- 22.04.2022, 13:54:47
- /
- OTS0130
„kulturMontag“: Venedig-Biennale, Amadeus Austrian Music Awards, neuer TaW-Intendant Stefan Herheim live im Studio
Danach: Porträt „Barbra Streisand – Geburt einer Diva“ und Musicalverfilmung „Funny Girl“ zum 80. Geburtstag
Utl.: Danach: Porträt „Barbra Streisand – Geburt einer Diva“ und
Musicalverfilmung „Funny Girl“ zum 80. Geburtstag =
Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am
25. April 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 widmet sich dem designierten
Intendanten des Theaters an der Wien und seinen Plänen: Stefan
Herheim, der sein neues Amt im September antritt, spricht live zu
Gast im Studio über seine Visionen für das Opernhaus. Weiters befasst
sich die Sendung u. a. mit der am Wochenende startenden 59.
Kunst-Biennale in Venedig und wirft einen Blick auf die bevorstehende
Verleihung der diesjährigen Amadeus Austrian Music Awards (29. April,
22.20 Uhr, ORF 1), bei der neben arrivierten Künstlergrößen auch
Newcomer wie die beiden Wiener Rapper Eli Preiss und Bibiza nominiert
sind.
Anschließend an das Kulturmagazin steht die Dokumentation „Barbra
Streisand – Geburt einer Diva“ (23.15 Uhr) zum 80. Geburtstag der
Künstlerin (24. April) auf dem Programm, gefolgt von der 1968
entstandenen Musicalverfilmung „Funny Girl“ (0.00 Uhr) mit Barbra
Streisand und Omar Sharif. Diese ist bereits am Samstag, dem 23.
April, um 9.05 Uhr in ORF 2 zu sehen.
Ein Artus-Typ und Tausendsassa – Stefan Herheim, der neue Chef am
Theater an der Wien
Als Intendant mag er noch ein Neuling sein, im Musiktheaterbetrieb
gilt er schon längst als gefeierter Opernregisseur, der schon so
manchen Skandal ausgelöst hat. Stefan Herheim folgt Roland Geyer im
September als neuer Chef des Theaters an der Wien. Nun hat der
gebürtige Osloer und Wahl-Berliner Wien zu seinem künftigen
Lebensmittelpunkt auserkoren. Als Regisseur gilt er als
Bilderstürmer, der den ganzen Theaterbetrieb in Anspruch nimmt, aber
auf stimmige Rahmenbedingungen achtet. Der 52-jährige Norweger
schätzt den runden Tisch, er sei „ein Artus-Typ“, der am liebsten im
Kollektiv arbeitet. Herheim liebt das Experiment, aber auch
„vernachlässigte Gattungen“, wie die Operette, die am Theater an der
Wien entstand und geprägt wurde. Und selbstverständlich großes
Musiktheater, das es in seiner Ära auch für die Kleinen geben soll.
Als Neo-Manager will der künstlerische Tausendsassa auf
Identifikation und Motivation setzen. Auf sein neues Haus muss er
noch zwei Jahre verzichten, wird es doch seit März um rund 60
Millionen Euro generalsaniert. Da Zusperren keine Option war, ist die
Halle E im Museumsquartier ab Herbst sein Ausweichquartier für große
Formate im Monatsrhythmus. Am 23. April verrät Stefan Herheim bei
einer Pressekonferenz seine Pläne. Clarissa Stadler begrüßt den
Neo-Intendanten live im Studio.
„Milk of Dreams“ – Die 59. Biennale in Venedig
Unter dem surreal anmutenden Titel „Milk of Dreams“ nach dem
gleichnamigen Buch der 2011 verstorbenen Surrealistin Leonora
Carrington präsentiert sich die älteste Kunstschau der Welt in ihrer
59. Ausgabe unbeschreiblich weiblich. Pandemiebedingt mit knapp einem
Jahr Verspätung setzt die Biennale in Venedig unter der Leitung von
Cecilia Alemani einen Frauenschwerpunkt. Mehr als das, denn 180 der
213 vertretenen Künstler/innen sind Frauen oder nonbinäre Menschen
und viele davon geben ihr Biennale-Debüt. Große Fragen der Erde
sollen heuer im Mittelpunkt stehen, geht es doch um nicht weniger als
den Zustand der Menschheit, ihr Verhältnis zum Planeten und um
Visionen einer posthumanen Welt. Die Schau gruppiert sich um drei
Themenblöcke: die Darstellung von Körpern und deren Metamorphosen,
die Beziehung zwischen Individuen und Technologien und die Verbindung
zwischen den Körpern und der Erde. Auch Kunst prominenter
Österreicherinnen, wie u. a. der 1994 verstorbenen Pop-Art-Frontfrau
Kiki Kogelnik oder der 2003 verstorbenen Zeichnerin und Fotografin
Birgit Jürgenssen, ist im internationalen Teil vertreten. Ebenso ist
Österreichs Länder-Pavillon mit dem Duo Jakob Lena Knebl / Ashley
Hans Scheirl und ihren „Begehrensräumen“ unter dem Motto „Invitation
of the Soft Machine and Her Angry Body Parts“ stark besetzt. Mit dem
Goldenen Löwen wird die Düsseldorfer Bildhauerin Katharina Fritsch
geehrt. So viel Weiblichkeit war noch nie zwischen dem Arsenale und
den Giardini zu entdecken.
