- 30.06.2022, 14:59:10
- /
- OTS0205
Ein wertvoller Lebens- und Naturraum wird noch attraktiver und sicherer
Lokalaugenschein mit Bundesminister Totschnig und Landesrat Gantner beim Hochwasserschutzprojekt an der Bregenzerach
Utl.: Lokalaugenschein mit Bundesminister Totschnig und Landesrat
Gantner beim Hochwasserschutzprojekt an der Bregenzerach =
Bregenz (OTS) - Im großen Hochwasserschutzprojekt am Unterlauf der
Bregenzerach wurde mit der Fertigstellung des Abschnitts zwischen
Bodenseemündung und Harder Brücke ein erster Meilenstein gesetzt.
Bundesminister Norbert Totschnig und Landesrat Christian Gantner
besuchten gemeinsam mit den Verantwortlichen des Wasserverbandes
Bregenzerach am Donnerstag, 30. Juni, das Projektgebiet und zeigten
sich dabei vom Ergebnis der mehrjährigen Arbeiten beeindruckt: „Die
Bregenzerachmündung ist durch dieses Hochwasserschutzprojekt
ökologisch aufgewertet und als Lebens- und Erholungsraum noch
attraktiver und sicherer geworden.“
„Der Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser hat für mich höchste
Priorität. Mit dem gelungenen Hochwasserschutz- und Lebensraumprojekt
Bregenzerach sorgen wir im Einklang mit der Ökologie für den
nachhaltigen Schutz der Bevölkerung in den Gemeinden Bregenz, Hard,
Kennelbach, Lauterach und Wolfurt. Gleichzeitig sichern wir die
Trinkwasserversorgung in diesem für das Land Vorarlberg so wichtigen
Siedlungs- und Wirtschaftsraum. Das Bundesministerium hat mit einem
Gesamtanteil von rund 85 Prozent, mit über 10 Millionen Euro den
Löwenanteil der Finanzierung gestemmt und damit die erfolgreiche
Umsetzung des Vorhabens ermöglicht“, so Minister Totschnig.
Stellvertretend für die fünf Gemeinden des Wasserverbandes
Bregenzerach Unterlauf dankte Obfrau Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel
den Beteiligten am Projekt sowie den Bürgerinnen und Bürgern: „Die
Arbeit der vergangenen Jahre ist ein Gewinn für Hochwasserschutz,
Ökologie und Freiraum an der Bregenzerach. Zudem ist das Projekt ein
gutes Beispiel, wie auch in herausfordernden Situationen gemeinsam
gute Lösungen gefunden und umgesetzt werden können.“
Auf der Bregenzer Flussseite wurde der Damm saniert und der
Notüberlauf der Abwasserreinigungsanlage neu verlegt. Von Oktober
2020 bis Ende März 2021 wurden 22.000 Tonnen Steinschlichtung, 14.500
m2 Bentonitmatten zum Abdichten des Damms und 4.500 m2 Biberschutz
verlegt. Auf Harder Seite wurde der Damm 30 Meter landeinwärts
verlegt. Die Ufersicherung erfolgte über Buhnen aus Flussbausteinen,
die größtenteils vorhanden waren und wiederverwendet werden konnten.
Auch anderes Material wurde auf der Baustelle aufbereitet und wieder
eingebaut. Die Bauarbeiten auf Harder Seite dauerten von September
2021 bis April 2022.
Dadurch ist das Flussbett der Bregenzerach zwischen Harder Brücke
und Bodensee deutlich breiter und die Abflusskapazität bei Hochwasser
gesteigert worden. Hochwasser und Natur haben durch die neue Lage des
Dammes viel mehr Raum. Das Besondere dabei: Wie der Mündungsbereich
konkret aussieht, bestimmt die Bregenzerach künftig selbst – es ist
ein dynamischer, lebendiger Flussraum entstanden. Für die Fische ist
eine Fischtreppe in der Sohlrampe entstanden, die auch bei
Niedrigwasser funktioniert.
Die neuen Dammflächen wurden auf Initiative des Wasserverbandes
Bregenzerach jeweils von Schulklassen aus verschiedenen Gemeinden
gemeinsam mit GärtnerInnen bepflanzt. Stieleiche, Schwarzerle,
Holunder, Silberweise und Schneeball sind einige der insgesamt fünf
verschiedenen Baum- und acht Strauchsorten, welche die Grundlage für
einen neuen Auwald bilden.
Ein speziell entwickeltes Wegekonzept ermöglicht es, die
Besonderheiten der Natur im Mündungsgebiet der Bregenzerach besser
und rücksichtsvoller zu erleben. Aussichtsplattformen unterstützen
beim Beobachten von Details und Stimmungen, Infotafeln geben
wertvolle Hinweise. Rücksichtnahme auf die Natur war und ist wichtig,
betonte Landesrat Gantner: „Manche Bereiche brauchen Ruhe. Im
Gegenzug sind die Ufer jetzt auf beiden Seiten in vielerorts besser
begehbar – ein wertvoller Beitrag für die Naherholung am Wasser.“
Gemeinsam mit Minister Totschnig dankte Gantner allen Beteiligten
des Wasserverbandes Bregenzerach sowie den Planern und ausführenden
Firmen für die gelungene Umsetzung der Maßnahmen und gratulierte,
dass der Kostenrahmen gehalten und der Bauzeitplan sogar noch
beschleunigt werden konnte. Zugleich informierten sie sich über die
geplante Fortführung des Projekts entlang der Bregenzerach in den
fünf Anrainergemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und
Wolfurt. Die Vorbereitungen für das nächste Baulos zwischen Harder
Brücke und Wehr Kennelbach haben mit Unterstützung der Abteilung
Wasserwirtschaft des Landes bereits begonnen. Die großen
Umweltprüfungen sind abgeschlossen, derzeit laufen Voruntersuchungen
u.a. für Limnologie und Ökologie. Sobald die Ergebnisse daraus
vorliegen, wird die Gesamtplanung für das Baulos in Auftrag gegeben.
Mit einem Baubeginn ist frühestens im Jahr 2025 zu rechnen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVL






