- 10.03.2022, 12:42:20
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Industrie zu EU-Gipfel: Unterstützung für bisherige Sanktionen, Gas-Lieferstopp wäre Katastrophe für Österreich
IV-Präs. Knill: Politik hat Gasversorgung sicherzustellen – EU-Kommissionspläne sind Wunschdenken – Basis für Wohlstand nicht aufs Spiel setzen
Utl.: IV-Präs. Knill: Politik hat Gasversorgung sicherzustellen –
EU-Kommissionspläne sind Wunschdenken – Basis für Wohlstand
nicht aufs Spiel setzen =
Wien (OTS) - „Wir stehen klar hinter den bisher beschlossenen
Sanktionen und verurteilen die Invasion in der Ukraine. Dennoch darf
ein Gas-Lieferstopp gerade von europäischer Seite nicht herbeigeredet
werden. Insbesondere nicht auf Basis unrealistischer Einschätzungen
wie der kürzlich präsentierten Pläne der Europäischen Kommission. Den
Gashahn von heute auf morgen so stark zu drosseln, hätte gravierende
Auswirkungen auf unser alltägliches Leben, unsere Energieversorgung
und unsere Wirtschaft“, betonte der Präsident der
Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill, am heutigen Donnerstag
vor dem EU-Sondergipfel sowie der Diskussion der EU-Staats und
-Regierungschefs über eine rasche Reduktion der Gaslieferungen aus
Russland. Der Plan der EU-Kommission, innerhalb eines Jahres die
Importe von Erdgas aus Russland um zwei Drittel zu reduzieren, komme
einem Wunschdenken gleich, insbesondere für Österreich. „Wir beziehen
rund 80 Prozent des Erdgases aus Russland. Die Vorstellung davon
binnen eines Jahres zwei Drittel zu reduzieren, entbehrt jeglicher
faktischen Grundlage“, so Knill. Die Politik sei vielmehr gefordert,
die Gaslieferungen aus Russland trotz der gegebenen politischen
Konflikte aufrechtzuerhalten. Knill: „In aller Deutlichkeit: Wir
können die Wirtschaft, wie wir sie kennen, ohne Gas aus Russland
nicht aufrechterhalten.“
Natürlich gehe es in den nächsten Jahren darum, die Energieversorgung
auf breitere Beine zu stellen. Ebenso brauche es einen verstärkten
Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Steigerung der
Energieeffizienz. „All das wird aber bei Weitem nicht ausreichen,
damit wir kurzfristig die enormen Mengen an russischem Gas ersetzen,
das seit Jahrzehnten nach Österreich fließt“, so Knill, der vor den
Konsequenzen eines Gas-Embargo eindringlich warnte: „Bei einem
Total-Ausfall der Gaslieferungen aus Russland binnen weniger Tage
kann die Versorgung zahlreicher produzierender Unternehmen mit
Energie für längere Zeit nicht mehr aufrechterhalten werden. Die
Folgen für Beschäftigte und ihre Familien, für Konsumenten, für
Unternehmen sowie das Land insgesamt wären verheerend“, warnte der
IV-Präsident. Ein Gas-Lieferstopp würde von der energieintensiven
Industrie bis zum KMU alle treffen. Produktion und Lieferketten wären
massiv gefährdet.
Die Industrie habe während der Pandemie eindrucksvoll bewiesen, dass
sie nicht nur der Anker für Stabilität und Garant für die
Versorgungssicherheit ist, sondern auch das volkswirtschaftliche
Rückgrat der Gesellschaft bildet. „Die Industrie und die mit ihr
verbundenen Sektoren haben Österreich nicht nur maßgeblich durch die
Corona-Krise getragen. Als Wachstumslokomotive haben die Unternehmen
aus diesen Bereichen im vergangenen Jahr zwei Drittel des Aufschwungs
erwirtschaftet und Arbeitsplätze gesichert“, so Knill, der
abschließend betonte: „Ohne Energie können die Unternehmen der
Industrie ihre wichtigen Funktionen für unsere Gesellschaft und für
unser Land nicht erfüllen.“
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