- 03.08.2022, 20:50:58
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Salzburg: "Theologischer Preis" an David Steindl-Rast verliehen
Renommierte Auszeichnung der "Salzburger Hochschulwochen" würdigt "spirituellen Impulsgeber und interreligiösen Brückenbauer" - 95-Jähriger konnte wegen COVID-19-Erkrankung den Preis nicht persönlich in Empfang nehmen
Utl.: Renommierte Auszeichnung der "Salzburger Hochschulwochen"
würdigt "spirituellen Impulsgeber und interreligiösen
Brückenbauer" - 95-Jähriger konnte wegen COVID-19-Erkrankung
den Preis nicht persönlich in Empfang nehmen =
Salzburg (KAP) - Der Autor, Ordensmann und spirituelle Lehrer Br.
David Steindl-Rast ist mit dem "Theologischen Preis" der Salzburger
Hochschulwochen ausgezeichnet worden. Der Preis, der das theologische
Lebenswerk des 95-Jährigen würdigt, wurde am Mittwochabend in
Salzburg verliehen - allerdings in Abwesenheit Steindl-Rasts, der an
COVID erkrankt ist. Steindl-Rast übermittelte seine Dankesworte in
Form eines Video-Interviews, das bei der Verleihung gezeigt wurde.
Die Laudatio fand in Form eines Dialogs zwischen drei Begleitern bzw.
Wissenschaftlern statt.
Der Preisträger sei ein "spiritueller Impulsgeber und interreligiöser
Brückenbauer" von Weltrang, hieß es in der Jurybegründung. "Sein
Wirken ist darin für theologisches Nachdenken wegweisend, das sich im
Horizont religiöser Pluralität orientieren will, aber nicht bloß
religiöse Positionen theoretisch vergleichen, sondern wirklich ins
Gespräch kommen möchte." Als "Meister der interreligiösen
Verständigung" sei er für viele Menschen bis heute "inspirierend".
An der Verleihung nahmen u.a. der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz,
der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der Salzburger Weihbischof
Hansjörg Hofer sowie der Erzabt von St. Peter, Korbinian Birnbacher,
teil. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde heuer von Abt Nikolaus
Poch und der Abtei der Schotten gestiftet. Entgegengenommen wurde er
von P. Johannes Pausch, einem Mitbruder und früheren Prior des
Europaklosters Gut Aich. Auf Wunsch von Steindl-Rast soll das
Preisgeld einer Ärzte-Organisation zukommen, die in Afrika
Augen-Operationen für erblindete Kinder organisiert.
Offene Spiritualität aus christlichen Wurzeln
In einer dialogisch gestalteten, von Hochschulwochen-Obmann Martin
Dürnberger moderierten Laudatio würdigten P. Pausch, die
Nachwuchs-Theologin Sarah Pieslinger und der Salzburger
Religionswissenschaftler Prof. Martin Rötting das Werk Steindl-Rasts.
Dieses zeichne sich durch die besondere Gabe des Benediktiner-Mönchs
aus, aus der eigenen christlichen Tradition zu schöpfen und zugleich
diese Tradition in eine Sprache zu übersetzen, die selbst religiös
unmusikalischen Menschen etwas sage, zeigten sich die Laudatoren
einig.
Pausch unterstrich sichtlich bewegt, er habe "erst durch Br. David
glauben gelernt". Die Theologin Pieslinger, die über Br. David
Steindl-Rast ihre Dissertation schreibt, ordnete den Geehrten in eine
Reihe internationaler "spiritueller Influencer" ein. Dabei zeichne
sich Steindl-Rast dadurch aus, dass er es verstehe, "Menschen eine
Lebensspiritualität zu vermitteln", die zwar aus dem Christlichen
schöpfe, aber doch eine große Offenheit auch für andere religiöse
Traditionen zeige. Rötting zeigte auf, dass die spritiuelle
Anschlussfähigkeit Steindl-Rasts nicht auf einer
"Allerwelts-Spiritualität" fuße, sondern "zutiefst benediktinisch"
sei. Ihn habe dabei stets die "Klarheit und Schlichtheit"
beeindruckt, mit der Steindl-Rast "tiefe religiöse Einsichten in eine
Sprache bringt, die jeder versteht".
Steindl-Rast: "Ganzes Leben ist Theologie"
Der Ausgezeichnete bedankte sich für die Ehrung in Form eines
voraufgezeichneten Videos, in dem er zugleich im Gespräch mit P.
Pausch auf Grundlagen seiner eigenen Theologie einging. "Je mehr ich
darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass das ganze Leben
letztlich Theologie sein sollte", führte Steindl-Rast aus - und zwar
in dem Sinne, dass das Leben ein "großes Geheimnis" darstelle, dem
sich gläubige wie nicht-gläubige Menschen gleichermaßen nähern
könnten. Diese Gemeinsamkeit gelte es in der Theologie, in der
Pastoral sowie im interreligiösen Dialog zu pflegen und immer wieder
neu zu entdecken.
Biografische Notizen
Br. David Steindl-Rast wurde am 12. Juli 1926 in Wien geboren. Er
studierte an der Akademie der Bildenden Künste und an der Universität
Wien. Nach seiner Promotion in Psychologie und Anthropologie
übersiedelte er in die USA, wo er seit 1953 dem Benediktinerkloster
Mount Saviour im Staate New York angehört. Er war Mitbegründer des
"Center for Spiritual Studies" und ist seit 1966 im interreligiösen
Dialog engagiert. Weltweit haben sich Menschen seinem Netzwerk
www.dankbar-leben.org angeschlossen. Er ist bis heute viel gefragter
Referent, Redner und Autor. Er lebt abwechselnd in den USA und im
Europakloster Gut Aich bei Salzburg. Zuletzt erschien von David
Steindl-Rast 2021 das Buch "Orientierung finden. Schlüsselworte für
ein erfülltes Leben".
Nach zwei Jahren, in denen die "Salzburger Hochschulwochen"
vorwiegend digital abgehalten wurden, findet die renommierte
Salzburger Sommeruniversität heuer wieder "analog" und live vor Ort
statt: Noch bis 7. August diskutieren renommierte
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter dem Titel "Wie geht es
weiter? Zur Zukunft der Wissensgesellschaft". (Infos:
www.salzburger-hochschulwochen.at)
((ende)) HKL/leer
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