resilienzplan sollen die Bildhauerateliers des Bundes saniert und
baulich und ökologisch modernisiert werden, um den historischen
Gebäudekomplex zu erhalten. Gleichzeitig sollen die Ateliers als
modernes Zentrum für zeitgenössische Kunst mit neuen
Veranstaltungsräumlichkeiten etabliert werden. Kann die Atmosphäre
des in Europa einzigartigen Künstlerparadieses ob der
fortschreitenden Gentrifizierung erhalten bleiben?

Der Science-Fiction-Film „Rubikon“, ein Kammerspiel im Weltraum

Ins Jahr 2056 führt das Spielfilmdebüt „Rubikon“ der Kärtner
Filmemacherin Leni Lauritsch. Die 24-Jährige hat ein dystopisches
Science-Fiction-Kammerspiel geschrieben und inszeniert, angesiedelt
in einer Raumstation. Während zwei Wissenschafter und eine Soldatin
auf der Raumstation „Rubikon“ nach Methoden forschen, den Fortbestand
der Menschheit zu sichern, ereignet sich auf der Erde eine
meteorologische Katastrophe. Der Planet versinkt in einer Wolke aus
Nebel und Asche, der Kontakt zur Raumstation reißt ab. Sind sie die
letzten Überlebenden? Leni Lauritsch beweist in ihrem Regiedebüt
großes visuelles Gespür und braucht sich auch vor millionenschweren
Hollywoodproduktionen nicht zu verstecken. Johannes Mücke, der schon
mit Roland Emmerich zahlreiche seiner Filme und Settings verwirklicht
hat, ist für den Weltraumlook bei „Rubikon“ verantwortlich. Ob der
Titel des Films eine Metapher auf Julius Caesar ist, werden Lauritsch
und Mücke live im Studio verraten.

Dokumentation „Architektur macht Schule“ (23.15 Uhr)

Seit der Bildungsreform 2017 hat sich an Österreichs Schulen einiges
verändert. Die Lehrkräfte können ihren Unterricht ganz nach den
Bedürfnissen der Schüler/innen gestalten und die Pausenglocke ist
vielerorts verstummt. Doch die neuen Lehrmethoden – die Abkehr vom
Frontalunterricht hin zum freien Lernen in Kleingruppen – erfordern
auch eine neue Schularchitektur. In Österreich sind in den
vergangenen zehn Jahren zahlreiche „Cluster-Schulen“ entstanden: Die
Schüler/innen können selbst entscheiden, wo und mit wem sie im Team
arbeiten wollen. Das funktioniert nur mit transparenten und
überschaubaren Räumen, in denen die Lehrer/innen Kleingruppen managen
und ihrer Aufsichtspflicht nachkommen können. Nicola Eller hat für
ihre TV-Dokumentation fünf Beispiele innovativer Lernlandschaften
besucht: Im Campus Sonnwendviertel und im Campus Schendlingen in
Vorarlberg, beides Cluster-Schulen, herrscht ein familiäres Klima.
Natürliche und nachhaltige Materialien wie Holz und Schafwolle tragen
wesentlich zur Wohlfühlatmosphäre bei. Die Grenzen zwischen Innen und
Außen sind auch in der Volksschule Dorf in Lauterach fließend. Sie
bietet jedem Kind einen barrierefreien Blick in die Umgebung. So
konnten Schüler/innen einander durch die verglasten Räume zumindest
sehen, als die Klassen während der Corona-Pandemie nicht gemischt
werden durften. Noch einfacher war es im Campus Neustift in Tirol.
Dort können die Kinder sogar auf dem begrünten Dach lernen. Im
Agrarbildungszentrum Salzkammergut lernen Schüler/innen in und mit
der Natur – fast alles ist in diesem Passivhaus aus heimischer
Weißtanne. Das Holz wirkt beruhigend und inspiriert die kommenden
Landwirtinnen und -wirte, Floristinnen und Floristen sowie
Restaurant-Fachleute.

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