- 14.02.2022, 10:42:57
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Teil 2 des „Universum“-Anden-Dreiteilers führt ins „Hochland der Extreme“ – am 15. Februar um 20.15 Uhr in ORF 2
Wien (OTS) - Der Titicacasee ist nicht nur der bekannteste, sondern
auch der größte Süßwassersee Südamerikas. Er liegt zum Teil in Peru,
zum Teil in Bolivien, im Hochland des sogenannten Altiplano. Der
berühmte See hat aber einen weitgehend unbekannten Bewohner: den
Titicaca-Riesenfrosch. Um trotz der dünnen Luft auf 3.800 Metern Höhe
genug Sauerstoff zu bekommen, hat der Frosch seine Atmung
„perfektioniert“: Er verbringt sein Leben im Wasser und atmet über
eine mit vielen Falten stark vergrößerte Außenhaut. Der zweite Teil
des „Universum“-Dreiteilers „Die Anden“ von Christian Baumeister
(ORF-Bearbeitung: Jutta Karger) führt am Dienstag, dem 15. Februar
2022, um 20.15 Uhr in ORF 2 ins „Hochland der Extreme“, den – von
Norden nach Süden gesehen – mittleren Teil der Anden. Teil drei der
Koproduktion von ORF, WDR, Smithsonian Networks, NDR, ARTE, SRF und
SVT – „Patagoniens wildes Rückgrat“ – folgt am 22. Februar.
Die Hochebene des Altiplano liegt zwischen den Hochgebirgszügen der
Ost- und der Westanden. Das Hochland ist flächenmäßig gut doppelt so
groß wie Österreich und liegt durchschnittlich 3.600 Meter über dem
Meeresspiegel. Um in dieser Höhe schnell laufen zu können, haben
Vikunjas im Vergleich zu anderen, in tieferen Regionen lebenden
Kamel-Verwandten extra große Herzen und Lungen. Vikunjas leben in
Familienverbänden, ein Hengst und mehrere Stuten und Jungtiere.
Während die Herde grast, bleibt der Hengst wachsam, um bei Gefahr
rechtzeitig warnen zu können. Geschwindigkeit ist entscheidend – etwa
ein Drittel aller Vikunja-Fohlen wird in den ersten sechs
Lebensmonaten vom Puma gerissen. Vikunjas werden immer in den
Morgenstunden geboren. So kann die Mutter das Fohlen trockenlecken,
bevor die Sonne wieder am Horizont verschwindet und Frost einfällt.
Später ist die Wärmedämmung des Vikunja-Fells so gut, dass Schnee auf
dem Rücken eines Vikunjas sogar liegen bleibt, ohne zu schmelzen.
Die „Laguna Colorada“ ist ein flacher See mit hohem
Mineralstoffgehalt im Süden des Altiplano. Um sich vor der starken
UV-Strahlung zu schützen, lagern die Algen im Wasser rote
Farbpigmente ein. Damit haben sie dem See zu seiner exotischen roten
Farbe – und zu seinem Namen – verholfen. Drei verschiedene
Flamingo-Arten kommen hierher, um die roten Kleinstlebewesen aus dem
Wasser zu seihen. Dabei gelangt die rote Farbe in den Stoffwechsel
der Flamingos und färbt diese rosa. Auf über 4.000 Metern Seehöhe
kommt es vor, dass die Laguna in den Morgenstunden mit einer dünnen
Eisschicht überzogen ist. Es macht den Flamingos nichts aus, im
Eiswasser zu waten, denn in ihren Beinen findet ein raffinierter
Wärmeaustausch statt: Venen und Arterien verlaufen nebeneinander,
Wand an Wand. So wird das Blut angewärmt, während es durch die langen
Flamingo-Beine zum Herzen aufsteigt.
Das Klima am Anden-Westrand ist wüstenähnlich. Nach einem Regen
entfaltet sich eine vielfältige, aber kurzlebige Blütenpracht.
Kakteen speichern Wasser, denn es kann Monate dauern, bis wieder ein
Tropfen fällt. Aber auch Tiere sorgen für magere Zeiten vor.
Beutelratten speichern ihren „Vorrat“ als Fettdepots im Schwanz. Wenn
die Fettschwanz-Beutelratte versucht, einen Schwarzen Chileskorpion
zu jagen, muss sie schnell und geschickt sein: Gezielt beißt sie ihm
den Stachel ab – dann kann der Skorpion sie nur noch zwicken.
Im extremen Klima des Anden-Hochlandes gerieten auch die Dreharbeiten
mitunter zur echten Herausforderung. Auf den Spuren der Flamingos
mussten die Kameraleute – unauffällig im rosa Tarnanzug – auf 4.000
Metern Seehöhe kilometerweit durch knietiefen Schlamm und eiskaltes
Wasser waten. Erstmals tauchten sie auch in die Tiefen des
Titicacasees, um den bizarren Titicaca-Riesenfrosch mit der Kamera zu
begleiten. Beim Filmen eines heftigen Gewitters auf der offenen
Salzpfanne im Hochland war das Team ungeschützt den Mächten der Natur
ausgeliefert. Für die Bilder, die im „Universum“-Dreiteiler zu sehen
sind, haben sich die Strapazen aber gelohnt. Mehr als drei Jahre
dauerte es bis zur Fertigstellung der Anden-Serie. Das Resultat: ein
Bilderbogen, der die vielfältige Landschaft der Anden in ihren
faszinierendsten Facetten zeigt.
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