IKEA-Made in EU: „Kolleginnen sind vor mir in Ohnmacht gefallen“

Gravierende Missstände bei IKEA-Zulieferer in Bulgarien aufgedeckt, Bürgerinitiative für Lieferkettengesetz veröffentlicht Reportage der Journalistin Diljana Lambreva

Wien (OTS) - Wer Textilien kauft, die in der Europäischen Union hergestellt wurden und daher das Label „Made in EU“ tragen dürfen, geht wohl von der Einhaltung gewisser Standards aus. Dass man sich darauf jedoch nicht verlassen kann und nach wie vor Produkte in heimischen Regalen landen, die unter Ausbeutung von Arbeitskräften entstanden sind, zeigt nun eine exklusive Recherche. Sie betreffen den milliardenschweren Möbelgiganten IKEA.

Journalistin Diljana Lambreva hat bei einem IKEA-Zulieferer aus Bulgarien recherchiert und mit ehemaligen sowie aktuellen Beschäftigten gesprochen. Dabei handelt es sich um die Kalinel GmbH, einen der größten europäischen Textilerzeuger mit Produktionsstätten in Bulgarien und Serbien. Die Produkte der Firma, etwa Bettdecken, Pölster und Sofabezüge, werden größtenteils an den schwedischen IKEA-Konzern geliefert.

Ihre Gesprächspartner, darunter Arbeitsmigrant*innen aus Kirgisistan, berichten von unwürdigen Arbeitsbedingungen, aber auch von Missständen bei der Unterbringung der Werksbeschäftigten. 30 Personen müssten sich etwa einen Raum als Küche und Waschsalon in einem schimmligen Haus teilen. Die Firmenleitung wollte dazu nicht Stellung beziehen, die bulgarische Gewerkschaft ITUBA hingegen bestätigte die Recherchen.

Wir müssen Diljana Lambreva dankbar dafür sein, dass sie hinter die Kulissen der bunten Werbewelt geblickt hat. Die Berichte der Beschäftigten des IKEA-Lieferanten sind erschreckend. Sie zeigen, wie Konzerne auch auf dem Boden der Europäischen Union ihre Profite auf dem Rücken von ausgebeuteten Drittstaatsangehörigen erwirtschaften. Konsument*innen erfahren nichts über die Herkunft der Produkte, können sich also auch nicht dagegen entscheiden. Nur ein Lieferkettengesetz kann diese Praxis beenden“, so Veronika Bohrn Mena, Sprecherin der Bürgerinitiative für ein Lieferkettengesetz.

Medienvertreter*innen erhalten auf Anfrage gerne die gesamte Reportage zugeschickt.

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COMÚN Media, Veronika Bohrn Mena, office@comunmedia.at, +43 660 320 20 86

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