• 12.05.2022, 17:50:08
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  • OTS0231

Erzbischof Lackner trifft Klimaschutzministerin Gewessler

Erstes ausführliches Gespräch des Vorsitzenden der Bischofskonferenz im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie - Klimakrise und Krieg in der Ukraine im Zentrum des Gesprächs

Utl.: Erstes ausführliches Gespräch des Vorsitzenden der
Bischofskonferenz im Bundesministerium für Klimaschutz,
Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie -
Klimakrise und Krieg in der Ukraine im Zentrum des Gesprächs =

Wien (KAP) - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ist am
Donnerstag in seiner Funktion als Vorsitzender der Österreichischen
Bischofskonferenz erstmals mit Klimaschutzministerin Leonore
Gewessler (Grüne) zusammengetroffen. Lackner und Gewessler sprachen
im Anschluss an die Begegnung im Bundesministerium für Klimaschutz,
Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie unisono von
einem "wertschätzenden und konstruktiven Gespräch". Zentrale Themen
dabei waren die gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen gegen die
Klimakrise und für eine Energiewende. Beides habe durch den Krieg in
der Ukraine und die Abhängigkeit Österreichs von Erdgas aus Russland
eine zusätzliche Brisanz erhalten.

Wie Erzbischof Lackner gegenüber Kathpress erklärte, habe er der
Klimaschutzministerin die kirchlichen Maßnahmen für den Schutz von
Umwelt und Klima erläutert. So haben sich alle österreichischen
Diözesen in Umsetzung der päpstlichen Enzyklika "Laudato si" auf
konkrete Projekte zur Energiewende verpflichtet. Daneben gebe es
inzwischen klare Kriterien für eine ethische und ökologische
Veranlagung kirchlicher Finanzmittel. "Als konkretes Beispiel habe
ich auf ein von der Kirche getragenes Kleinkraftwerk am Almkanal
hingewiesen, das die Zentralstellen der Erzdiözese mit Strom
versorgt", so der Salzburger Erzbischof. "Die Umweltministerin setzt
zudem hohe Erwartungen in die Kirche bei der Schaffung eines
nachhaltigen Lebensstils, den wir brauchen werden, um die
Energiewende zu schaffen."

Auch die im vorigen Jahr beschlossenen gesetzlichen Änderungen bei
der Suizidbeihilfe waren ein Thema beim Antrittsbesuch des
Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Dabei habe er, Lackner, gegenüber
Gewessler, ausgeführt, dass die Kirche beim assistierten Suizid
grundsätzlich nicht mitkönne. Gleichzeitig sei man der Regierung
dankbar, dass es im Zuge des neuen Gesetzes auch zu einem Ausbau und
einer Absicherung von Hospiz- und Palliativangeboten gekommen sei.

Staat und Kirche seinen gleichermaßen bei der Aufnahme und
Integration von Flüchtlingen gefordert, so Lackner weiter. Der
Bischofskonferenz-Vorsitzende bezeichnete es in diesem Zusammenhang
als positiv und angemessen, dass die Politik vieles unternehme, um
Geflüchteten aus der Ukraine im Sinne einer "gebotenen
Nachbarschaftshilfe" bestmöglich zu unterstützen. Zur Sprache kamen
auch die vielfältigen Maßnahmen gegen die Pandemie, wo es auch
Einschränkungen und "Opfer" für Kirche und Gläubige gegeben habe.
Insgesamt seien die notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen aber ein
Beispiel für die "gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche"
gewesen, hielt der Episkopats-Vorsitzende nach dem Treffen mit der
Klimaschutzministerin fest, die so wie er selbst aus der
Oststeiermark stammt.

Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit

"Im Kampf gegen die Klimakrise und am Weg raus aus der Abhängigkeit
von fossilem Öl und Gas müssen wir alle gemeinsam an einem Strang
ziehen", betonte die Umweltministerin gegenüber Kathpress und sagte:
"Gerade auch Vertreter und Vertreterinnen der Kirchen, Religions- und
Glaubensgemeinschaften sind dabei wichtige Partner. Uns alle eint der
Schutz unseres Lebensraums auf dieser Erde, damit nicht nur wir,
sondern auch unsere Kinder und Enkelkinder hier noch ein gutes Leben
führen können."

Bei den notwendigen Klimaschutzmaßnahmen dürfe man die soziale Ebene
nicht aus dem Blick verlieren, führte Gewessler aus und erwähnte die
spürbaren Belastungen vieler Haushalte durch die angestiegenen
Energie- und Heizkosten. "Darauf weisen auch die Kirchen zu Recht
immer wieder hin." Deshalb gebe es auch eine staatliche Unterstützung
für all jene, die sich den Tausch zu einer klimafreundlichen Heizung
nicht leisten können, "gezielt und treffsicher mit bis zu 100 Prozent
Förderung". Gewessler resümierend: "Klimaschutz und soziale
Gerechtigkeit gehören einfach zusammen."

Erzbischof Lackner wurde vor zwei Jahren als Nachfolger von Kardinal
Christoph Schönborn zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt.
In diesem Amt vertritt er die Katholische Kirche gegenüber dem Staat
und hat damit eine Schlüsselfunktion in den Beziehungen von Staat und
Kirche inne.

((ende)) PWU/PER
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