- 02.08.2022, 13:30:03
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Kirchenvertreter: Hiroshima-Gedenken im Zeichen des Ukraine-Kriegs
Bischöfe Lackner, Schönborn, Glettler, Krautwaschl, Turnovszky und zahlreiche weitere hochrangige Religionsvertreter sehen durch russischen Angriffskrieg in Atomabwurf-Gedenken neue Brisanz - Hiroshima-Aktion am Samstag am Wiener Stephansplatz
Utl.: Bischöfe Lackner, Schönborn, Glettler, Krautwaschl, Turnovszky
und zahlreiche weitere hochrangige Religionsvertreter sehen
durch russischen Angriffskrieg in Atomabwurf-Gedenken neue
Brisanz - Hiroshima-Aktion am Samstag am Wiener Stephansplatz =
Wien (KAP) - Hochrangige Vertreter der christlichen Kirchen und
Religionsgemeinschaften in Österreich sehen den diesjährigen
Hiroshima-Gedenktag am 6. August vor dem Hintergrund des aktuellen
Ukraine-Kriegs als besonders dringlich an. "77 Jahre nach den
Atombombenschlägen auf Hiroshima und Nagasaki, nach Jahrzehnten des
Kalten Krieges, aber auch des Versöhnungswerks der jüngeren
Vergangenheit, finden wir uns in einer Welt wieder, in der die
Drohung eines nuklearen Angriffs direkt in unserer Nachbarschaft
ausgesprochen wird", wies etwa der Vorsitzende der Österreichischen
Bischofskonferenz, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, in seiner
Kathpress vorliegenden Stellungnahme zum Gedenktag hin. Und schloss
die betroffene Frage an: "Wie konnte es so weit kommen?"
Zu den Atombombenabwürfen des Jahres 1945 und der damit verbundenen
Hiroshima-Aktion in Wien äußerten sich u.a. auch Kardinal Christoph
Schönborn, "Pax Christi"-Bischof Hermann Glettler (Innsbruck), der
Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl, der Wiener Weihbischof Stephan
Turnovszky, "missio"-Nationaldirektor P. Karl Wallner, "Pax Christi
Österreich"-Präsident Wolfgang Palaver, die Theologen Paul Zulehner,
Ingeborg Gabriel und Eugen Drewermann, Religionsdialog-Experte Martin
Jäggle, weiters die evangelischen Superintendenten Matthias Geist
(Wien), Gerold Lehner (Oberösterreich) und Olivier Dantine
(Salzburg/Tirol), der reformierte Landessuperintendent Thomas
Hennefeld, der altkatholische Heinz Lederleitner, der Wiener
Oberrabbiner Jaron Engelmayer und der Präsident der Österreichischen
Buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab.
Die Hiroshima-Gruppe Wien, Pax Christi Wien und die Wiener
Friedensbewegung setzen am Samstag, 6. August, am Wiener
Stephansplatz ab 18 Uhr ein Zeichen "für die Opfer militärischer und
ziviler Atomanwendung", ab ca. 20.30 Uhr ist ein Laternenmarsch zur
Karlskirche geplant. "Nur eine Welt ohne Atomwaffen ist eine sichere
Welt!", heißt es in der Ankündigung.
Lackner erinnerte in seinem Statement zum Hiroshima-Tag an ein auch
von Papst Franziskus in Kanada zitiertes Wort des Schriftstellers
Elie Wiesel: "Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern
Gleichgültigkeit." Der Erzbischof fügte hinzu: "Auch das Gegenteil
von Frieden ist nicht der Krieg, sondern Gleichgültigkeit." Er sehe
die Gefahr, den Krieg als "normal" zu betrachten, als ein
"Hintergrundrauschen, das uns mehr schon lästige Gewohnheit ist als
betroffen machende Tragödie". Lackners Appell: "Geben wir uns dieser
Gleichgültigkeit, die am Ende Krieg und Tod bringt, nicht hin... Wir
müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um eine erneute
Katastrophe wie jene der Atombomben auf Japan zu verhindern."
Kardinal Schönborn erwähnte in seinem Kathpress vorliegenden Grußwort
die Konferenz der Staaten, die den Atomwaffenverbotsvertrag
unterzeichneten, vor wenigen Wochen in Wien. "Das Thema ist aktueller
denn je, seit Russland seine Atomwaffen in Alarmbereitschaft gesetzt
hat. Die Angst vor einem neuen Atomkrieg ist spürbar." Trotz des
Wissens um die katastrophale Wirkung dieser Vernichtungswaffen würden
die großen Atommächte weiter aufrüsten - und noch mehr Staaten, die
nukleare Sprengsätze entwickeln, kämen hinzu. "Wie viel Hunger auf
der Welt könnte mit dem Geld gelindert werden, das für die Wartung
und Entwicklung von Atomwaffen verschwendet wird!", wandte sich der
Wiener Erzbischof gegen "eine der grausamsten Erfindungen des
Menschen".
((forts. mgl.)) RME/GPU
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