- 12.06.2022, 13:11:46
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Landau zu Teuerungen: Entlastung muss rasch erfolgen
Caritas-Präsident im Kathpress-Interview: Teuerungen sind bereits voll bei den Menschen in Österreich angekommen - "Die Menschen brauchen jetzt Entlastung und nicht irgendwann"
Utl.: Caritas-Präsident im Kathpress-Interview: Teuerungen sind
bereits voll bei den Menschen in Österreich angekommen - "Die
Menschen brauchen jetzt Entlastung und nicht irgendwann" =
Wien (KAP) - Caritas Präsident Michael Landau hat am Sonntag
gegenüber Kathpress bekräftigt, dass eine wirksame Entlastung vor dem
Hintergrund einer Rekord-Inflation und starker Teuerungen bereits
jetzt und nicht erst im Herbst kommen müsse. Er begrüße in diesem
Zusammenhang auch die entsprechenden Aussagen von Ministerin Leonore
Gewessler in der ORF-Pressestunde am Sonntag.
Landau wörtlich: "Wir sehen es in unseren 56 Sozialberatungsstellen
und bei Lebensmittelausgaben landauf und landab: Die Teuerungen sind
bereits voll bei den Menschen in Österreich angekommen. Wenn wir
jetzt die stärkste Inflation seit 40 Jahren erleben, müssen wir auch
mit dem stärksten Sozialstaat auf diese Situation antworten."
Was es dringend brauche, sei ein "Rettungsschirm, der vor Armut
schützt", so der Caritas-Präsident: "Wir müssen Sozial- und
Familienleistungen jetzt armutsfest ausgestalten, sonst drohen breite
Bevölkerungsschichten in Armut abzurutschen."
Landau warnte auch vor dem Hintergrund der aktuell laufenden
Regierungsverhandlungen in Sachen Anti-Teuerungspaket: "Die Zeit
drängt. Allein in Wien haben von Jänner bis April um 30 Prozent mehr
Menschen um Hilfe in unserer Caritas - Sozialberatungsstelle
angefragt als 2021." Ein Negativtrend, der sich auch in anderen
Bundesländern zeige. "Die Menschen brauchen jetzt Entlastung und
nicht irgendwann", so Landau.
Soforthilfe und langfristige Lösungen
Konkret fordert die Caritas zum einen weitere Soforthilfen, es
brauche andererseits aber auch langfristige Lösungen. "Um jetzt rasch
zu helfen, fordern wir eine außerordentliche Anpassung der Sozial-
und Familienleistungen bereits mit 1. Juli und einen Ausgleich für
den Wertverlust der vergangenen Jahre", so Landau. So sei etwa die
Familienbeihilfe nur sporadisch und unzureichend erhöht worden; das
letzte Mal 2018. Steigen würden dabei aber auch Mindestpensionen,
Pflegegeld und Hilfen bei Mietkosten und Energie.
Langfristig wünscht sich die Caritas "weniger Gießkanne und mehr
zielgerichtete und nachhaltige Unterstützungen". Landau: "Die
Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm festgehalten, Armut
in Österreich halbieren zu wollen, dafür muss die Sozialhilfe NEU
wieder zu einer echten Mindestsicherung werden, die an der
Wirklichkeit der betroffenen Menschen ansetzt, etwa wo es um die
Wohnkosten geht."
Außerdem brauche es eine jährliche Valorisierung der Sozial- und
Familienleistungen. Und es dürfe keine Tabus geben, so der
Caritas-Präsident. "Der Familienbonus, von dem heute vor allem Gut-
und Besserverdiener profitieren, und die Familienbeihilfe könnten
zusammengezogen und zu einer echten Kindergrundsicherung
weiterentwickelt werden. Dabei darf auch der gesellschaftliche
Mittelstand nicht vergessen werden. Zusätzlich ausreichend
flächendeckende Kinderbetreuungsplätze und ein verpflichtetes 2.
Kindergartenjahr würden ebenfalls helfen."
((forts. mgl.)) GPU
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