• 19.05.2022, 14:58:49
  • /
  • OTS0191

Empfang zur Osterzeit für Kirchen und Religionen im Bundeskanzleramt

Erste Begegnung dieser Art seit Beginn der Pandemie - Kultusministerin Raab und Bischofskonferenz-Vorsitzender Lackner betonen ausgezeichnetes Verhältnis von Staat, Kirche und Religionen in Österreich

Utl.: Erste Begegnung dieser Art seit Beginn der Pandemie -
Kultusministerin Raab und Bischofskonferenz-Vorsitzender
Lackner betonen ausgezeichnetes Verhältnis von Staat, Kirche
und Religionen in Österreich =

Wien (KAP) - Auf Einladung von Bundesministerin Susanne Raab hat
erstmals ein "Empfang zur Osterzeit" mit zahlreichen Vertretern der
Kirchen und Religionsgesellschaften stattgefunden. Die Begegnung in
Präsenz am Donnerstag im Bundeskanzleramt war die erste dieser Art
seit Beginn der Pandemie, die neben den Herausforderungen durch den
Krieg Russlands gegen die Ukraine ein Hauptthema war. Sowohl
Kultusministerin Raab, als auch der Vorsitzende der
Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, gingen in ihren
Ansprachen darauf ein. Beide betonten dabei das ausgezeichnete
Verhältnis von Staat, Kirche und Religionen in Österreich. Dieses
habe sich nicht zuletzt in der Pandemie und den damit verbundenen
nötigen Einschränkungen bei der Religionsausübung auf Basis von
gemeinsamen Vereinbarungen sehr bewährt.

Wie die Ministerin beim Empfang betonte, gehöre der Großteil der
österreichischen Bevölkerung einer Kirche oder Religionsgemeinschaft
an: "Religion ist in der Mitte der Gesellschaft verankert und hat
einen sehr hohen Stellenwert." Die Ministerin lobte die gute
Zusammenarbeit mit den Glaubensgemeinschaften in der Bekämpfung der
Corona-Pandemie. Kirchen und Religionen würden sich bewähren in der
sinnstiftenden Begleitung von Menschen, aber auch in deren Bildung.
Ausdrücklich würdigte Raab die Kirchen und Religionsgemeinschaften
bei der Hilfe für Menschen, die aus dem Krieg in der Ukraine
flüchteten.

Menschen müssten oft aus unterschiedlichen Gründen ihre Heimat
verlassen, einer davon sei Verfolgung aufgrund religiöser
Überzeugung. Die Ministerin verwies darauf, dass Christen hier
weltweit die größte betroffene Gruppe sind. Der weltweite Einsatz für
Religionsfreiheit sei für sie als Kultusministerin ein zentrales
Anliegen, genauso wie die Zusammenarbeit des Ministeriums und des
Kultusamtes mit den Glaubensgemeinschaften: "Wir sind für Sie da, wir
haben ein offenes Ohr und eine ausgestreckte Hand zur
Zusammenarbeit", versicherte Raab ihren Gästen.

Begegnung nach "Ausnahmezustand"

Erzbischof Lackner dankte in seiner Ansprache für die Einladung zu
einer Begegnung im größeren Rahmen, nachdem alle zwei Jahre einer Art
"Ausnahmezustand" hinter sich hätten, in der das Gesundheitssystem an
seine Grenzen gebracht, aber auch das gesellschaftliche Gefüge auf
die Probe gestellt worden seien. "Die Pandemie war für uns alle mit
Opfern verbunden. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich einmal
in eine leere Kirche hineinpredigen würde, und doch war das zu Ostern
2020 Realität", erinnerte sich der Salzburger Erzbischof.

Seither habe sich die Lage durchaus verbessert und man dürfe einen
hoffnungsvollen Blick in die Zukunft wagen. "Dennoch: Die
Herausforderungen der Pandemie sind noch nicht vorüber; immer noch
herrschen Unstimmigkeiten und Misstrauen. Unsere Aufgabe als
Religionsgemeinschaften sehe ich hier über die Bemühungen im guten
Beispiel, in der Vermittlung Gegensätze auszugleichen, wie auch in
der Versöhnung und Heilung der Spaltungen", betonte der Vorsitzende
der Bischofskonferenz.

Die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden Österreichs hätten
sich aus Sicht der Katholischen Kirche "äußerst positiv" gestaltet,
führte Lackner weiter aus. So sei es wichtig gewesen, die Bekämpfung
des Corona-Virus gemeinsam, mit den je eigenen Möglichkeiten
anzugehen, obwohl dieses Vorgehen nicht ohne Kontroversen geblieben
sei. "Es war und ist jedoch die Überzeugung der Österreichischen
Bischofskonferenz, die Entscheidungen der Politik, die auf Basis
wissenschaftlicher Expertisen getroffen wurden und werden, nach
bestem Wissen und Gewissen mitzutragen", bekräftigte deren
Vorsitzender.

Neue Bewährungsprobe Ukrainekrieg

"All das scheint jedoch in weite Ferne gerückt angesichts des Krieges
in der Ukraine, den wir nun seit fast drei Monaten mit Entsetzen
verfolgen", führte der Erzbischof weiter aus und sagte: "Wir sind
konfrontiert mit dem Leid der Menschen, das durch den russischen
Angriff verursacht wurde." Gleichzeitig werde man "Zeugen einer
immensen, alle Grenzen überschreitenden Solidarität". Im Helfen liege
auch der Auftrag der Kirche, denn "gerade im Angesicht der Leidenden
begegnet uns auch heute der Auferstandene". Gleichzeitig dankte der
Episkopats-Vorsitzende für die staatlichen Hilfestellungen und
Unterstützungen für Geflohenen. "Auch hier hat sich eine positive
Kooperation der Religionsgemeinschaften mit dem Staat gezeigt, die
eine umfassende Hilfe und Versorgung ermöglicht."

Das generell gute Auskommen habe aber auch seine Grenzen, merkte der
Erzbischof an und sagte: "Die Einführung des assistierten Suizids
etwa ist eine Entscheidung, die wir als katholische Kirche zwar
hinnehmen müssen; dennoch möchte ich dies auch an dieser Stelle
sagen: Wir können dazu nicht Ja sagen. Das dürfen wir nicht und
wollen wir auch nicht." Es bleibe in dieser Frage ein "friedlicher
Dissens". Positiv hob der Erzbischof den beschlossenen Ausbau der
Palliativversorgung in Österreich hervor, "dessen entschlossene
Umsetzung wir erhoffen und unterstützen".

Mehr: https://www.kathpress.at/goto/meldung/2146275

((ende)) PWU/RME/HKL
Copyright 2022, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel