• 24.03.2022, 08:17:02
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Abschluss der „Zukunftsdiskussionen“ zur neuen Landesstrategie im Stift Melk

LH Mikl-Leitner: „Ein Zeichen, dass wir gemeinsam an der Zukunft arbeiten“

Utl.: LH Mikl-Leitner: „Ein Zeichen, dass wir gemeinsam an der
Zukunft arbeiten“ =

St.Pölten (OTS) - Der Flughafen Wien-Schwechat, der Festivalstandort
Grafenegg, das IST Austria in Klosterneuburg, die Kasematten in
Wiener Neustadt und am gestrigen Mittwochabend das Stift Melk: Diese
ganz besonderen Orte des Bundeslandes waren die Austragungsorte der
fünf „Zukunftsdiskussionen“ im Rahmen des Prozesses zur neuen
Landesstrategie Niederösterreich 2030. Mit internationalen
Expertinnen und Experten wie dem ehemaligen deutschen Vizekanzler
Sigmar Gabriel, die ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding oder die
erste Rennstall-Leiterin in der Formel 1, Monisha Kaltenborn, wurde
dabei über die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft
diskutiert. Zur abschließenden Zukunftsdiskussion in Melk konnte
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gestern die Direktorin des
Jüdischen Museums in Wien, Danielle Spera, sowie den Autor und
Juristen Ferdinand von Schirach begrüßen.

Vor rund einem Jahr habe man den Startschuss für die neue
Landesstrategie unter dem Motto „Mein Land denkt an morgen“
gestartet, erläuterte die Landeshauptfrau eingangs: „Ein Prozess, der
einzigartig ist in Österreich, und der so gestaltet ist, wie wir das
in Niederösterreich für wichtig und richtig erachten: auf Basis
wissenschaftlicher Fakten, mit Einbindung der Bevölkerung sowie
nationaler und internationaler Expertinnen und Experten und
parteiübergreifend im Miteinander aller in der Landesregierung
vertretenen Parteien. Es ist dies ein Zeichen, das wir gemeinsam an
der Zukunft arbeiten.“

„Wir alle stehen unter dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse in
der Ukraine. Der Krieg ist zurück in Europa“, hielt Mikl-Leitner
fest. Gleichzeitig verspüre man auch eine „Welle der
Hilfsbereitschaft“, und darum wolle sie heute auch „allen, die hier
helfen, von den Einsatzorganisationen bis hin zur Zivilbevölkerung,
ein großes Danke sagen“. Die Landeshauptfrau: „Wir alle spüren es:
Heute ist nichts mehr so wie es einmal war. Die Herausforderungen
werden nicht weniger, sie werden mehr.“ Dabei gebe es kurzfristige
Herausforderungen zu bewältigen, wie die Hilfe für die flüchtenden
Menschen: „Daher haben wir in Niederösterreich die Plattform
,Niederösterreich hilft‘ ins Leben gerufen, damit alle Hilfsangebote
auch rasch ankommen.“ Darüber hinaus gebe es aber auch mittelfristige
Herausforderungen, wie etwa die Auswirkungen des Krieges auf
Beschäftigung, Wirtschaft, Inflation und Energie, und auch
langfristige Herausforderungen: „Und dafür brauchen wir eine klare
Strategie, eine klare Landesstrategie 2030“.

Im Prozess zur neuen Landesstrategie bearbeite man drei
Zukunftsfelder, so die Landeshauptfrau weiters: „Christoph Badelt
bearbeitet den wissenschaftlichen Teil, Peter Filzmaier den Bereich
der Bürgerbeteiligung und Steffi Burkhart das Zukunftsfeld der
opinion leader.“ In diesem Bereich sei man durch die fünf
Zukunftsdiskussionen mit spannenden Persönlichkeiten ins Gespräch
gekommen, stellte sie fest. Im Bereich der Bürgerbeteiligung werde es
nun von Mai bis Juli fünf Regionalveranstaltungen geben, um die
Ergebnisse der von Peter Filzmaier durchgeführten Bürgerbefragung mit
Verantwortungsträgern aus den Regionen zu diskutieren. Der Abschluss
ist für den 9. Oktober geplant, an diesem Tag soll ein großer
„Zukunftsreport“ im Rahmen einer Veranstaltung im Festspielhaus St.
Pölten präsentiert werden.

Im Anschluss an das Statement der Landeshauptfrau führten die
Moderatoren Nina Kraft und Gustav Dressler durch die Diskussion mit
den beiden Gästen.

Der aus Deutschland angereiste Autor Ferdinand von Schirach
erläuterte zunächst seinen Bezug zum Stift Melk, das er bereits als
17-jähriger besucht hatte. In der Diskussion mit den Moderatoren ging
es vor allem um das Verhältnis von Recht und Moral bzw. Recht und
Gerechtigkeit. Unter Bezugnahme auf den Krieg in der Ukraine betonte
er: „Was wir gerade erleben, jetzt im Moment, ist etwas, was es nur
zu Anfang der EU gegeben hat. Wir werden angegriffen, wir stehen
plötzlich zusammen und halten unsere Werte hoch.“

„Mir war wichtig, die große österreichische jüdische Geschichte zu
erzählen, und auch das, was Jüdinnen und Juden für unser Land getan
haben“, sagte Danielle Spera zu ihrer Arbeit als Direktorin des
Jüdischen Museums in Wien. Vor allem auch mit jungen Menschen erlebe
sie immer wieder „viele spannende Diskussionen“, betonte sie, „wie
unglaublich engagiert die jungen Menschen sind“. Die ehemalige
ORF-Journalistin hob auch den Wert der Bildung hervor: „Das
Wichtigste ist, was wir unseren Kindern mitgeben. Nur so können wir
langfristig etwas bewegen.“

Ergänzend zu den beiden Gästen vor Ort in Melk wurden an diesem Abend
auch Videostatements von internationalen „opinion leadern“
eingespielt: zum einen von der Innovationsexpertin Eva Kirchberger,
zum anderen von Angus Robertson, schottischer Minister und ehemaliger
Korrespondent der BBC in Wien.

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