• 10.03.2022, 10:32:07
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VP-Mahrer/Walter ad Parkpickerl-Chaos in Wien: Immer mehr systematische Mängel – UNESCO Weltkulturerbe betroffen

Das Chaos rund um das Wiener Parkpickerl macht auch vor der Wiener Landwirtschaft und Heurigenkultur nicht Halt.

Utl.: Das Chaos rund um das Wiener Parkpickerl macht auch vor der
Wiener Landwirtschaft und Heurigenkultur nicht Halt. =

Wien (OTS) - Das seit 1. März 2022 auf ganz Wien ausgeweitete System
des Parkpickerls offenbart immer mehr planwidrige Mängel. Neben
massiven Problemen für Gastwirte, Handelsunternehmen und Fachkräfte,
melden sich nun auch die dadurch belasteten Wiener Landwirte zu Wort.
„Es ist international nahezu einzigartig, dass in einer
Millionenstadt knapp 700 landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt
sind. Für diese Betriebe wurde durch das Parkpickerl ohne
Notwendigkeit ein grober Wettbewerbsnachteil geschaffen“, so Stadtrat
Karl Mahrer.

Wiener Kulturgut und UNESCO Weltkulturerbe in Gefahr

Auch das traditionelle Wiener Kulturgut und UNESCO Weltkulturerbe der
Heurigen und Buschenschanken ist durch die Parkraumverwirtschaftung
der Stadt Wien in Gefahr. Die Gastwirtschaften werden hauptsächlich
durch Familien betrieben, die ihre Produkte in eigener Landwirtschaft
selbst herstellen und im Zuge der Heurigenwirtschaft Gästen anbieten.
Durch die Ausweitung des Parkpickerls wird es große Umsatzeinbußen
für unsere Heurigenwirtschaft geben. „Die Wiener Weinberge gehören
ebenso ins Stadtbild wie die Heurigenkultur, für die unsere
Hauptstadt auf der ganzen Welt bekannt ist. Wir sollten dieses
Kulturgut schützen und nicht runterwirtschaften“, so der designierte
Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, Karl Mahrer. Die Zufahrt
zu den meist in Außenbezirken angesiedelten Betrieben ist durch die
schlechte öffentliche Anbindung oft schwierig. Auch Familienfeiern
werden durch die 2-Stunden Parkzeit-Begrenzung vor den Heurigen fast
verunmöglicht. „Viele Gäste werden deshalb in andere Bundesländer
abwandern. Dadurch entgeht den Wiener Betrieben einiges an Umsatz,
den sie gerade nach der Covid-19 Pandemie so notwendig bräuchten“, so
der Obmann des Wiener Bauernbundes, Norbert Walter.

Hürden, Hindernisse und drohende Strafen

Doch nicht nur die Weinbauern sind aus Wien nicht mehr wegzudenken,
sondern auch die Gemüsebauern und Landwirte im Allgemeinen. Der
Großteil des Obst- und Gemüsebedarfs unserer Millionenstadt wird
allein durch die Wiener Gärtnerinnen und Gärtner gedeckt. Die Wiener
Landwirtschaft leidet massiv unter dem Parkpickerl. „So müssen sich
Simmeringer Gärtnerinnen und Gärtner, die bisher vor ihrem Haus im
Gärtnergebiet auf ihren Privatgrundstücken parkten, nun auch noch um
komplizierte Grundbuchsangelegenheiten kümmern. Das grenzt an
Schikane“, so der Bereichssprecher für Landwirtschaft, Norbert
Walter. Nur durch eine genaue Abgrenzung zwischen Privatgrund und
öffentlichem Grund können Anzeigen wegen falschen Parkens verhindert
werden. Diese Abgrenzung ist faktisch allerdings nicht so einfach und
wirft einige Fragen auf.

Doppelte Kosten für Parkpickerl für Traktoren

Eine weitere künstliche Hürde stellt das für Traktoren notwendige
„Zweitparkpickerl“ dar. Landwirten fallen neben dem Parkpickerl für
ihren eigenen PKW auch noch Kosten für das Parkpickel für ihre
landwirtschaftlich genutzten Traktoren an. Ein zweites Parkpickerl
kostet jedoch nicht 10 Euro pro Monat wie das erste Parkpickerl,
sondern 20 Euro. Für Landwirte mit Traktoren fallen also insgesamt 30
Euro pro Monat an Parkpickerl-Gebühren an. Das Abstellen von
Anhängern bei der Feldarbeit oder Ernte, außerhalb einer eigens
verordneten Ladezone, löst weitere Kosten aus. Hierfür muss
zusätzlich noch ein Parkschein gelöst werden.

Lebensrealitäten der Wienerinnen und Wiener nicht beachtet

„Das bröckelnde System des Wiener Parkpickerls offenbart immer mehr
Mängel. Die Wiener Stadtregierung hat mit der Ausweitung dieses
veralteten Systems den Wienerinnen und Wienern keinen Gefallen getan.
Die Lebensrealitäten der Bürgerinnen und Bürger wurden hier nicht
beachtet“, so Mahrer abschließend.

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