Zum Inhalt springen

Oö. Volksblatt: "Anspruchsdenken" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 5. Jänner 2022

Linz (OTS) - Mit dem Anspruch ist es so eine Sache, oft wird nämlich die Kehrseite übersehen bzw. das Kleingedruckte verheimlicht. So klingt ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung auf den ersten Blick nur verlockend, spätestens beim zweiten Blick könnte allerdings die Freude getrübt werden. Denn jedem Rechtsanspruch steckt auch ein „Verhaltenswunsch“ inne. Die Argumentation ist klar: Wenn der Staat schon für jedes Kind einen Betreuungsplatz schaffen muss, sollte dieser auch besetzt werden. Und in Kombination mit der verschränkten Ganztagsschule – laut SPÖ die pädagogisch beste Schulform – wird man mit Ende der Schulpflicht schon auf eine 14-jährige Berufstätigkeit bei Väterchen Staat zurückblicken.
Das neue Motto der SPÖ – der „starke Staat“ soll es richten – soll aber nicht nur in der Bildung, sondern auch in der Wirtschaft der Industrie oder beim Wohnen gelten. Laut Rendi-Wagner brauche es einen solchen „aktiven, innovativen Staat“, um die künftigen Herausforderungen zu schaffen. Für jeden, der etwas Geschichte gelernt hat, ist dieses Motto allerdings weder neu noch innovativ ... und es darf bezweifelt werden, ob mit einem Rezept, das sich schon in der Vergangenheit nicht wirklich bewährt hat, die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden können.

Rückfragen & Kontakt:

Oö. Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001