Wissenschaftsminister Polaschek verleiht Käthe Leichter Förderpreis an Anita Thaler

Wien (OTS) - Der vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung gestiftete Käthe Leichter Förderpreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt 2021 wird von Bundesminister Martin Polaschek an die Erziehungs- und Bildungswissenschafterin Anita THALER verliehen.
Der Käthe Leichter Preis wird für hervorragende Leistungen um die Frauen- und Geschlechterforschung im Bereich der Sozial-, Geistes-und Kulturwissenschaften wie auch um die Frauenbewegung und die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit verliehen. Die Nominierung sowie die Auswahl der Preisträgerinnen erfolgen durch eine unabhängige Jury.

Thaler wird für ihre Verdienste im Bereich der internationalen, feministischen Technik- und Wissenschaftsforschung ausgezeichnet, sowie für ihre hohe Kompetenz, mit Blick auf die gesamte Bildungskette dieses Wissen in die Praxis zu transferieren und für die Weiterentwicklung von Bildungs- und Forschungseinrichtungen aufzubereiten.

Anita THALER ist als Erziehungs- und Bildungswissenschafterin und zertifizierte Arbeitspsychologin Projektleiterin am Interdisziplinären Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ) in Graz. Sie leitet dort seit 2008 den Forschungsbereich Gender, Science and Technology und ist dort auch Ombudsperson für Gleichstellung. Sie war maßgeblich an der Entwicklung und Implementierung eines Gleichstellungsplans im IFZ Organisation beteiligt.

Die Erforschung der Bedeutung von Geschlecht im Bereich der Technikgestaltung, der Technikvermittlung und im Bereich der technischen Ausbildungen verfolgt Thaler seit fast 20 Jahren. Ihre an der Universität Graz mit Auszeichnung abgeschlossene Dissertation war 2007 auch mit dem Gabriele Possaner-Preis ausgezeichnet worden. 2010 erhielt sie den österreichischen Berufsbildungsforschungspreis für ihre Begleitstudie zum ersten „HTL-Kolleg für Frauen“.

Aktuell ganz besonders hervorzuheben sind ihre Verdienste im Rahmen der europäischen Forschungskooperationen durch die Leitung von Arbeitspaketen z.B. im Rahmen des HORIZON-Programms. Ein weiterer Fokus liegt auf den Bereichen der Industrieforschung und der Medizintechnologie, wo Thaler einen Beitrag dazu leistet, dass Technologien geschlechtergerechter und damit qualitätsvoller konzipiert werden.

Von hoher Praxisrelevanz sind auch ihre partizipativen Forschungsprojekte mit Schülerinnen und Schülern (z.B. im Rahmen des Sparkling-Science-Programms des BMBWF). Ihre in diesem Rahmen entwickelte Vehikel-Theorie zeigt auf, dass alle Schüler und v.a. auch die Schülerinnen durch verstärkte interdisziplinäre Zugänge für Technik und Wissenschaft zu gewinnen und zu begeistern sind, wenn an ihren jeweiligen Interessen angeknüpft wird.

„Anita Thaler generiert durch ihre umfassenden Arbeiten im interdisziplinären Bereich zwischen Technologie und Geschlechterforschung nicht nur neues Wissen, sondern bereitet dieses auch für die praktische Nutzung auf. Mit ihrer Arbeit leistet sie damit einen wesentlichen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für Gleichstellungsthemen in der Gesellschaft und zur Weiterentwicklung dieses wichtigen Querschnittsthemas an Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Ich bedanke mich bei Anita Thaler und freue mich, diesen Preis übergeben zu dürfen“, so Bildungs-, Wissenschafts-und Forschungsminister Martin Polaschek.

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