- 19.01.2022, 06:00:33
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Greenpeace an österreichische Baubranche: Finger weg vom Mega-Projekt am Neusiedler See
Nach Greenpeace-Anfrage: Porr verweigert Auskunft zu EU-weiter Ausschreibung für neue Bautätigkeiten - Bislang keine Stellungnahme von Swietelsky & Co.
Utl.: Nach Greenpeace-Anfrage: Porr verweigert Auskunft zu EU-weiter
Ausschreibung für neue Bautätigkeiten - Bislang keine
Stellungnahme von Swietelsky & Co. =
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert von den
15 führenden österreichischen Baufirmen wie Porr und Swietelsky, sich
nicht am ungarischen Mega-Bauprojekt am Neusiedler See zu beteiligen.
Erst kürzlich hat der ungarische Projektbetreiber eine EU-weite
Ausschreibung für weitere Bautätigkeiten in Fertőrákos
veröffentlicht, darunter die Zufahrtsstraße, Parkplätze und die
meisten Gebäude wie Restaurant und ein Hotel aus Stahlbeton. Das von
der ungarischen Regierung vorangetriebene Projekt gefährdet den
Nationalpark Neusiedler See, die Naturschutzgebiete und das
UNESCO-Welterbe vor Ort. Auf eine Anfrage von Greenpeace hat bislang
nur die Strabag mitgeteilt, sich nicht zu bewerben. Die Baufirma Porr
hingegen, die im vergangenen Jahr mehr als 280.000 Euro Gewinn durch
ungarische Bauprojekte lukriert hat, verweigerte in ihrem
Antwortschreiben jegliche Auskunft. Die auch in Ungarn tätige
österreichische Baufirma Swietelsky hat, wie auch die anderen
angeschriebenen Firmen, keine Stellungnahme abgegeben. Die
Bewerbungsfrist für die Baufirmen endet bereits morgen.
“Eine Beteiligung von österreichischen Baufirmen an diesem
umweltzerstörenden Mega-Projekt wäre eine Schande für Österreich. Das
ungarische Projekt gefährdet das mehrfach geschütze Naturjuwel
Neusiedler See. Porr und Swietelsky sollten im Sinne ihrer
Nachhaltigkeitsstrategien die Finger von diesem Projekt lassen”, sagt
Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. Für den Tourismus-Komplex mit
etwa einem Vier-Sterne-Hotel, Parkhaus mit 880 Stellplätzen und
Yachthafen mit 850 Bootsliegeplätzen sollen in Fertőrákos 60 Hektar
Natur zerstört werden. Das sind umgerechnet rund 80 Fußballfelder.
Dadurch wären bereits gefährdete und EU-rechtlich besonders
geschützte Tier- und Pflanzenarten bedroht. Das Projekt verstößt
damit gegen mehrere Naturschutzbestimmungen, darunter die
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie der EU.
Auch die vorgeschriebene grenzüberschreitende
Umweltverträglichkeitsprüfung wurde von Ungarn nicht durchgeführt.
Greenpeace hat die 12 größten österreichweiten Baufirmen sowie drei
große Unternehmen aus dem Burgenland kontaktiert und sie
aufgefordert, dem ungarischen Mega-Projekt eine klare Absage zu
erteilen. Bislang hat nur die Strabag eine Beteiligung am Projekt
ausgeschlossen. Das Unternehmen Porr wollte sich zum ungarischen
Mega-Projekt explizit nicht äußern. Noch keine Rückmeldungen gab es
bislang unter anderem von Swietelsky. “Die Firmen Porr und Swietelsky
gehören zu den großen, profitablen Baufirmen in Ungarn und sind mit
eigenen Tochterfirmen in Ungarn vertreten. Im letzten Jahr haben sie
zusammen einen Gewinn von rund 8,7 Millionen Euro durch
Bautätigkeiten in Ungarn lukriert. Eine österreichische Beteiligung
an der Umweltzerstörung am Neusiedler See wäre völlig inakzeptabel.
Daher fordert Greenpeace die Firmen auf, diesem Mega-Projekt eine
klare Absage zu erteilen”, sagte Schuster.
Liste der angeschriebenen österreichischen Baufirmen inkl. Antworten:
https://act.gp/3tAwdU1
Die EU-weite Ausschreibung finden Sie hier: https://act.gp/3nCdJi5
Ein Factsheet zum Mega-Projekt und der EU-Beschwerde finden Sie
unter: https://act.gp/3fPZEcR
Ein Vorher/Nachher Satellitenbild finden Sie unter:
https://act.gp/3fzyfeX
Bildmaterial finden Sie unter: https://act.gp/3DzKkuy
Fotomaterial steht unter Angabe der Credits für die redaktionelle
Nutzung kostenlos zur Verfügung: © Mitja Kobal / Greenpeace
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