- 11.05.2022, 16:12:18
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AK Wien Vollversammlung (2): Jugend verdient Respekt!
AK fordert leichteren Zugang zur Staatsbürgerschaft, bessere Bildung und mehr Mitsprache für Junge.
Utl.: AK fordert leichteren Zugang zur Staatsbürgerschaft, bessere
Bildung und mehr Mitsprache für Junge. =
Wien (OTS) - Unter dem Titel „Jugend verdient Respekt“ wurde auf der
177. Vollversammlung der AK Wien ein breites Paket an Maßnahmen unter
Einbeziehung von jungen Menschen diskutiert und verabschiedet.
Corona-Pandemie, Klimakatastrophe, Krieg in Europa und eine
galoppierende Teuerung. Das sind trübe Zukunftsaussichten – nicht
nur, aber speziell für junge Menschen. „Drei Viertel der 16- bis
25-Jährigen fühlen sich und ihre Interessen von der Politik nicht
gehört. Noch höher liegt der Welt unter Schüler:innen, Lehrlingen und
Jugendlichen aus finanziell schwieriger Lage“, sagt Martina
Zandonella vom Institut SORA. „Mitbestimmung gilt als Privileg der
Alteingesessenen und Bessergestellten“.
+ Besonders dramatisch ist der Faktor fehlendes Wahlrecht. Der
Integrations- und Diversitätsmonitor der Stadt Wien zeigt, dass in
Wien 30 Prozent der Wohnbevölkerung kein Wahlrecht haben, besonders
stark betroffen davon sind junge Menschen. Das Wiener
Arbeitnehmer:innenparlament fordert daher einen leichteren Zugang zur
Staatsbürgerschaft: Junge Menschen sollen bereits nach 5 Jahren die
Möglichkeit haben, die Staatsbürgerschaft zu erhalten, wenn sie in
Österreich geboren sind.
Maria Marchici, Wiener Landesschulsprecherin betonte, wie wichtig
Investitionen im Bildungsbereich sind: „Schon vor dem monatelangen
Distance Learning, durch das unzählige junge Menschen den Anschluss
verloren haben, gab es riesigen Handlungsbedarf in Sachen Soziale
Gerechtigkeit und leistbare Bildung. Es darf nicht sein, dass die
Einkommen der Eltern darüber entscheiden, ob es Nachhilfe gibt oder
man auf Schikurs mitfahren kann!“. Doch die Ressourcen seien
ungerecht verteilt: „Während die Politiker:innen dieses Landes
Milliarden in die Hand nehmen um Unternehmen zu retten, werden die
Kindergärten, Schulen, Lehrbetriebe und Universitäten vergessen.“
+ Die AK Wien fordert daher von der Bundesregierung eine umfassende
Initiative zur Schließung von Bildungslücken, sowie eine Erhöhung der
Studienbeihilfen. Notwendig ist auch eine vollfinanzierte
Psychotherapie und ausreichend Plätze dafür.
Lorenzo Agbogbe, Bundeskoordinator der
Berufsschüler:innen-Vereinigung, betonte wie wichtig AK & ÖGB für
junge Menschen sind und richtete einen Appell an das
Arbeitnehmer:innenparlament: „Es sind auch heute noch
Gewerkschafter:innen, die uns dabei unterstützen, jungen Menschen zu
zeigen dass Demokratie und Mitbestimmung nicht am Wahltag enden.“ Von
der Vollversammlung forderte er: „Seien Sie Advokat für unsere
Generation! Wann auch immer Sie die Chance haben, junge Menschen
mitentscheiden zu lassen, ergreifen Sie sie!“
ÖGJ-Vorsitzender Richard Tiefenbacher verwies auf die Situation der
Lehrlinge, auf die in der Pandemie oft vergessen wurde: „Sie wurden
bei den Förderpaketen der Regierung nicht erwähnt, bekamen keine
Corona-Selbsttests. Unser Lehrausbildungssystem ist europaweit hoch
angesehen, aber die Regierung schenkt der Lehre kaum Aufmerksamkeit“.
+ In Bildungseinrichtungen, in Lehrbetrieben und der Arbeitswelt
müssen Mitgestaltungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge
Menschen geschaffen und ausgebaut und mit Leben erfüllt werden,
fordert die AK. Demokratie endet weder an Werks- noch an Schultoren.
Den angenommen Antrag zum Jugendrespektpaket findet sich in Kürze
online auf https://wien.arbeiterkammer.at/vollversammlung
(Forts)
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