Amadeus Austrian Music Awards 2022 – Preise für Newcomer Eli Preiss
und Bibiza?
Am 29. April dreht sich im Wiener Volkstheater alles um die Amadeus
Austrian Music Awards: In insgesamt 14 Kategorien, vom Album des
Jahres bis zu Pop/Rock, werden die Preise verliehen und damit der
Scheinwerfer auf die Vielfalt, die Kreativität und das Talent der
heimischen Musikszene gerichtet. Während Austropop-Größe Boris
Bukowski bereits fix für sein Lebenswerk geehrt wird, matchen sich
zum-Beispiel beim Song des Jahres u. a. Raf Camora mit Bilderbuch,
beim Album des Jahres u. a. Ina Regen mit Josh. (außer am 29. April
freitags als „Starmania“-Juror ab 20.15 Uhr in ORF 1), und in der
Rubrik Hip Hop / Urban stechen die Jungstars Eli Preiss und Bibiza
hervor, die an diesem, von Conchita Wurst moderierten Abend auch für
den FM4-Award nominiert sind. Beide sind sie erst Anfang 20, haben
schon im Alter von zwölf Jahren die Musik für sich entdeckt und
sorgen für frischen Wind in Österreichs Hip-Hop-Szene. Erst vor
Kurzem sind die erfolgreichen Wiener Rapper gemeinsam im
Ernst-Happel-Stadion bei dem Benefizkonzert für die Ukraine vor rund
45 000 Menschen aufgetreten. Jetzt gehen sie in gleich zwei
Kategorien ins Rennen um den Amadeus Austrian Music Award.
Dokumentation „Barbra Streisand – Geburt einer Diva“ (23.15 Uhr)
Sie ist die Königin der Musikindustrie, des Broadways und des New
Hollywood – und feiert am 24. April ihren 80. Geburtstag: Barbra
Streisand, die letzte große „American Songbook“-Diva, hat viele
Künstlerinnen nach ihr, wie Madonna, Beyoncé oder Lady Gaga, geprägt.
Als perfektionistisches Multitalent steht sie in der Tradition der
singenden, tanzenden und schauspielenden Hollywoodstars.
1942 als Tochter einer jüdischen Familie wurde Barbara Joan Streisand
in Brooklyn, New York geboren. Ihr Vater, ein jüdischer Lehrer, starb
15 Monate nach ihrer Geburt. Als sie ein junges Mädchen war, hielten
ihre Mutter und ihr Stiefvater sie für nicht hübsch genug für die
Bühne. Doch sie ließ sich nicht beirren und setzte sich auch später
in einer Männerdomäne durch. Nicht von ungefähr nannte ihre
Großmutter sie wegen ihres Dickkopfs schon als Kind „farbren“, was
auf Jiddisch so viel wie „brennend“ bedeutet. Nachdem Streisand
versucht hatte, als Sängerin in New Yorker Nachtclubs Fuß zu fassen,
bekam sie mit 19 ihre erste Rolle im Broadway-Musical „I Can Get It
for You Wholesale“. Mit 21 veröffentlichte sie ihr erstes Studioalbum
– „The Barbra Streisand Album“. Auch im Filmgeschäft konnte die
vielseitige Künstlerin beispiellose Erfolge feiern: Filmmusicals wie
„Funny Girl“ und „Hello, Dolly!“, Komödien wie „Is' was, Doc?“ und
Dramen wie „So wie wir waren“ wurden dank ihr zu großen
Publikumserfolgen. Mit eigenen Regiearbeiten wie „Yentl“ und „Der
Herr der Gezeiten“ etablierte sich „die Streisand“ auch als
Regisseurin hinter der Kamera.
Mit ihrer Mezzosopran-Stimme und ihrem Aussehen, das nicht dem
gängigen Schönheitsideal entsprach, schrieb sie ein ganz eigenes
Kapitel der Unterhaltungsgeschichte. Barbra Streisand verkörperte
eine neue Art von Attraktivität und vor allem ein neues Bild des
weiblichen Stars: frei, unangepasst und stark. Damit ebnete sie den
Weg für die Künstlerinnen der Girl-Power-Bewegung. Ihre
Erfolgsbilanz: mehr als 60 Alben, 20 Filme als Schauspielerin, drei
Spielfilme als Regisseurin und unzählige Shows in der ganzen Welt.
Die 2015 entstandene Dokumentation von Nicolas Maupied verfolgt den
Lebensweg der Diva bis zum Höhepunkt ihrer Karriere in den 1980er
Jahren, als Barbra Streisand zum ersten weiblichen Megastar wurde.
Der Film beleuchtet den Werdegang einer Ikone, die sich bis heute für
die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzt.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF






