- 23.08.2022, 09:16:09
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Rotes Kreuz: Sechs Monate Hilfseinsatz in der Ukraine
Über 15 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Bevorstehender Winter stellt Menschen und Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen.
Morgen, 24.8., ist Nationalfeiertag in der Ukraine. Ebenso steht der Tag für sechs Monate humanitäre Katastrophe seit Beginn des Konflikts am 24.2.2022. Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes: „Das Leid und das Ausmaß der Zerstörungen in der Ukraine sind unermesslich: Über sechs Millionen Menschen mussten aus der Ukraine fliehen und haben alles verloren. Die Zahl der Binnenvertriebenen übersteigt ebenfalls die sechs Millionengrenze. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist weiterhin hoch. Das Österreichische Rote Kreuz ist aktuell mit drei Teams in der Ukraine und unterstützt Vertriebene, Gastfamilien sowie besonders vulnerable Personen mit Hilfsgütern, Geld- und Gutscheinen, Unterkünften und medizinischer Versorgung.“
Bevorstehender Winter wird riesige Herausforderung
Neben der aktuell schon katastrophalen Lage im Land, verschärft der bevorstehende Winter die Situation zusätzlich. „Die kalte Jahreszeit nähert sich mit raschen Schritten, und in der Ukraine können die Temperaturen bis minus fünfzehn Grad fallen. Daher benötigen die Menschen dringend gut isolierte Unterkünfte, Heizmaterial sowie finanzielle Hilfe, um die anfallenden Heizkosten bewältigen zu können“, erklärt Gerald Schöpfer. Die Infrastruktur in vielen Orten im Osten der Ukraine ist stark beschädigt, und die Bewohner:innen haben nicht genug Schutz vor Kälte oder Feuchtigkeit. Zusätzlich ist aufgrund der Energiekrise mit flächendeckenden Stromausfällen zu rechnen. „Das Rote Kreuz arbeitet daher mit Hochdruck daran, zerstörte Häuser wieder instand zu setzen und Menschen, deren Häuser beschädigt wurden, mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Für all jene, die ihr Zuhause verlassen mussten, stellt das Rote Kreuz zusätzliche winterfeste Gebäude zur Verfügung und stattet sie mit dem Notwendigsten aus“, so Schöpfer. Oftmals sind es Schulgebäude oder Turnhallen, die als Unterkünfte dienen. Um im Fall schnell handeln zu können, bereitet das Rote Kreuz auch Hilfsgüter wie etwa Heizgeräte, Decken, Bettwäsche zur Verteilung vor.
Gesundheitssystem unter Druck
Das Gesundheitssystem in der Ukraine ist stark belastet, und das Rote Kreuz arbeitet eng mit dem Ukrainischen Roten Kreuz sowie den Behörden zusammen, um langfristig wieder ein funktionierendes Versorgungssystem aufzubauen. So unterstützt das Österreichische Rote Kreuz einerseits mit mobilen Sozialdiensten, vergleichbar mit Besuchsdiensten und Heimhilfen in Österreich und andererseits mit mobilen Gesundheitsdiensten. Sogenannte „Mobile Health Units“, bestehend aus Ärzt:in, Krankenpfleger:in und Fahrer:in, versorgen die Menschen dort, wo es keine bestehenden Gesundheitseinrichtungen mehr gibt oder erhöhter Bedarf besteht. Das Österreichische Rote Kreuz hat dafür bereits 12 Rettungsfahrzeuge, finanziert von der Bundesregierung und zur Verfügung gestellt von den Landesverbänden, in die Ukraine geliefert. Die Mobile Health Units unterstützt das Österreichische Rote Kreuz in den drei Regionen Chernihiv, Kiew und Zakarpattia. Beinahe 4.000 Menschen haben dadurch bereits Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. „Nicht zu unterschätzen ist auch die Zahl jener Menschen, die psychologische Unterstützung benötigen – sehr oft auch langfristig. Ereignisse wie Flucht, das Ausharren in Verstecken oder der Verlust von Familienangehörigen sind stark traumatisierend“, so Schöpfer.
Langfristige Hilfe muss jetzt geplant werden
Vertrieben aus ihrer Heimat und herausgerissen aus ihrem Alltag, fehlt den betroffenen Menschen oftmals jegliche Perspektive. Um eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen, plant das Rote Kreuz finanzielle Hilfen für notwendige Umschulungen und Unternehmensgründungen sowie spezielle Job-Trainings. Zur Zielgruppe gehören unter anderem Männer, die durch Kampfhandlungen verwundet wurden und sich beruflich neu orientieren müssen. „Der dauerhafte Wiederaufbau in der Ukraine wird allerdings noch mindestens zehn Jahre dauern“, schätzt Gerald Schöpfer.
Das Rote Kreuz dankt Spender:innen
Dank zahlreicher Individualspenden, Benefizveranstaltungen und Spendenaktionen in Unternehmen konnten in den vergangenen sechs Monaten bereits Hilfsgüterlieferungen in Millionenhöhe in die Ukraine gebracht werden. All das ist nur dank dem beispiellosen Zusammenhalt der Menschen in Österreich möglich. Ob Geld- oder Zeitspenden – die Hilfsbereitschaft ist enorm und das Rote Kreuz bedankt sich für diesen großartigen Einsatz.
Das Rote Kreuz bittet weiterhin um Spenden:
Kennwort: Ukraine – Hilfe für Menschen im Konflikt
IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144
BIC: GIBAATWWXXX
Online: https://www.jetzt-helfen.at/projekt/ukraine/
Fotos: Link
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Österreichisches Rotes Kreuz
Mag. Antonia Filka
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