- 05.04.2022, 08:08:44
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Heimische Landwirtschaft bangt, aber Großhändler plant Ausweitung der Fleisch-Importe
Interne Unterlagen zeigen, dass KASTNER-Konzern nun wieder verstärkt auf südamerikanisches Rindfleisch setzt, interner Widerstand von Mitarbeiter*innen verhallt offenbar ungehört
Die zunehmende Rohstoff-Knappheit in ganz Europa wirkt sich auch auf die österreichische Landwirtschaft negativ aus. Während in manchen Branchen die Produktionskapazitäten eingeschränkt werden müssen, explodieren in anderen die Preise. Gut für die Landwirtschaft? Nicht wirklich, meinte kürzlich der Chef der Rinderbörse, denn das Fleisch wird dadurch immer teurer. Die Landwirtschaft bangt also um ihre Kund*innen.
In dieser Situation müssen die neuen Pläne des heimischen Großhandels-Giganten KASTNER wie eine schallende Ohrfeige wirken. Wie interne Unterlagen zeigen, die der Initiative oekoreich von einer KASTNER-Mitarbeiterin exklusiv zugespielt wurden, plant das 200-Millionen-Unternehmen gerade jetzt eine Offensive bei südamerikanischem Rindfleisch. Roastbeef, Rinderfilet und andere Fleischteile sollen demnach in Kürze offensiv beworben werben.
Großer Widerspruch zu Nachhaltigkeits-Initiative
Wie die Mitarbeiterin meinte, wäre interner Widerstand gegen die Importfleisch-Pläne gescheitert. Der Konzern würde im Widerspruch zu seiner Nachhaltigkeits-Initiative handeln und die eigene hochgehaltene „Corporate Social Responsibility“ konterkarieren. Wieso gerade in einer Krisensituation auf das Billigfleisch aus Südamerika gesetzt wird, bleibt offen. Auch auf mehrfache oekoreich-Rückfrage hin wollte sich KASTNER dazu nicht äußern.
„Während die heimische Landwirtschaft bangt, startet KASTNER offenbar eine Importfleisch-Offensive. Fleisch aus fragwürdigen südamerikanischen Quellen zu verkaufen ist nie eine gute Idee, aber gerade jetzt ist es in mehrfacher Hinsicht schädlich und schändlich. Der Konzern sollte seine eigenen Worte ernstnehmen und aufhören Sachen zu verkaufen, die allen schaden, nur weil irgendwer bereit ist dafür zu bezahlen
“, so Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich, Nachfolgerin des Tierschutzvolksbegehrens.
Ein Unternehmen, das so stark mit Regionalität und Nachhaltigkeit wirbt, sollte ein Vorreiter sein und die Billig-Importe nicht auch noch ausweiten. Auch wenn KASTNER von der Intransparenz in der Gastronomie bislang profitieren mag, sollte sich das Unternehmen stattdessen lieber für eine verpflichtende Lebensmittel-Kennzeichnung einsetzen und seinen erheblichen Einfluss entsprechend nutzen, fordert die Bürgerinitiative oekoreich.
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