- 26.07.2022, 13:03:34
- /
- OTS0086
EU-Gipfel: AK für Reduktion des Gasverbrauchs
AK Expertin Herzele: „Versorgungssicherheit muss auch Energie-Leistbarkeit umfassen“
Utl.: AK Expertin Herzele: „Versorgungssicherheit muss auch
Energie-Leistbarkeit umfassen“ =
Wien (OTS) - Im Mittelpunkt des heutigen Sondertreffens der
Energieminister:innen steht der Vorschlag der EU-Kommission, wonach
die Mitgliedstaaten ihre Gasnachfrage zwischen 1. August 2022 und 31.
März 2023 um 15 Prozent senken sollten. In einem ersten Schritt
freiwillig, im Falle des Ausrufens eines EU-weiten Notfalles („union
alert“) sollte diese Vorgabe verpflichtend werden. „Energiesparen ist
besonders in der derzeitigen Energiekrise das Gebot der Stunde“, so
AK Energieexpertin Dorothea Herzele. Daher müssen die Mitgliedstaaten
zumindest darlegen, wer welchen Beitrag zum Einsparen zu leisten hat.
Österreich sollte sich dafür einsetzen.
Begonnen werden muss, wo viel Gas verbraucht wird, wie bei der
Industrie und dort, wo auf die Gasversorgung leichter verzichtet
werden kann, wie z.B. bei beheizten Schwimmbädern. Schon länger
fordert die AK eine Energiesparkampagne für Haushalte und kleine
Betriebe. Menschen brauchen konkrete, unabhängige Informationen, wie
und wo Energie eingespart werden kann. Nicht nur bei Gas, sondern
auch bei Strom und Wärme.
Angesichts der enorm steigenden Preise für Strom, Gas und Fernwärme
bedeutet Versorgungssicherheit auch, dass sich Haushalte und
Industrie Energie leisten können. Griechenland legt beim
Energieminister:innentreffen dafür einen wichtigen Vorschlag auf den
Verhandlungstisch, der auch von der AK unterstützt wird: Griechenland
fordert Maßnahmen, um den Strompreis vom Gaspreis zu entkoppeln.
Spanien und Portugal zeigen es vor. In diesen Ländern ist der
Strompreis gesunken und derzeit nur halb so hoch wie im Rest von
Europa. Österreich sollte den Vorschlag Griechenlands für eine
EU-weite Lösung zur Trennung der Strompreise vom Gaspreis daher
unterstützen und vorantreiben.
„Der griechische Vorschlag geht in die richtige Richtung. Denn wir
haben keine Strommarktkrise, sondern eine Gasmarktkrise. Wenn es
gelingt, dass das teure Gaskraftwerk nicht mehr den Preis für den
Strom bestimmt (Merit-Order-System), sinkt der Strompreis deutlich.“
so AK Expertin Herzele. Da der Strompreis einer der maßgeblichen
Inflationstreiber ist, hätte dies auch eine inflationsdämpfende
Wirkung. Eine EU-weite Regelung wirkt sich damit auch positiv auf die
Gesamtwirtschaft aus und stärkt den Euro.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW






