- 21.04.2022, 13:50:47
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Zum 85. Geburtstag der Schauspielikone: „dokFilm: Dr. Jack – Mr. Nicholson“ am 24. April in ORF 2
Am 7. Mai: „Was das Herz begehrt“
Utl.: Am 7. Mai: „Was das Herz begehrt“ =
Wien (OTS) - Wenn er sein Lächeln aufsetzt, kann ihm niemand
widerstehen. Aber aus seinen Augen unter den markant gebogenen Brauen
blitzt immer wieder etwas Gefährliches auf. Ob er in „Shining“ in
einem verlassenen Hotel die Axt schwingt und blanken Horror
verbreitet, in „Die Hexen von Eastwick“ Cher, Susan Sarandon und
Michelle Pfeiffer seinem teuflischen Charme erliegen, er als Joker
seine mimischen Trümpfe gegen Batman ausspielt oder noch im Alter den
Charmeur gibt: Jack Nicholson ist stets glaubwürdig. Mit drei Academy
Awards ausgezeichnet und zwölf Oscar-Nominierungen bedacht zählt die
Schauspielikone zu den Hollywood-Giganten schlechthin. Mehr als fünf
Jahrzehnte dauerte Nicholsons Karriere an – seit 2010 stand er nicht
mehr vor der Kamera –, doch trotz seiner Prominenz ist er ein
Mysterium geblieben. Anlässlich seines 85. Geburtstags (am 22. April
2022) zeichnet die Dokumentation „Dr. Jack – Mr. Nicholson“ von
Emmanuelle Nobécourt – zu sehen im „dokFilm“ am Sonntag, dem 24.
April 2022, um 23.05 Uhr in ORF 2 – das Porträt eines Maßlosen, der
in seiner Kunst stets über Grenzen geht, privat aber seiner
Einsamkeit nicht entrinnen kann.
Am Samstag, dem 7. Mai, zeigt ORF 1 um 22.05 Uhr die kultige
Romantikkomödie „Was das Herz begehrt“ mit Jack Nicholson an der
Seite von Diane Keaton.
Mehr zum Inhalt von „Dr. Jack – Mr. Nicholson“:
Mit 17 Jahren setzt sich Jack Nicholson in sein auf Kredit gekauftes
Auto, um sein Zuhause in New Jersey hinter sich zu lassen. Sein Ziel:
Hollywood. Er will Filmstar werden und landet als Laufbursche in den
Animationsstudios Hanna-Barbera. Er lernt die Abläufe in der
Traumfabrik kennen, bald ergattert er erste kleine Rollen in Film und
Fernsehen. Doch niemand scheint wirklich auf Jack Nicholson gewartet
zu haben – er ist einfach nicht perfekt genug für das Hollywood der
1950er Jahre. Vor allem: Er weiß selbst nicht, für welches Rollenfach
er am besten taugt. Frustriert will er sich ganz hinter die Kamera
zurückziehen. Das psychedelische Drehbuch „The Trip“, das Nicholson
schreibt, wird mit zwei Stars des Neuen Hollywood verfilmt: Peter
Fonda und Dennis Hopper. Zwei Jahre später steht er mit den beiden
vor der Kamera: „Easy Rider“ wird zum Kultfilm, der das
Einhundertfache seiner Produktionskosten einspielt und ihm seine
erste Oscar-Nominierung einbringt.
Der Erfolg macht Jack Nicholson selbstsicher, er hat die Courage,
seine Abgründe auszuloten und seine Dämonen auf die Leinwand zu
bringen. Und dies macht er zusehends unbarmherzig. Bei den
Dreharbeiten zu „Einer flog über das Kuckucksnest“ lässt ihm
Regisseur Miloš Forman viel Platz für Improvisation – und Nicholson
spielt nicht zuletzt auch sich selbst. „Ich bin immer mindestens zu
75 Prozent der Charakter, den ich darstelle“, sagt er einmal. Für
seine Rolle als aufbegehrender Unruhestifter und Gewalttäter in einer
Nervenheilanstalt erhält er seinen ersten Oscar. Auf den roten
Teppichen und für die Yellow Press pflegt Jack Nicholson sein Image
als exzessiver Superstar und Womanizer. Vor der Kamera dreht er noch
einmal an der Schraube: Sein perfides „Here’s Johnny“ im Horrorfilm
„The Shining“, seine zum mörderischen Grinsen gefrorene Fratze, jagt
dem Publikum eisige Schauer über den Rücken – und wird zur
popkulturellen Ikone.
Anfang der 1970er Jahre erschüttern die Enthüllungen eines
Journalisten das Privatleben Nicholsons schwer: Seine vorgebliche
Schwester ist tatsächlich seine leibliche Mutter. Es ist eine
besondere Ironie des Schicksals, dass Nicholson zu dieser Zeit gerade
eine Hauptrolle in Roman Polanskis Film „Chinatown“ spielt, der sich
wie eine Paraphrase auf sein Privatleben lesen lässt. Nicht nur vor,
auch abseits der Kamera ist der Schauspieler ein Getriebener. Halt
gibt ihm die lange Beziehung mit Anjelica Huston, die ihm aber
irgendwann die ungezählten Affären und One-Night-Stands nicht mehr
vergeben kann und ihn verlässt. 2010 hat Jack Nicholson seine letzte
Kinorolle gespielt. Dennoch bezeichnet er sich nicht als
Hollywood-Rentner. Es ist anzunehmen, dass er ein Suchender geblieben
ist.
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