- 13.01.2022, 10:48:14
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ÖAMTC fordert raschen Baubeginn der Wiener Stadtstraße
Unter Grüner Ägide geplantes Infrastrukturprojekt bringt deutliche Entlastung für Nordosten der Stadt
Utl.: Unter Grüner Ägide geplantes Infrastrukturprojekt bringt
deutliche Entlastung für Nordosten der Stadt =
Wien (OTS) - Die Stadtstraße im 22. Wiener Gemeindebezirk ist seit
Juli 2020 über alle Instanzen hinweg positiv genehmigt – dennoch
erfolgte bislang kein Baubeginn. "Der Mobilitätsclub bekennt sich
klar zur dringend notwendigen Entlastungsstraße und fordert einen
raschen Start der Bauarbeiten", stellt Bernhard Wiesinger, Leiter der
ÖAMTC-Interessenvertretung, klar. "Denn die Donaustadt wächst rapide
– in den vergangenen 20 Jahren gab es eine Bevölkerungszunahme um 50
Prozent auf 199.000 Menschen, Wohnungen für weitere 60.000 Personen
im Bezirk sind geplant." Damit hat der 22. Bezirk bald mehr
Einwohner:innen als Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs.
Am Rande der heutigen Sondersitzung des Wiener Gemeinderats fordert
der ÖAMTC eine faktenbasierte Diskussion um die Stadtstraße, denn
derzeit ist der Diskurs von Missverständnissen und Emotion geprägt.
Die ÖAMTC-Experten klären die häufigsten Irrtümer und Mythen auf:
* "Das Projekt widerspricht dem Umweltschutzgedanken": Der 2012
erfolgte eigenständige Planungsprozess lief unter Zuständigkeit der
Grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou und wurde mit
größtmöglichem Nachhaltigkeitsgedanken geführt.
* "Die Stadtstraße ist eine Autobahn": Die 3,2 km lange, mit zwei
Tunnelanlagen ausgeführte und sonst in Tieflage geführte
vierstreifige Stadtstraße ist keine Autobahn, sondern eine
Gemeindestraße. Im Osten soll die “Spange Seestadt Aspern den
Zubringer zur geplanten (aber derzeit seitens des BMK gestoppten) S1
Außenring Schnellstraße darstellen.
* "Auf Bedenken von Anrainerinnen und Anrainern wird nicht
eingegangen": Lärmschutzwände nach neuesten Standards sowie
durchgehend Tempo 50 bieten bestmöglichen Anrainer:innenschutz.
* "Neue Straßen ziehen mehr Verkehr an": Das Ziel der Stadtstraße ist
es, den motorisierten Verkehr zu bündeln und das bestehende
Straßennetz sowie die historischen Ortskerne zu entlasten. Die
Bündelung des Kfz-Verkehrs schafft dabei mehr Platz für
Fußgänger:innen und Radfahrende im niederrangigen Netz sowie eine
Attraktivierung dieser Straßen.
* "Der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs hat größere Effekte als die
Stadtstraße": Es ist kein "Entweder-Oder", sondern ein "Und".
Infrastrukturausbau muss verkehrsträgerübergreifend erfolgen. Um die
zukünftigen Mobilitätsbedürfnisse des Bezirks bestmöglich gestalten
zu können, braucht es neben gezielten ÖV- und Radwegausbauten auch
leistungsfähige Straßenverbindungen. Ohne Stadtstraße ist mit
deutlichen Mehrbelastungen sowie verstärktem Schleich- und
Ausweichverkehr durch Wohngebiete zu rechnen.
* "Beschleunigung von Straßenbahnen und Bussen ist sinnvoller":
Straßenbahnen und Busse benötigen ebenfalls Verkehrsflächen. Bei
täglichen Staus ist ein zügiges Vorankommen auch im ÖV nicht mehr
gewährleistet. Eine Beschleunigung kann somit nur erfolgen, wenn der
Kfz-Verkehr gebündelt wird.
* "Die Stadtstraße löst die Pendler:innenproblematik nicht": Die
Planungen zur Stadtstraße umfassen auch die Schaffung einer
P&R-Anlage im Bereich der Seestadt Aspern, um Pendelnden aus dem
Nordosten einen frühzeitigen Umstieg auf U- bzw. S-Bahn zu
ermöglichen. In Kombination mit der Einführung der
Kurzparkzonenregelung wird dies positive Effekte mit sich bringen.
* "Die benötigten Wohnungen können auch ohne Straßenanbindung
errichtet werden": Eine gute Anbindung mit öffentlichen
Verkehrsmitteln und Radwegen trägt dazu bei, den Pkw-Anteil an den
täglichen Wegen der künftigen Bewohner:innen zu reduzieren. In
Außenbezirken kann jedoch kein so dichtes ÖV-Netz wie in der
Innenstadt betrieben werden. Um eine ausreichende
Verkehrserschließung für 60.000 zusätzliche Einwohner:innen zu
gewährleisten, wird zudem selbst bei geringer Pkw-Nutzung eine
entsprechend leistungsfähige Straßenanbindung benötigt.
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