- 03.03.2022, 16:12:21
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Kirche: Regierungsspitze besuchte ukrainische Gemeinden in Wien
Bundeskanzler Nehammer, zahlreiche Regierungsmitglieder und weitere Vertreter der Politik in griechisch-katholischer Pfarre St. Barbara und orthodoxer Metropolis von Austria - Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls mit Menschen in der Ukraine, auf der Flucht und in Österreich
Utl.: Bundeskanzler Nehammer, zahlreiche Regierungsmitglieder und
weitere Vertreter der Politik in griechisch-katholischer
Pfarre St. Barbara und orthodoxer Metropolis von Austria -
Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls mit Menschen in der
Ukraine, auf der Flucht und in Österreich =
Wien (KAP) - Die Spitzen der österreichischen Regierung haben am
Donnerstagnachmittag in Wien die ukrainische griechisch-katholische
Zentralpfarre St. Barbara und die orthodoxe Metropolis von Austria
besucht. Angeführt wurde die Riege der Politikerinnen und Politiker
von Bundeskanzler Bundeskanzler Karl Nehammer, Vizekanzler Werner
Kogler und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Die Vertreterinnen
und Vertreter des offiziellen Österreich sprachen den Mitgliedern der
ukrainischen Gemeinden in Österreich aber auch den Menschen in der
Ukraine und auf der Flucht ihre Solidarität und ihr Mitgefühl aus.
Gekommen waren u.a. auch die Minister Alexander Schallenberg, Susanne
Raab, Martin Polaschek, Alma Zadic, Martin Kocher und
Staatssekretärin Andrea Mayer, weiters auch die Klubobleute August
Wöginger, Pamela Rendi-Wagner und Beate Meinl-Reisinger sowie
Vertreterinnen und Vertreter der Parlamentsparteien und der Stadt
Wien. Auch Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka nahmen an
dem Besuch teil, ebenso der Botschafter der Ukraine in Österreich,
Wassyl Chymynez.
Begrüßt wurden die Politiker zuerst vor der Barbara-Kirche vom
Ostkirchen-Generalvikar Yuriy Kolasa und Metropolit Arsenios
(Kardamakis). Generalvikar Kolasa dankte der Regierungsspitze im
Namen von Kardinal Christoph Schönborn für ihr Zeichen der Nähe mit
den Betroffenen bzw. Opfern des Krieges. Seit Tagen würden immer mehr
zivile Ziele, vor allem in den großen Städten, beschossen, sagte
Kolasa. Dies habe schon tausende Opfer gefordert, "einschließlich
Kindern, Frauen und älteren Menschen". In einigen, von der russischen
Armee umzingelten Gebieten seien die Menschen, vor allem Ältere, dem
Hungertod ausgeliefert. Kolasa: "Damit beginnt die humanitäre
Katastrophe im Land." Bereits mehr als eine Million Menschen sei auf
der Flucht.
Nach einem gemeinsamen stillen Gebet in der Barbara-Kirche
entzündeten die Regierungsvertreter Kerzen. Abgeschlossen wurde das
Gedenken mit einem Vater Unser. Im Anschluss an das Gebet in der
Kirche besuchten die Politiker die Räumlichkeiten der Pfarre St.
Barbara, in denen Spenden und Hilfsgüter gesammelt und direkt an die
slowakisch-ukrainische Grenze gebracht werden. Seit Tagen wird die
Hilfsgütersammelstelle von der Bevölkerung gestürmt, nicht nur von
Menschen mit ukrainischem Hintergrund.
Schließlich suchte die Regierung auch die griechisch-orthodoxe
Dreifaltigkeitskathedrale am Fleischmarkt auf, wo sie Metropolit
Arsenios nochmals herzlich in Empfang nahm. Nach einem stillen Gebet
und dem Entzünden von Kerzen traf die Regierung mit Mitgliedern der
ukrainischsprachigen Gemeinde zusammen, die zur Metropolis von
Austria gehört. Er danke der Regierung und den weiteren
Vertreterinnen und Vertretern der Politik für dieses starke Zeichen
der Solidarität, so Metropolit Arsenios in einer kurzen Ansprache.
