• 22.08.2022, 10:07:11
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„kreuz und quer“-Doku über „Die dunklen und hellen Seiten der Nacht“ – am 23. August um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Die Nacht ist ein Sinnbild unserer inneren Tiefe.
Nietzsche sagte: „Tief ist die Nacht, tiefer als der Tag gedacht.“ In
diese Tiefe begibt sich Robert Neumüllers „kreuz und
quer“-Dokumentation am Dienstag, dem 23. August 2022, um 22.35 Uhr in
ORF 2 zu den dunklen und hellen Seiten der Nacht.

Finsternis und Angst hängen zusammen. Den Kindern werden Schlaflieder
gesungen, für die Erwachsenen verstärkt die Nacht die Sorgen des
Tages. Etwas „Namenloses“ ergreift Besitz von einem, über das André
Heller in seinem Lied „In der Finsternis“ singt. Schlafcoaching,
Schlafforschung und Psychotherapie bemühen sich darum, den Menschen
wieder einen ruhigen Schlaf zu ermöglichen. Autogenes Training ist
eine der Methoden, die die Psychologin Brigitte Holzinger anwendet.
In schweren Fällen hilft nur der Weg ins Schlaflabor, wo die
medizinischen Ursachen einer Schlafstörung festgestellt werden
können.

Keinen bewussten Einfluss hat der Mensch auf seine Träume. Sie dienen
zur Verarbeitung von Tageserlebnissen und sind oft Fenster zum
Unbewussten. Passenderweise enthüllte sich Sigmund Freud 1895 das
Geheimnis des Traumes im Traum. Ihre ganze Macht entwickelt die
dunkle Seite der Nacht in der Schlaflosigkeit. In diesen Stunden
werden Sorgen übergroß, existenzielle Probleme drängen auf ihre
Lösung. Krankheit und Tod sind in der Nacht noch bedrückender.
Seelsorgerin Zita Ronto begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg und
deren Angehörige bei der Bewältigung ihrer schmerzlichen Verluste.

In den Religionen spielt die Nacht eine zentrale Rolle. Siddhartha
erwachte zum Buddha, als der Morgenstern am Himmel erschien. In der
heiligen Weihnacht wird die Geburt Christi als das Licht gefeiert,
das in die Welt kommt. Und in der Osternacht, die die Jugendlichen in
Helmut Schüllers Pfarre in Probstdorf durchwachen, ist Christus
auferstanden. Nacht und Mystik gehören seit jeher zusammen. Der
Benediktinermönch David Steindl-Rast ist zutiefst davon überzeugt,
dass jeder Mensch mystische Augenblicke in seinen Glücksmomenten zu
erleben in der Lage ist. Gemeinsam mit Vanja Palmers hat er das Haus
der Stille in Puregg gegründet. In der Stille der Meditation spielt
der unterschiedliche konfessionelle Zugang keine Rolle.

Unterhaltung, Begegnung und Sexualität gehören wahrscheinlich für die
meisten zu den hellen Seiten der Nacht. Götz Spielmann zeigt in
seinem Film „Antares“, dass die Vernunft der Leidenschaft nicht immer
gewachsen ist. Petra Morzé spielt darin die Hauptrolle. Die Liebe zu
seiner Frau hat den Psychotherapeuten Arnold Mettnitzer dazu bewegt,
sein Priesteramt zu beenden. Liebe ist die uneigennützige Kunst, Raum
zu schaffen, damit der andere der sein kann, der er ist.

Unter natürlichen Umständen ist die Nacht auch jener Zeitraum, in dem
die meisten Menschen zur Welt kommen. Nicht nur für die Mütter, auch
für die Väter, die bei diesem Ereignis dabei sind, verändert die
Geburt des Kindes das weitere Leben und hinterlässt einen
unvergesslichen Eindruck. Selten liegen Leben und Tod so nahe
beieinander, bis der erste Schrei des Neugeborenen die Glückshormone
strömen lässt. So versucht der Film, über die dunklen und hellen
Seiten der Nacht das Leben an sich abzubilden, im Lichte der Nacht,
wo vieles klarer und deutlicher zutage tritt. Auch Einfälle, Ideen
und Kreativität entstehen im Halbschlaf des Erwachens, ehe der neue
Tag als neue Chance beginnt.

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