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Litschauer/Grüne: Atomenergie in der Taxonomie ist ein Etikettenschwindel

Atomkraftbefürworter in der EU sind nicht in der Mehrzahl

Wien (OTS) - „Überfallsartig hat die EU-Kommission den Etikettenschwindel für die Atomenergie und für Erdgas mit dem Entwurf in der Silvesternacht verschickt. Dabei ist ganz klar, dass beide Technologien nicht nachhaltig sind, denn sie sie müssen ganzheitlich bewertet werden. Die Reduktion auf einen CO2-Ausstoß reicht dafür nicht. Dieser Vorschlag von der EU-Kommission ist ein Anschlag auf die Energiewende zu 100 Prozent Erneuerbarer Energie, denn er bringt das Finanzierungswerkzeug, die Taxonomie, in Misskredit und Investor*innen können sich nicht mehr darauf verlassen, dass sie tatsächlich in nachhaltige Projekte investieren“, erklärt Martin Litschauer, Anti-Atomenergie-Sprecher der Grünen.

„Die große Mehrheit der EU-Staaten hat nicht vor, neue Atomkraftwerke zu errichten.Der neue Taxonomie-Vorschlag ist einer Allianz aus Atom- und Erdgasinteressen geschuldet ohne die es diesen Deal nicht gegeben hätte. Dabei werden bis 2025 nicht nur Deutschland, sondern auch Spanien und Belgien aus der Atomkraft ausgestiegen sein und selbst Frankreich wird zahlreiche Atomreaktoren in den nächsten Jahren schließen.Es wird immer deutlicher, dass immer weniger Staaten noch auf Atomenergie setzen wollen“, hält Litschauer fest.

Auch aus Spanien kam als Reaktion auf den Entwurf der Europäischen Kommission von Teresa Ribera, Vizepräsidentin und Ministerin für den ökologischen Übergang und die demografische Herausforderung, die Erklärung, dass Spanien die Einbeziehung von Kernenergie und Erdgas in die europäische grüne Taxonomie ablehnt.

„Die Renaissance der Atomenergie wurde vor 20 Jahren mit dem European Pressurized Water Reactor (EPR) ausgerufen und diese ist an den enormen Kosten gescheitert. Nun wird wieder eine Renaissance ausgerufen und diese baut wieder nur auf Power-Point-Präsentationen für Small Modular Reactors (SMR) auf, die noch teurer werden, als die bisherigen Kraftwerke. Auf Basis dieser Pläne lässt sich das Klima nicht retten, denn diese Technik ist nicht nur zu teuer, zu gefährlich, sondern kommt gegen den Klimawandel viel zu spät und die nächsten Generationen dürfen nicht mit noch mehr Atommüll belastet werden. Wer das Klima schützen möchte, hält die Energiewende mit Erneuerbarer Energie nicht mit neuen Atomkraftwerken auf“, betont Litschauer.

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