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Kinderkostenstudie: ÖGB fordert Erhöhung der Familienbeihilfe und Ausbau der Kinderbetreuung

Schumann: „Unterstützung ist deutlich zu niedrig und muss an Lebensrealitäten angepasst werden“

Wien (OTS) - „Statt Steuererleichterungen, wie es die geplante Erhöhung des Familienbonus bei der kommenden Steuerreform vorsieht, wäre es sinnvoller die Familienbeihilfe zu erhöhen. So würde das Geld bei jenen ankommen, die es am dringendsten brauchen“, steht für ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und -Vizepräsidentin Korinna Schumann anlässlich der jetzt vorgelegten Kinderkostenstudie außer Frage. Laut Studie bekommen Familien und Alleinerziehende mit niedrigen Einkommen unterdurchschnittlich wenig finanzielle Unterstützung vom Staat. Mit den Familienleistungen können sie teils nur etwa ein Drittel der Kinderkosten decken, zeigt die Aufstellung der Wifo-Studie.

„Die Kinderkostenstudie führt uns unmissverständlich vor Augen, dass die Unterstützung aktuell zu niedrig ist und nicht bei allen gleich ankommt. Eltern mit geringeren Einkommen, AlleinerzieherInnen oder Familien mit mehr Kindern sind demnach besonders benachteiligt“, so die Gewerkschafterin. Für Schumann ist es höchste Zeit „die Familienbeihilfe an die Lebensrealitäten der Menschen in unserem Land anzupassen. Immerhin haben sich auch die Kosten für die Kindererziehung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erhöht“.

Die prekäre finanzielle Situation ist gerade bei AlleinerzieherInnen zudem immer öfter der Grund dafür, dass sie - aber auch natürlich ihre Kinder - in Armut abzurutschen. „Sie schaffen es nicht aus eigener Kraft, die finanziellen Belastungen zu stemmen“, warnt die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende. Laut Studie ist fast jedes 5. Kind in Österreich armutsgefährdet. Bei AlleinerzieherInnen ist fast jedes 2. Kind armuts- und ausgrenzungsgefährdet.

Um die Kosten für das Aufziehen von Kindern besser zu bewältigen, müssen endlich die Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass alle Eltern gut einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen können, mahnt Schumann: „Das geht aber nur mit einem Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes. Frauen sind besser gebildet als jemals zuvor und unverzichtbar für den Arbeitsmarkt. Ein besseres Angebot an Kinderbetreuung ist ein maßgeblicher Schritt für ihre Entlastung und würde mehr finanzielle Unabhängigkeit bedeuten.“ Zudem ist für Schumann eine staatliche Unterhaltsgarantie notwendig: “Damit soll sichergestellt werden, dass rasch und unbürokratisch auf den Regelbedarfssatz aufgestockt werden kann, wenn der Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss nicht oder in unzureichender Höhe bezahlt wird.”

„Jedes Kind in Österreich muss gleich viel wert sein“, stellt Schumann klar und appelliert: „Wir haben akuten Handlungsbedarf! Die Studie beweist, dass der politische Dornröschenschlaf, wenn es um bessere Unterstützung für Familien und AlleinerzieherInnen geht, endlich beendet werden muss. Rauf mit der Familienbeihilfe und her mit flächendeckender, flexibler und leistbarer Kinderbetreuung in ganz Österreich.“

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