• 12.05.2022, 09:36:06
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  • OTS0053

ÖAMTC-Umfrage zu Fahrassistenzsystemen und automatisiertem Fahren (+Fotos)

Interesse für elektronische Helfer vorhanden, Vertrauen nur teilweise

Utl.: Interesse für elektronische Helfer vorhanden, Vertrauen nur
teilweise =

Wien (OTS) - Die Zahl der Fahrassistenzsysteme in Autos hat in den
vergangenen Jahren stetig zugenommen. Dabei handelt es sich nicht nur
um Komfort-Features, sondern vor allem auch um sicherheitsfördernde
Unterstützungen (wie z. B. Notbremsassistenten), deren Wirksamkeit
einen stetig wachsenden Anteil in der Bewertung der
EuroNCAP-Crashtests einnimmt. ÖAMTC-Tests belegen immer wieder den
Sicherheitsgewinn solcher Assistenzsysteme. "Die hohe Anzahl an
Signalen, die diese Systeme laufend aussenden, können aber auch zur
Überforderung und zu Fehlreaktionen hinter dem Steuer führen", weiß
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Aus Sicht des
Mobilitätsclubs ist eine breite Akzeptanz von Fahrerassistenten ein
wichtiger Schritt in Richtung mehr Verkehrssicherheit. Daher hat der
ÖAMTC zu diesem Thema im April eine Umfrage unter 860 Mitgliedern
durchführen lassen.

Die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) zeigt sich für das Thema
Fahrassistenzsysteme und automatisiertes Fahren "sehr" oder "eher
interessiert". Als primäre Informationsquelle dient dabei das
Internet (55 Prozent), gefolgt von Autosendungen im Fernsehen (47
Prozent), Fachzeitschriften (38 Prozent) und persönlichen Gesprächen
(29 Prozent). Ganze 84 Prozent geben an, dass ihr Fahrzeug über ein
Assistenzsystem verfügt. Zu den häufigsten gehören Rückfahrkameras
(70 Prozent), Tempomat (63 Prozent) und intelligente Lichtsysteme (46
Prozent). Die Mehrheit der Befragten (64 Prozent) sagt, sie kennt
alle Signale ihres Fahrzeugs. Ein beachtliches Drittel der Befragten
gibt jedoch an, die Symbole/Hinweiszeichen im eigenen Auto nur
teilweise zu kennen.

Altbekanntes Motto trifft zu: "Vertrauen ist gut – Kontrolle
ist besser"

Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) empfindet Assistenzsysteme als
"sehr" oder "eher vertrauenswürdig", 35 Prozent vertrauen ihrem Auto
teilweise, elf Prozent haben weniger bis gar kein Vertrauen darin.
"Generell gibt es eine hohe Zufriedenheit hinsichtlich des schnellen
Eingreifens der Systeme und man fühlt sich bestätigt, dass der Kauf
dieser eine gute Entscheidung war. Nicht ganz so überzeugt sind die
Menschen, ob ihre Assistenzsysteme Gefahrensituationen lösen oder
mitunter eher hervorrufen. Kritisiert wird am häufigsten das schroffe
Eingreifen der Assistenzsysteme", berichtet Marion Seidenberger über
die Erfahrungen der befragten Personen. Rund ein Drittel erlebte
mehrmals Falschreaktionen des Fahrzeugs. Dazu zählen hauptsächlich
akustische Fehlwarnungen (52 Prozent), fälschliche Notbremsungen (45
Prozent) und nicht notwendige Lenkeingriffe (27 Prozent).

Abschließendes Fazit der Verkehrspsychologin: "Einerseits ist
weiterhin Aufklärungsarbeit wichtig – um die Akzeptanz von
Fahrassistenzsystemen allgemein zu steigern, aber auch um das
Bewusstsein zu schaffen, dass man sich keinesfalls blind auf seine
Helferlein im Auto verlassen darf. Beim Kauf eines Fahrzeugs sollte
man sich die Assistenzsysteme am besten vom Verkäufer erklären lassen
oder die Bedienungsanleitung konsultieren. Andererseits sind die
Fahrzeughersteller gefordert, ihre Systeme so zuverlässig wie möglich
zu machen. Fehlauslösungen können im schlimmsten Fall zu Unfällen
führen oder die Akzeptanz der Assistenten schmälern, das muss
unbedingt vermieden werden – auch als wichtiger Schritt in Richtung
automatisiertes Fahren."

Ab Juli: Verpflichtende Assistenzsysteme für neu typisierte Pkw

Ab Juli 2022 müssen neue Pkw-Typen bei der Fahrzeugtypenzulassung
bestimmte Assistenzsysteme für mehr Sicherheit vorweisen.
Vorgeschrieben sind dann laut EU-Verordnung unter anderem ein
Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Rückfahr-, Spurhalte- und
Notbremsassistenten, Müdigkeitswarner und eine Schnittstelle für
Alkohol-Wegfahrsperren.

Aviso: Allgemeines Bildmaterial zu Fahrassistenzsystemen steht unter
www.oeamtc.at/presse zum Download zur Verfügung.

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