- 13.07.2022, 13:50:24
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Kärntner Wirtschaft: Getrübte Aussichten
Noch ist die Auftragslage gut, aber die Sorgen um Teuerung und Gasversorgung werfen ihre Schatten auf die Konjunkturerwartungen der Kärntner Unternehmen.
Utl.: Noch ist die Auftragslage gut, aber die Sorgen um Teuerung und
Gasversorgung werfen ihre Schatten auf die
Konjunkturerwartungen der Kärntner Unternehmen. =
Klagenfurt (OTS) - Die 16. Kärntner Investitions- und
Konjunkturkonferenz (KIKK) spiegelte heute Vormittag die unsichere
Situation der europäischen Wirtschaft wider. Bei diesem Format
informieren Vertreter aller Kärntner Branchen die Spitzen der
Landespolitik über die aktuelle Situation der Betriebe und die
Erwartungen für die nächsten Monate. Noch ist die Auftragslage bis in
den Herbst hinein gut, aber das Wirtschaftsklima für die kommenden
zwölf Monate wird deutlich negativ eingeschätzt und liegt auf
demselben Niveau wie zum Ausklang der Finanzkrise 2009 und zu während
der Corona-Pandemie 2021.
„Den Unternehmerinnen und Unternehmern in diesem Konglomerat von
hohen Energie- und Rohstoffpreisen, Lieferkettenproblemen und
Arbeitskosten Perspektiven zu geben, ist sehr herausfordernd“, fasste
Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl die Ergebnisse der
Konjunkturumfrage in der Kärntner Wirtschaft zusammen. Eine Reduktion
der Gasversorgung und die weitere Verteuerung von Energie werde
lediglich zu einer Abschwächung der Wirtschaftsleistung in letzten
Quartal heuer und im ersten Quartal 2023 führen, ein völliger
Gasstopp führe hingegen zu einer „extremen Herausforderung“, warnte
Mandl.
Bei der Landespolitik ist die Botschaft angekommen. „Wir müssen uns
auf die Situation einstellen, damit wir diese neue Ära gut
durchtauchen“, betonte Landeshauptmann Peter Kaiser nach der
Konferenz. Er zählte eine Reihe von Maßnahmen auf, mit der die
Politik durch verstärkte öffentliche Aufträge etwa im Baubereich und
bei der Energiewende gegensteuern will: „Wir müssen den Energiemix
schneller verändern und neben der Fotovoltaik ebenso bei der
Windkraft klare Akzente setzen.“ Auch die Koralmbahn werde man als
Chance in einer immer engeren Zusammenarbeit mit der Steiermark
nutzen. Kaiser: „Die Landesregierung wird sich gemeinsam mit den
Sozialpartnern und den Bürgerinnen und Bürgern mutig und mit offenem
Visier den Herausforderungen stellen!“
Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig unterstrich, man gehe
aus der Konferenz mit einer eindeutigen To-do-Liste — „nicht mit
einer kärntnerischen Tua-du-Liste“ -— heraus. Sie nannte Forschung
und Entwicklung mit einem Fokus auf Kreislaufwirtschaft und
Digitalisierung als Schwerpunkte. Dazu werde man auch entsprechende
Fördermodelle anbieten, um die Transformation zu unterstützen. Im
Bereich Arbeit gelte es, möglichst viele Menschen fit für den
veränderten Arbeitsmarkt zu machen. In der Bauwirtschaft setzt das
Land verstärkt auf öffentliche Investitionen etwa im Hoch- und
Straßenbau, kündigte Schaunig an: „Die Zeiten werden uns viel
abverlangen, was wir im Schulterschluss aller relevanten Kräfte in
Kärnten bewältigen werden.“
Auf klare Konzepte und offene Kommunikation setzt Wirtschafts- und
Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig: „Wir können uns angesichts
der Unsicherheiten nicht auf das Prinzip Hoffnung verlassen: Wenn es
nicht funktioniert, gibt es ein wirtschaftliches Desaster, und ich
möchte nicht, dass wir eine Zeit erleben, in der der soziale Friede
in Frage gestellt wird.“
Herwig Draxler, der Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der
WK, fasst die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zusammen: Das
Wirtschaftswachstum schwäche sich zunehmend ab, WIFO und IHS würde im
kommenden Jahr nur mehr mit 1,5 Prozent rechnen. Als positives
Zeichen wertete Draxler die anhaltende Stärke des privaten Konsums
und die stabilen Exporte. Außerdem würden zwei Drittel der
Unternehmen an ihren geplanten Investitionen in den kommenden zwölf
Monaten festhalten.
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