- 23.02.2022, 09:19:57
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Schramböck/Polaschek: Regierung ebnet Weg für höhere berufliche Bildung
Höhere berufliche Bildung wirkt dem Fachkräftemangel entgegen
Utl.: Höhere berufliche Bildung wirkt dem Fachkräftemangel entgegen =
Wien (OTS/BMDW) - Im heutigen Ministerrat hat die Regierung den Weg
für die höhere berufliche Bildung geebnet. Österreichs
Berufsausbildung ist weltweit ein best practice. Mit der Lehre und
den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen gibt es ein gut
etabliertes System der beruflichen Ausbildung. Die
Lehrlingsausbildung war im Vergleich zur akademischen Ausbildung
oftmals limitiert. Denn derzeit besteht in 70 von 215 Lehrberufen die
Möglichkeit zu Meisterprüfungen. Daneben besteht in 40 Lehrberufe die
Möglichkeit einer Befähigungsprüfung. Die höhere berufliche Bildung
war daher die Ausnahme und nicht die Regel: In den anderen
Lehrberufen mussten bildungshungrige Berufstätige für eine tertiäre
Höherqualifikation in eine akademisch-wissenschaftliche
Bildungseinrichtung wechseln oder die ehemaligen Lehrlinge standen
vor einer Vielzahl an möglichen Kursen, die aber oft schwer
vergleichbar und damit einzuordnen sind.
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck sagt zum heutigen
Ministerratsbeschluss: „Wir setzen heute den Startschuss für einen
Systemumbruch in der österreichischen Berufsbildung. Mein Ziel:
Lehrabsolventinnen und Lehrabsolventen - analog zur akademischen
Bildungskarriere - einen Weg der Weiterbildung und der Chancen
aufzuzeigen und zu ermöglichen. In der Schweiz und in Deutschland
haben sich bereits ähnliche Modelle etabliert und werden gut
angenommen. Wenn wir unseren Lehrlingen die besten Berufschancen und
die beste Ausbildung bieten, ist das auch ein Wettbewerbsvorteil im
Rennen um die besten Köpfe. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels
muss unsere Lehre so attraktiv wie möglich gestaltet sein.“
Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsminister Martin Polaschek
betont heute: „Die Etablierung der Höheren Berufsbildung in
Österreich ist eine vielversprechende Chance, die Durchlässigkeit
zwischen Berufsbildung und Hochschulbildung zu fördern und Personen
mit beruflichen Qualifikationen mehrere Pfade einer weiterführenden
Ausbildung zu ermöglichen. Im Zuge der Reform zur hochschulischen
Weiterbildung haben wir eine der Schnittstellen bereits umgesetzt,
indem wir Personen mit einschlägigen Berufsqualifikationen eine
akademische Weiterbildung mit einem Bachelor Professional und Master
Professional eröffnen. Ein zentraler Erfolgsfaktor in der Etablierung
der höheren Berufsbildung wird die Qualitätssicherung sein. Ich freue
mich auf eine gemeinsame Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen zur
Stärkung der erfolgreichen Berufsbildung in Österreich und im Sinne
des lebenslangen Lernens.“
In einem ersten Schritt wird ein Stakeholder-Prozesses mit
Sozialpartnern, Bildungseinrichtungen und -experten sowie
Unternehmensvertreterinnen und -vertretern gestartet. Darin werden
die Eckpunkte für Qualifikationsentwicklung und -vergabe,
Qualitätssicherung, Monitoring und wissenschaftliche Begleitung für
die neue Bildungssäule festgelegt. Der nächste Schritt ist der
Entwurf eines neuen Gesetzes.
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