- 25.04.2022, 14:34:43
- /
- OTS0138
AK Diskussion zur Gesundheitsversorgung: Her mit der Patient:innenmilliarde!
Sechs Keyfindings aus der heutigen Diskussion über die österreichische Gesundheitsversorgung
Utl.: Sechs Keyfindings aus der heutigen Diskussion über die
österreichische Gesundheitsversorgung =
Wien (OTS) - Wie verhindert man monatelange Wartezeiten auf einen
Arzttermin? Wie kann es zu Verbesserungen im österreichischen
Gesundheitssystem kommen? Im Rahmen des Projekts „So muss
Sozialstaat“ hat die AK Wien eine Diskussion zum Thema „Her mit der
besten Gesundheitsversorgung“ organisiert. Die Keyfindings aus der
Debatte, an der neben AK Experten Wolfgang Panhölzl, ÖGK-Obmann
Andreas Huss, Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres, Sigrid Pilz von
der Patient:innenanwaltschaft und der Dossier-Journalist Florian
Skrabal teilnahmen:
+ Her mit der Patient:innenmilliarde!
Während Privatversicherungen hohe Gewinne machen, weil sie rund eine
Milliarde mehr an Beiträgen bekommen als sie an Leistungen
ausschütten, hat die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) zu wenig
Mittel. Bei der ÖGK fehlt dieser Betrag, unter anderem, weil sie mehr
Geld für Privatspitäler aufwenden muss.
+ Das Land braucht Kassenärzt:innen!
Derzeit steigt vor allem die Zahl der Wahlärzt:innen – mittlerweile
liegt sie bei über 10.000. Kassenarztstellen können nicht überall
besetzt werden, bei manchen Untersuchungen muss man sich auf lange
Wartezeiten einstellen. Ganz besonders drastisch ist die Situation
bei Gynäkolog:innen und Kinderärzt:innen.
+ Mehr Primärversorgungseinheiten!
In solchen Zentren sollte die Versorgung gebündelt werden, nicht nur
ärztliche Leistungen, sondern auch Wunderversorgung und Therapien
sollten dort angeboten werden. Neben Ärzt:innen sollen hier auch
medizinische Fachkräfte arbeiten, etwa diplomierte Gesundheits- und
Krankenpfleger:innen. Der Ausbau geht allerdings sehr schleppend
voran: 2021 hätte es bereits mehr als 70 Primärversorgungszentren
geben sollen, derzeit sind es aber nur knapp über 30. Auch für Kinder
braucht es solche Primärversorgungszentren.
+ Mehr Vorsorge, bessere Behandlung von chronisch Kranken!
Derzeit ist das System auf Reparaturmedizin ausgerichtet, nicht auf
Prävention und Leidminimierung. Das führt zu massiven Folgekosten.
Auch bei chronischen Erkrankungen gibt es Aufholbedarf. Nur 15% der
Diabetiker:innen sind in umfassender Betreuung, jedes Jahr kommt nur
ein Prozentpunkt dazu. Allerdings ist Österreich im Spitzenfeld bei
diabetes-bezogenen Amputationen. „Das wäre mit integrierter
Primärversorgung zu verhindern“, sagt AK Experte Wolfgang Panhölzl.
+ Bessere Daten, mehr Transparenz und verbindliche Planung!
In vielen Bereichen tappt die Gesundheitsversorgung im Dunkeln. Es
fehlen Daten, etwa zu Häufigkeit von Erkrankungen, von
Behandlungserfolgen, oder aktuell zur Situation von Menschen, die an
Long Covid leiden. Die Gesundheitssteuerung ist in Österreich immer
noch intransparent, Entscheidungen können nicht nachvollzogen werden,
weil sie nicht öffentlich gefällt werden. Zusätzlich braucht es eine
bedarfsorientierte verbindliche Gesundheitsplanung.
+ Keine Klassenmedizin!
Denn im besten Sozialstaat der Welt darf die Gesundheitsversorgung
nicht vom Geldbörserl abhängig sein.
Die Diskussion, die von Falter-Redakteurin Nina Horaczek moderiert
wurde, kann unter wien.arbeiterkammer.at/somusssozialstaat
nachgesehen werden.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW






