- 16.03.2022, 09:50:16
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Bereits fünf Journalisten in Ukraine getötet
Der Österreichische Journalist*innen Club verurteil einmal mehr den Angriffskrieg Putins in der Ukraine, bei dem immer mehr Unbeteiligte ums Leben kommen
Utl.: Der Österreichische Journalist*innen Club verurteil einmal
mehr den Angriffskrieg Putins in der Ukraine, bei dem immer
mehr Unbeteiligte ums Leben kommen =
Wien (OTS) - Aus aktuellem Anlass möchten wir neuerlich alle
zuständigen Institutionen und Gremien zur Beendigung der Gewalt in
der Ukraine aufrufen und darauf hinweisen, dass die Tötung von
Journalisten sowie anderer Zivilisten auf das Schärfste verurteilt
wird.
Am Sonntag wurde der amerikanische Journalist Brent Renaud (†50) in
Irpin von Schüssen tödlich getroffen, am Montag gerieten drei
Journalisten von Fox News (USA), ebenfalls in der Nähe von Kiew,
unter Beschuss. Zwei von ihnen sind tot, und zwar Kameramann Pierre
Zakrzewski (†55) und Producerin Oleksandra Kurschynowa (†24). Der
Dritte, Reporter Benjamin Hall (39), kämpft im Krankenhaus ums
Überleben. Er soll einen Teil seines Beins verloren haben.
Der amerikanische Nachrichtensender gab Zakrzewskis Tod am Dienstag
bekannt, das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigte später
auch Kurschynowas Tod. Zakrzewski war Kriegsfotograf, der in seiner
Tätigkeit für Fox News über fast alle Kriege der vergangenen Jahre
(Irak, Afghanistan, Syrien) berichtet hatte. „Seine Leidenschaft und
sein Talent als Journalist waren unübertroffen“, erklärte Fox News.
Der am Sonntag in der Ukraine getötete US-Journalist Brent Renaud war
immer wieder für die „New York Times“ und Fernsehsender wie HBO, NBC
und PBS tätig. Berichten zufolge ist er an einem Kontrollpunkt im
Kiewer Vorort Irpin unter Beschuss russischer Soldaten gekommen, sein
Kollege wurde verwundet und befindet sich in einem Kiewer Spital, so
Andrew Neebytov von der Nationalen Polizei der Ukraine. Als Beweis
postete der Polizeichef Fotos der Leiche, des amerikanischen Passes
und des Presseausweises von Renaud auf Facebook.
Der 50jährige Renaud aus Little Rock im US-Bundesstaat Arkansas war
ein mehrfach ausgezeichneter Filmemacher. Der stellvertretende
Chefredakteur der NYT, Cliff Levy, schreibt auf Twitter: „Die New
York Times ist zutiefst betrübt über den Tod des amerikanischen
Journalisten Brent Renaud in der Ukraine. Brent war ein talentierter
Fotograf und Filmemacher, aber er war nicht im Auftrag der New York
Times in der Ukraine.“
„Das ist schockierend und entsetzlich“, sagt US-Sicherheitsberater
Jake Sullivan zum Tod von Renaud. „Das ist Teil einer unverfrorenen
Aggression der Russen, die Zivilisten, Krankenhäuser, Orte des
Gebetes und Journalistengezielt angreifen.“
Nach Angaben der Menschenrechtsbeauftragten des ukrainischen
Parlaments, Ljudmila Denisowa, wurden seit Beginn des russischen
Einmarschs außerdem die beiden ukrainischen Journalisten Ewgeny Sakun
und Viktor Dudar getötet. Mehr als 30 weitere Journalisten seien
verletzt worden. Einer traurigen Bilanz von „Reporter ohne Grenzen“
zufolge sind damit heuer weltweit bereits 18 Journalisten und zwei
Medienmitarbeiter*innen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit ums Leben
gekommen. Im Vorjahr waren 36 Journalisten und 4 Medienmitarbeiter
bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden.
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