Wie die Ukrainisch Griechisch-katholische Kirche hat auch die
Metropolis von Austria eine Hilfsaktion für die Ukraine gestartet.
Neben Geldspenden werden in den Räumlichkeiten der
Dreifaltigkeitskathedrale auch Sachspenden entgegengenommen und an
die polnisch-ukrainische Grenze gebracht. "Wir halten zusammen mit
allen Menschen in der Ukraine", sagte der Metropolit, "ungeachtet,
welcher Kirche oder Religion sie angehören".
Nehammer: Welt solidarisch mit Ukraine
Die ganze Welt zeige sich solidarisch mit den Menschen in der
Ukraine. "Auch wir haben heute innegehalten und unser Mitgefühl zum
Ausdruck gebracht in der Hoffnung, dass die Waffen niedergelegt und
die Hände zum Dialog gereicht werden, damit das Leid und
Blutvergießen endlich ein Ende findet", zitierte das Bundeskanzleramt
Karl Nehammer im Anschluss an den Besuch in einer Aussendung. "Was
wir derzeit in der Ukraine erleben, lässt sich kaum in Worte fassen.
Es erfüllt mich mit tiefer Trauer, zu sehen, wie Familien zerrissen
werden", so Nehammer. "Tausende Menschen, vor allem Frauen und
Kinder, sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, ihre geliebten
Ehemänner, Väter, Söhne und Brüder zurückzulassen, um selbst nicht
Opfer eines Krieges zu werden, den sie nicht begonnen haben und den
sie nie wollten."
Es erfüllt ihn mit Stolz und mache ihn unendlich dankbar, "die
Hilfsbereitschaft der Menschen in unserem Land zu sehen. Diese
Solidarität, die Österreich gerade lebt und die in Österreich
erlebbar ist, ist eines der schönsten Zeugnisse und Beweise dafür,
dass europäische Solidarität nicht einfach eine Worthülse ist,
sondern, dass
europäische Solidarität auch tatsächlich gelebt wird."
Ganz Europa zeige seine Solidarität mit der Ukraine und verurteile
den brutalen, völkerrechtswidrigen Angriff des russischen Präsidenten
auf Schärfste, so Vizekanzler Kogler: "Mit dem Gebet in der
griechisch-katholischen Kirche sowie der griechisch-orthodoxen
Kathedrale wollen wir ein Zeichen für baldigen Frieden in der Ukraine
setzen." Die Welle der Solidarität erfülle bei aller Betroffenheit
auch mit Stolz. "Zu sehen, wie viele Hilfsgüter hier in Wien, aber in
ganz Österreich gesammelt werden ist berührend", so Kogler: "Mein
Respekt an alle Helferinnen und Helfer, die sich für ein friedliches
Europa einsetzen."
Außenminister Schallenberg zeigte sich betroffen, dass immer mehr
Zivilisten zur Zielscheibe der russischen Streitkräfte würden. Sie
versuchten, sich vor den Kämpfen in Sicherheit zu bringen. "Heute
halten wir gemeinsam in einem Akt der Menschlichkeit mit der
ukrainischen Gemeinde in Österreich inne, um unser tief empfundenes
Mitgefühl, aber auch unsere uneingeschränkte Solidarität mit der
Ukraine und dem ukrainischen Volk auszudrücken."
Kanzleramtsministerin Raab begrüßte ebenfalls die zahlreichen
Initiativen, mit denen Österreich den Menschen in der Ukraine hilft -
"egal ob Geld- oder Sachspenden, Hilfe bei der Unterbringung von
Flüchtlingen oder Gebete im Zeichen des Friedens". Sie danke allen,
die sich hier engagieren und einen Beitrag leisten.
Honorarfreie Bilder stehen unter www.kathpress.at/fotos zur
Verfügung.
((forts. mgl.)) GPU/PWU
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