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Oö. Volksblatt: "Atomare Morgenluft" (von Manfred MAURER)

Ausgabe vom 21. Dezember 2021

Linz (OTS) - Ein Gastkommentar von Ewald Nowotny vorigen Donnerstag im Standard zeigt, wie sehr sich der Wind in der Diskussion im die Atomkraft zu drehen begonnen hat. Der frühere Kreisky-Sekretär durfte ein flammendes Plädoyer für die Atomkraft halten — illustriert mit einer Grafik, derzufolge Biomasse 66 mal mehr Tote fordere als AKW. Die Atomlobby wittert Morgenluft.
Sogar Greta Thunberg würde nicht zum Anti-AKW-Streik aufrufen, weil sie Wissenschaftern glaubt, die in der strahlenden Energie einen Beitrag zum Klimaschutz sehen.
Das tut auch eine Mehrheit der EU-Staaten, weshalb Kanzler Nehammers Einschätzung, Österreich werde diesen Krieg „wahrscheinlich verlieren“ nicht unrealistisch ist. Nichtsdestotrotz: Es wäre fatal, im Kampf gegen die Einstufung der Kernkraft als Klimaretter zu kapitulieren. Denn noch ist das letzte Wort auf EU-Ebene nicht gesprochen. Deutschlands neuer SPD-Kanzler Scholz wollte beim letzten Gipfel — wohl aus Rücksicht auf die historische Freundschaft mit dem atomverliebten Frankreich — zwar kein Veto gegen die Aufnahme der Kernkraft in die sogenannte Taxonomieverordnung androhen. Sein grüner Koalitionspartner will dabei aber nicht mitspielen. Deutschlands letztes Wort ist vielleicht noch nicht gesprochen. Es bleibt ein Funke Hoffnung, dass die Atomrenaissance doch noch abgeblasen wird.

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