- 13.04.2022, 11:46:24
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Wissenschaftsminister Polaschek verleiht Staatspreis zur Förderung von Ersatzmethoden zum Tierversuch
Wien (OTS) - Der Staatspreis zur Förderung von Ersatzmethoden zum
Tierversuch 2021 wird an Doris Wilflingseder von der Medizinischen
Universität Innsbruck und Peter Ertl von der Technischen Universität
Wien verliehen.
Mit dem Preis werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten
gewürdigt, deren Ergebnisse bzw. Zielsetzung, die Vermeidung oder
Verminderung der Verwendung von Tieren in Tierversuchen oder die
Verbesserung der Bedingungen für die Zucht, Unterbringung, Pflege und
Verwendung von Tieren in Tierversuchen ist.
Wissenschaftsminister Martin Polaschek gratuliert: „Beide Preisträger
zeigen mit ihren Arbeiten, wie hervorragende wissenschaftliche
Forschung im wichtigen Bereich der Ersatzmethoden zum Tierversuch
gelingen kann. Der Preis soll die Forschenden bestärken, ihr
Engagement in der Ersatzmethodenforschung auch in Zukunft
fortzusetzen, und der Preis soll Aufmerksamkeit generieren, damit
sich mehr Forschende dieser Thematik widmen.“
Doris Wilflingseder erhält den Staatspreis für Ersatzmethoden zum
Tierversuch für ihre Publikation „C5aR inhibition of nonimmune cells
suppresses inflammation and maintains epithelial integrity in
SARS-CoV-2–infected primary human airway epithelia“. Als Alternative
zu Tiermodellen verwendet die Preisträgerin für ihre Forschungsarbeit
menschliche dreidimensionale Gewebemodelle zur Aufklärung von
überschießenden Entzündungsvorgängen insbesondere nach einer
SARS-CoV-2 Infektion.
Peter Ertl erhält den Staatspreis für Ersatzmethoden zum Tierversuch
für seine Publikation „A Microfluidic Multisize Spheroid Array for
Multiparametric Screening of Anticancer Drugs and Blood–Brain Barrier
Transport Properties“. Als Alternative zu Tierversuchen entwickelt
Peter Ertl Minigewebe auf Biochip Systemen („Organ on a chip System“)
um dadurch beispielsweise die Aufnahme und Wirkung von Medikamenten
in Zellen untersuchen zu können.
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt die Entwicklung von
Ersatzmethoden zum Tierversuch voranzutreiben und zu beschleunigen
und unter anderem die Auslobung des jährlichen Staatspreises zur
Förderung von Ersatzmethoden zum Tierversuch beschlossen.
Studien an Tieren sind im Bereich der Life-Sciences sowie in der
medizinischen Forschung nach wie vor unverzichtbar. Um beispielsweise
die Sicherheit von Arzneimitteln, Chemikalien oder Lebensmitteln zu
gewährleisten, aber auch in der medizinischen Grundlagenforschung,
ist ein vollständiger Ersatz von Tierversuchen durch validierte
Alternativen derzeit noch nicht möglich. Der Ersatz von Tierversuchen
durch alternative Methoden ist ein langfristiges Ziel,
festgeschrieben in der europäischen Tierversuchs-Richtlinie sowie dem
österreichischen Tierversuchsgesetz.
Der Staatspreis zur Förderung von Ersatzmethoden zum Tierversuch wird
vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
jährlich nach Vorschlag einer Fachjury für hervorragende
wissenschaftliche Arbeiten verliehen, deren Ergebnisse bzw.
Zielsetzung, im Sinne des „3R-Prinzips“ (replace, reduce, refine)
nach Russel und Burch (1959), die Vermeidung oder Verminderung der
Verwendung von Tieren in Tierversuchen oder die Verbesserung der
Bedingungen für die Zucht, Unterbringung, Pflege und Verwendung von
Tieren in Tierversuchen ist. Der Staatspreis ist mit 10.000 Euro
dotiert.
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