Fish Dependence Day 2022: Ende Jänner sind Österreichs Fisch-Ressourcen verbraucht

Wien (ots) - Am Mittwoch, den 26. Jänner, ist Fish Dependence Day. Das heißt, dass Österreich an diesem Tag, dem sogenannten Fischerschöpfungstag, die heimischen Fisch-Ressourcen verbraucht hat und das Land für den Rest des Jahres von Importen abhängt. Kein anderes Land in der EU hat einen so geringen Selbstversorgungsgrad bei Fisch. Gerade bei Fisch aus nicht-heimischer Produktion stellen Nachhaltigkeitssiegel wie der ASC (Aquaculture Stewardship Council) für Zuchtfisch eine wichtige Orientierungshilfe beim Fischeinkauf dar.

Österreich ist als Binnenland besonders von Importen abhängig, um den Bedarf der Bevölkerung nach Fisch zu decken. Der Selbstversorgungsgrad lag im Jahr 2020 bei gerade einmal sieben Prozent. Das heißt: Nur sieben Prozent der konsumierten Fische und Meeresfrüchte stammten aus heimischen Gewässern - 4.700 Tonnen, um genau zu sein (Statistik Austria).

Der Gesamtbedarf der Österreicherinnen und Österreicher muss hauptsächlich über Importe abgedeckt werden. Rund 70.000 Tonnen Fisch werden jährlich importiert. Würden die Konsumentinnen und Konsumenten ausschließlich zu heimisch produziertem Fisch greifen, wären schon Ende Jänner die Regale leer. EU-weit ist das erst Mitte Juli der Fall.

Hohe Importabhängigkeit trotz konstant niedrigem Konsum

Im europaweiten Vergleich liegt der Fischverbrauch zwar auf einem eher geringen Niveau: Zwischen sieben und acht Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte essen die Österreicherinnen und Österreicher pro Person im Jahr (Statistik Austria). Das entspricht etwa 13 Kilogramm Fanggewicht. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in der EU liegt fast doppelt so hoch, bei rund 24 Kilogramm Fanggewicht (Versorgungsbilanz Eumofa). Dennoch ist Fisch auch hierzulande beliebt. Zu den am meisten importierten Arten gehören Alaska-Seelachs, Thunfisch (Echter Bonito), Forelle, Lachs und Hering (DerStandard.at, Fisch hat einen Haken). Heimische Zuchtbetriebe produzieren vor allem Karpfen und Forelle.

Der Fischkonsum ist in Österreich seit Jahren konstant. Aussagen, die immer wieder verbreitet werden, dass Nachhaltigkeitssiegel, wie die des MSC (Marine Stewardship Council) für Wildfisch oder ASC, das ökologisch und sozial verantwortungsvolle Fischzuchten auszeichnet, zu einem höheren Konsum von Fisch anregen, sind also nachweislich falsch.

Besonders wichtig bei Garnelen und Lachs: ASC-Siegel garantiert verantwortungsvolle Herkunft

Gerade weil die in Österreich konsumierten Fische und Meeresfrüchte zum Großteil nicht direkt aus heimischen Seen und Flüssen stammen, stellt sich für viele Menschen die Frage, wo der Fisch im Supermarkt denn eigentlich herkommt und wie nachhaltig er produziert wurde. Das ASC-Siegel ist für viele somit eine wichtige Orientierung, um verantwortungsvoll produzierte Zuchtfischprodukte zu erkennen.

Bereits ein Drittel der in österreichischen Supermärkten verkauften Fische und Meeresfrüchte werden gezüchtet und nicht wild gefangen. Insgesamt wurden 2020 etwa 10.839 Tonnen Fischprodukte aus Aquakulturen in österreichischen Supermärkten verkauft. Davon waren 4.820 Tonnen ASC-zertifiziert, das sind 44 Prozent. Ein Jahr zuvor waren erst etwas mehr als 2.700 Tonnen Zuchtfischprodukte mit dem ASC-Siegel ausgezeichnet. Konsumentinnen in Österreich hatten 2021 also eine wesentlich größere Auswahl an Zuchtfisch, der nach ökologischen und sozialen Kriterien produziert wurde, als noch ein Jahr zuvor.

Laut einer vom Schöttmer-Institut durchgeführten, von ASC und MSC in Auftrag gegebenen repräsentativen Konsumentenbefragungkennen rund 60 Prozent der österreichischen Verbraucher das ASC-Siegel. Vier von fünf Personen (80 Prozent) geben an, dass sie dem Siegel auch vertrauen. Das ASC-Siegel sorgt unter anderem für Transparenz und Kontrolle in der Zucht sowie eine nachverfolgbare Lieferkette. Das ist vor allem bei importierten Fischarten wichtig, etwa bei Garnelen oder Lachs.

Der Fish Dependence Day wird jährlich von der britischen New Economics Foundation ermittelt, um auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Fisch aufmerksam zu machen. Das für dieses Jahr errechnete Datum basiert auf den aktuellsten Zahlen zur heimischen Fischproduktion und zum österreichischen Verbrauch von 2020.

Über den ASC

Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 2010 gemeinsam von dem World Wildlife Fund (WWF) und der Initiative für nachhaltigen Handel (IDH) gegründet wurde, um artenspezifische Standards für verantwortungsvolle Fischzuchten zu betreiben und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die globale Aquakultur nachhaltiger zu machen. Die ASC-Standards verlangen, dass die Leistung der Fischfarmen sowohl an ökologischen als auch an sozialen Anforderungen gemessen wird. Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Gutachter.

Das ASC-Siegel auf der Verpackung zeigt den Verbraucherinnen und Verbrauchern, dass der Fisch und die Meeresfrüchte, die sie kaufen, mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft gezüchtet wurden. Weitere Informationen finden Sie hier: www.asc-aqua.org/de

Rückfragen & Kontakt:

Ansprechpartnerin
Maren Pfalzgraf
Communications Manager DACH
maren.pfalzgraf@asc-aqua.org

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