- 08.04.2022, 15:32:18
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Stiftsbibliothek Melk wird bis 2032 umfangreich saniert
LH Mikl-Leitner: „Große Verantwortung, das historische Erbe weiterzugeben“
Utl.: LH Mikl-Leitner: „Große Verantwortung, das historische Erbe
weiterzugeben“ =
St. Pölten (OTS/NLK) - Die Bibliothek im Stift Melk wird in den
kommenden Jahren saniert. Für die Restaurierung werden bis ins Jahr
2032 zwölf Millionen Euro investiert. Darüber informierten heute,
Freitag, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Abt Georg Wilfinger
und Erwin Hameseder, Präsident des Fördervereins „Ex litteris
immortalitas“, bei einem Pressegespräch im Kolomanisaal des Stiftes
Melk.
„Heute ist ein Tag, an dem wir einen Meilenstein setzen auf einer
langen und spannenden Reise für das Stift Melk. Eine Reise des
Miteinanders zwischen Stift Melk, dem Land Niederösterreich und dem
Förderverein. Eine Reise, wo wir uns vorgenommen haben, die
Bibliothek zu restaurieren“, informierte Landeshauptfrau Johanna
Mikl-Leitner, die auch Vorsitzende des Kuratoriums zur Restaurierung
der Bibliothek ist. „Die Arbeiten starten heuer und wenn alles gut
geht, soll die Reise im Jahr 2032 zu Ende sein. In unserer ersten
konstituierenden Sitzung haben wir nicht nur das Kuratorium
eingesetzt, sondern haben selbstverständlich auch einen
Gesamtüberblick über das Projekt bekommen. Und wir haben natürlich
den Beschluss gefasst, die erste Phase anzugehen.“
Die Renovierungsarbeiten werden in elf Etappen angelegt, die ersten
Arbeiten werden unter anderem die Fensterrestaurierung, die
Bücherreinigung und die Planung der Hochdruckvernebelungsanlage zur
Brandbekämpfung sein. „Die Kosten für den ersten Investitionsschritt
liegen bei 500.000 Euro. Seitens des Landes Niederösterreich
übernehmen wir gerne ein Viertel der Kosten und somit 125.000 Euro.
47 Prozent kommen auf das Stift, 15 Prozent auf den Bund und drei
Prozent auf die Stadt Melk“, erklärte die Landeshauptfrau. Die
restlichen zehn Prozent bringt der Förderverein auf. Man engagiere
sich, so Mikl-Leitner, weil es „eine ganz große Verantwortung ist,
das historische Erbe weiterzugeben“. Diese Bibliothek sei eine
geistige Kraftquelle, die inspiriert, motiviert und gerade in
schwierigen Zeiten Halt und Orientierung gibt. Zudem sei das Stift
ein Highlight des Kulturtourismus und die Denkmalpflege ein
wesentlicher Wirtschaftsimpuls.
Abt Georg Wilfinger sagte: „In der heutigen Zeit von Gräueltaten,
Krieg, menschlichem Elend und Flüchtlingen, in der das Stift Melk
einen großen Beitrag in der Flüchtlingshilfe leistet, gehören
Parallelen dazu.“ Eine Parallele sei die Bibliothek mit den 100.000
Büchern, 750 Inkunabeln und 1.800 Handschriften. „Unsere Bibliothek,
die dringend einer Sanierung und Restaurierung bedarf. Wir wollen
gemeinsam in den nächsten zehn, elf Jahren etwas dazu beitragen“,
führte der Abt weiter aus. Das Gesamtkonzept wurde mit allen
Beteiligten abgestimmt, der positive Bescheid vom Bundesdenkmalamt
liege bereits vor. Hauptsächlich werde in die bestehende Raumschale
und Ausstattung investiert. Neben Arbeiten an Böden, Wände, Decken,
Fenster und Türen werden die Ausstattungen aus Holz, Metall,
Architekturoberflächen und die Bücher instandgesetzt, restauriert und
ergänzt. Darüber hinaus werden der Brandschutz, das Fluchtwegekonzept
und das Raumklima verbessert. Die Kostenschätzung für sämtliche
Arbeiten beläuft sich auf zwölf Millionen Euro. Der
Bibliotheksbetrieb soll während der Arbeiten so gut wie möglich
weiterlaufen.
Erwin Hameseder sagte, er habe die Obmannschaft des Vereins Ex
litteris immoratalitas sehr gerne übernommen, nachdem Alexander Hauer
großartige Vorbereitungsarbeiten im Förderverein geleistet habe. „Wir
sind bereit, mit dem Kuratorium arbeiten zu können, mit dem Ziel,
Sponsorinnen und Sponsoren anzusprechen. Dieser Förderverein hat eine
einzigartige Aufgabe, der wir uns sehr gerne und mit Hingabe widmen
werden, nämlich viele aus der Bevölkerung anzusprechen, aber
natürlich aus einem Netzwerk der Wirtschaft ebenfalls Begeisterung zu
erzeugen, um uns bei der Restaurierung der einzigartigen Bibliothek
zu unterstützen.“ Dazu werde es im Verein ordentliche Mitglieder,
Unterstützer, Förderer und Gönner geben, der Unterschied liege in der
Beitragssumme. Man könne auch Patenschaften für einzelne Bücher oder
Buchserien übernehmen. Der Förderverein möchte „pro Jahr 100.000
Euro, über die Jahre insgesamt jedenfalls 1,2 Millionen Euro, also
zehn Prozent, beitragen“, so Hameseder.
Weitere Informationen: www.stiftmelk.at/restaurierung,
Benediktinerstift Melk, [email protected], 02752/555
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