• 24.08.2022, 13:00:02
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  • OTS0087

Paneldiskussion zum Thema Arbeitskräftemangel mit Bundesminister Kocher

Arbeits- und Wirtschaftsminister beim Europäischen Forum Alpbach

Utl.: Arbeits- und Wirtschaftsminister beim Europäischen Forum
Alpbach =

Alpbach (OTS/BMAW) - Neben technologischer Innovation und
Globalisierung werden demographische Veränderungen in den nächsten
Jahren noch stärker Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Dieser
Strukturwandel ist mitunter ein Grund für den Arbeitskräftemangel,
der derzeit in vielen europäischen Ländern zu spüren ist. Arbeits-
und Wirtschaftsminister Martin Kocher diskutierte beim Europäischen
Forum Alpbach mit einem hochrangig besetzten Podium über
Lösungsansätze für diese Herausforderung: mit Prof. Beatrix Eugster
von der Universität St. Gallen, Univ.-Prof. Rainer Münz von der
Central European University und Christina Wilfinger,
Geschäftsführerin der SAP in Österreich.

„Über 80 Prozent der österreichischen Unternehmen geben an, aktuell
Probleme zu haben, geeignete Fachkräfte zu finden. Besonders starke
Nachfrage nach Arbeitskräften herrscht vor allem im Tourismus, im
Baugewerbe, im Energiesektor oder im Handel. Um dieser Entwicklung
entgegenzuwirken, ist es wichtig attraktive Arbeitsbedingungen in
Österreich zu erhalten und einen Fokus auf Qualifizierung zu legen“,
betonte Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher im Rahmen der
Diskussion. Es sei außerdem entscheidend, Österreich auf
internationaler Ebene als ausgezeichneten Beschäftigungs- und
Wirtschaftsstandort zu positionieren, um auch qualifizierte
Fachkräfte aus dem Ausland anzusprechen. Die reformiere Rot-Weiß-Rot
– Karte spiele dabei eine wesentliche Rolle. „Wir haben als
Bundesregierung vor Kurzem die Rot-Weiß-Rot – Karte reformiert und
den damit verbundenen Prozess der Beantragung und Genehmigung sowie
die Kriterien wesentlich verbessert. Die Auswirkungen dieser Maßnahme
sowie weitere Lösungsansätze, um dem Fachkräftemangel
entgegenzuwirken, waren Teil der vom BMAW organisierten Diskussion in
Alpbach“, so Kocher.

„Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wird es immer wichtiger
alle Menschen im Arbeitsprozess zu integrieren, unabhängig von ihrem
Geschlecht, ihrer Nationalität, ihrem Alter, oder einem bestehenden
Handicap. Um das zu schaffen, müssen viele Puzzleteile
zusammenstimmen. Zum Beispiel die Ausgestaltung der
Sozialversicherungen, die Lohnfairness, aber auch ein möglichst
inklusives Schulsystem, welches allen bestmögliche Berufschancen
eröffnet”, betonte Prof. Beatrix Eugster im Rahmen des Panels.

„Gegen akuten Fachkräftemangel gibt es kein ‚Allheilmittel‘ aber eine
Reihe möglicher Maßnahmen. Technisch am einfachsten und
nachhaltigsten, aber politisch schwer durchsetzbar, ist eine Anhebung
des Pensionsalters für qualifizierte Erwerbstätige. Sofort umsetzen
lassen sich jedoch Anreize, die eine freiwillige Weiterbeschäftigung
im Alter attraktiv machen. Bei weitem nicht ausgeschöpft ist das
Erwerbspotenzial von Frauen. In Österreich arbeitet fast die Hälfte
von ihnen Teilzeit. Voraussetzung für mehr voll erwerbstätige Frauen
ist der Ausbau ganztägiger Schulen und Kindergärten – ein Angebot,
das in vielen Regionen Österreichs nicht ausreichend oder gar nicht
vorhanden ist. Begabungsreserven gibt es auch bei einem Teil der
Beschäftigten mit Migrationshintergrund. Von ihnen arbeiten viele
unterhalb ihres Qualifikationsniveaus. Schließlich sollte sich
Österreich viel aktiver als bisher als attraktives Ziel für
qualifizierte Zuwanderinnen und Zuwanderer positionieren“, ergänzte
Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz.

„Eine Lösung der Herausforderung Fachkräftemangel hat viele
Dimensionen und kann nur gelingen, wenn diese gleichberechtig
angegangen werden. Laut WEF werden zwei von drei Kindern, die heute
die Grundschule besuchen, Berufe haben, die heute noch nicht
existieren. Die Digitale Bildung in Schulen muss weiter
vorangetrieben werden. Die Arbeitswelt muss nach wie vor inklusiver
und diverser werden und Mitarbeiter wie auch Unternehmen mehr
Augenmerk auf lebenslanges Lernen legen“, merkte Christina Wilfinger,
Geschäftsführerin der SAP in Österreich an.

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