• 01.09.2022, 12:35:32
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  • OTS0134

Schönborn: "Papst wirkte nicht wie jemand, der vor Rücktritt steht"

Wiener Erzbischof im Interview über seine Erfahrungen bei jüngster Kardinalsversammlung: Intensive und gute Beratungen über Kurienreform - Laien an Spitze von Dikasterien fix

Utl.: Wiener Erzbischof im Interview über seine Erfahrungen bei
jüngster Kardinalsversammlung: Intensive und gute Beratungen
über Kurienreform - Laien an Spitze von Dikasterien fix =

Wien (KAP) - Wird Papst Franziskus bei der Kardinalsversammlung im
Vatikan seinen Rücktritt erklären, wie einst Papst Benedikt XVI.? -
Über diese Frage war zuletzt viel spekuliert worden. Es kam nicht nur
anders, der Papst habe vielmehr bei den Beratungen "so präsent und so
klar in seinen Orientierungen und Linien" gewirkt, dass jeder
weiteren Spekulation eine Abfuhr erteilt werden müsse. Das hat
Kardinal Christoph Schönborn in einem Kathpress-Interview am Mittwoch
nach seiner Rückkehr aus Rom betont. "Papst Franziskus wirkt absolut
nicht wie jemand, der kurz vor dem Rücktritt steht", so der Wiener
Erzbischof. Im Gegenteil: "Trotz aller Schwierigkeiten seines Amtes
habe ich den Eindruck: Er macht das mit Freude, mit Energie und
großer Gelassenheit."

Der Wiener Erzbischof, der bei der Kardinalsversammlung selber eine
der Sprachgruppen als Moderator leitete, gab Einblicke in die
Beratungen zum Stand bzw. zur anstehenden Umsetzung der Kurienreform.
Dieser hatte Papst Franziskus mit der Konstitution "Praedicate
Evangelium" neuen Schub verliehen und etwa eine Öffnung höchster
Ämter in der Kurie für Laien in Aussicht gestellt sowie die zeitliche
Begrenzung der Amtszeiten für Kuriale verfügt. Über diese Fragen sei
intensiv diskutiert worden, so Schönborn.

"Es wird sicher eine Reihe von Dikasterien geben, die von Laien
geleitet werden. Das kommt", zeigte sich Schönborn überzeugt. Auch
die Begrenzung der Amtszeit für Kuriale auf fünf Jahre (und eine
mögliche Verlängerung um weitere fünf Jahre) sei zu begrüßen: So
falle es Bischöfen leichter, bewährte eigene Mitarbeiter an die Kurie
zu entsenden, wenn diese in einem überschaubaren zeitlichen Horizont
wieder zurückkehren werden. "Man darf nicht auf die Kurie schimpfen,
wenn man nicht gute Leute hinschickt", so Schönborn. Im Rahmen der
Kardinalsversammlung kam dem Wiener Erzbischof außerdem die Aufgabe
zu, über die Entwicklung bei der Vatikanbank IOR zu berichten.

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag über das Interview unter:
www.kathpress.at/goto/meldung/2179199/

((forts. mgl.)) HKL/PER
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