• 12.01.2022, 18:27:02
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  • OTS0171

ORF-Redakteursrat gegen Einschüchterung durch FPÖ

Gezielte persönliche Diffamierung durch Medienpolitiker geht zu weit

Utl.: Gezielte persönliche Diffamierung durch Medienpolitiker geht
zu weit =

Wien (OTS) - Zur Aussendung des FPÖ-Mediensprechers stellt der
ORF-Redakteursrat fest:

Die FPÖ sucht einmal mehr Aufmerksamkeit durch persönliche Angriffe
auf Journalist:innen. Der Mediensprecher der Partei wirft der
renommierten ZiB-Redakteurin Simone Stribl wörtlich
„Regierungshörigkeit“ vor – nur deshalb, weil sie im Pressefoyer nach
dem Ministerrat eine Frage an den Innenminister gestellt hat, über
den Umgang mit Polizisten, die Sympathien für Verschwörungstheorien
und Coronaleugner haben. Der FPÖ-Mediensprecher sieht im Stellen
dieser in einer Demokratie völlig legitimen Frage „eine rote Linie
überschritten“.

Es ist unser Recht und unsere Pflicht kritische Fragen an
Politikerinnen und Politiker zu stellen. Dafür persönlich und
öffentlich von einem Oppositionspolitiker angegriffen zu werden,
zeigt, welches seltsame Medienverständnis bei der FPÖ herrscht.
Offenbar sollen bei Pressekonferenzen nur mehr Fragen gestellt
werden, die der FPÖ genehm sind. Wer dagegen verstößt wird – wie
unsere Kollegin Simone Stribl – von der FPÖ gezielt eingeschüchtert
und ihre Arbeit verunglimpft. Vorwürfe wie „Regierungshörigkeit“ sind
absurd und werden auf das Schärfste zurückgewiesen. Mit der Forderung
nach disziplinären Konsequenzen für eine untadelige Journalistin hat
der FPÖ-Abgeordnete selbst eine rote Linie überschritten.

Der ORF-Redakteursrat
Dieter Bornemann, Peter Daser, Margit Schuschou

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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