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Ein neuer klinischer Rahmen definiert die Diagnose von COPD-Exazerbationen

Wien (OTS) -

  • Die Empfehlungen eines internationalen Expertengremiums zur Aktualisierung der Definition und Schweregradklassifizierung von Exazerbationen COPD, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, werden von Professor Bartolome R. Celli auf der Internationalen Tagung zu Asthma und COPD 2021 in Florenz vorgestellt
  • Ärzte können mit einfachen klinischen Hilfsmitteln einen akuten Anfall genauer diagnostizieren und den Schweregrad bei der Kontaktaufnahme einordnen
  • Darüber hinaus schlägt es andere akute Zustände vor, von denen Exazerbationen unterschieden werden müssen
  • Der „Rom-Vorschlag“ versucht, eine Plattform für eine genauere Behandlung und eine bessere Lebensqualität von Patienten zu schaffen, die an COPD-Exazerbationen leiden

Parma (Italien), 16. Dezember 2021 – Chiesi, der internationale forschungsorientierte Pharma- und Gesundheitskonzern (Chiesi Group), begrüßt die Ergebnisse einer internationalen Expertengruppe von Ärzten, die auf der Internationalen Tagung 2021 zu Asthma und COPD in Florenz (Italien) zusammengekommen ist, um die klinischen Wege zur Diagnose und die Klassifizierung von Exazerbationen bei der Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (ECOPD) neu zu definieren.

Der „Rome Proposal“ strukturiert die Diagnose der ECOPD um eine Reihe von gut etablierten, messbaren und klinisch relevanten Markern. Dies wird es Ärzten ermöglichen, das Auftreten von ECOPD auf der Grundlage objektiver Messkriterien zu ermitteln und so die Unsicherheiten zu beseitigen, die sich aus der subjektiven Beschreibung von Symptomen und unbewussten Voreingenommenheit der Patienten ergeben. Zusammen mit einer neuartigen Schweregradskala für ECOPD ermöglicht der „Rome Proposal“ eine bessere Einschätzung des Akutversorgungsbedarfs von Patienten.

Basierend auf einer Delphi-Methodik, die von einem internationalen Expertengremium implementiert wurde, bietet der „Rome Proposal“ Ärzten weltweit einen neuen Rahmen, um bei sich akut verschlechternden Atemwegsbeschwerden eine genauere Diagnose der ECOPD zu stellen. Es legt eine Reihe von sechs klinisch messbaren Variablen fest, die eindeutig auf einen akuten Fall von ECOPD hinweisen: Dyspnoe, Atem- und Herzfrequenz, SaO2, Hypoxämie und Hyperkapnie sowie Serum-C-reaktive Proteinspiegel. Während einige dieser klinischen Variablen in früheren klinischen Leitlinien als Anzeichen einer ECOPD festgestellt wurden, bieten die bestehenden klinischen Leitlinien keine klaren und messbaren Schwellenwerte zur Charakterisierung und Einstufung des pathophysiologischen Ereignisses selbst (1). Durch die Betrachtung der Symptome und Marker zueinander können Ärzte erstmals auch eine Differentialdiagnose zu anderen akuten Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Lungenentzündung, Thromboembolie) durchführen, bei denen ähnliche Symptome vorliegen können, die aber mit unterschiedlichen Anzeichen, Bildgebung und/oder Biomarkern verbunden sind (2).

Während aktuelle klinische Definitionen und Standards nur eine post-hoc-Klassifizierung des ECOPD-Schweregrades erlauben, was die Rechtzeitigkeit und Qualität der Patientenversorgung stark beeinträchtigt, ermöglicht die vorgeschlagene Definition schließlich die Diagnose und Bewertung des Schweregrades am Point-of-Care und somit eine entsprechende Planung des Managements. Basierend auf bestehenden Arbeiten, wonach sich die ECOPD typischerweise innerhalb von maximal 14 Tagen1 verschlechtert, legt der „Rome Proposal“ eine Obergrenze für die Überwachung des Zustands der Patienten und einen klaren Cut-Off-Punkt fest, wann eine Behandlung erfolgen sollte. Auf diese Weise beseitigt das Expertengremium die derzeit bestehenden Unklarheiten in der ECOPD-Diagnose weiter.

Der von Chiesi unterstützte „Rome Proposal“ ist ein wichtiger Beitrag zur globalen wissenschaftlichen Diskussion darüber, wie die Versorgung von COPD-Patienten weltweit verbessert werden kann.

Bartolome R. Celli, Professor für Medizin an der Harvard Medical School, sagte: „Anerkennung gebührt dem Gremium aus internationalen Experten verschiedener Fachgebiete, das in einem Jahr intensiver Arbeit in der Lage war, die Literatur zu analysieren und mit einem methodischen Ansatz einen finalen Vorschlag vorzulegen, der nach der Validierung in prospektiven Studien das ganze Themengebiet voranbringen sollte.“

Professor Leonardo M. Fabbri, Eminent Scholar of Internal and Respiratory Medicine an der Universität Ferrara, fügte hinzu: „Das ‚Rome Proposal‘ unterstreicht, wie wichtig es ist, die richtige Diagnose zu stellen und eine sorgfältige Differentialdiagnose der verschiedenen chronischen Krankheiten durchzuführen, die fast immer in Verbindung mit COPD auftreten und die sich bei Exazerbationen verschlimmern können. Dazu gehören nicht nur Herzinsuffizienz, Lungenentzündung und Thromboembolie, sondern auch ischämische Herzkrankheiten, Arrhythmien, Asthma, Bronchiektasen, Pneumothorax und viele andere.“

„Das ‚Rome Proposal‘ stellt einen wichtigen Meilenstein für ein besseres Verständnis und eine bessere Behandlung einer sehr wichtigen und beunruhigenden Komponente des COPD-Fortschreitens und die Aussicht auf eine genauere Behandlung und eine bessere Lebensqualität für Menschen dar, die mit dieser Erkrankung leben“, sagte Gabriele Nicolini, Head of Global Medical Affairs der Chiesi Group. Er fügte hinzu, dass „die aktualisierte Definition und Einstufung des Schweregrads Ärzten eine strukturierte Methodik und ein Entscheidungsfindungsinstrument bieten, um ECOPD zu erkennen und schnell darauf zu reagieren“.

Den vollständigen Bericht einschließlich Zusammenfassung, Rahmen und Methodik, finden Sie hier.

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Über die Chiesi Gruppe

Chiesi ist ein internationaler, forschungsorientierter Pharma- und Gesundheitskonzern mit Hauptsitz in Parma, Italien. Das Unternehmen verfügt über 85 Jahre Erfahrung und beschäftigt mehr als 6.000 Mitarbeiter in 30 Ländern (Chiesi Gruppe). Die Mission des Unternehmens ist es, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und verantwortungsvoll gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt zu agieren. Um dies zu erreichen, erforscht, entwickelt und vermarktet der Konzern innovative Arzneimittel in seinen drei Therapiegebieten: AIR (Produkte und Dienstleistungen rund um die Atemwege, für Neugeborene bis ins hohe Alter), RARE (Behandlung von Patienten mit seltenen und sehr seltenen Erkrankungen) sowie CARE (Produkte und Dienstleistungen für den Hospitalbereich und die Pflege zu Hause). Die Chiesi-Gruppe entwickelt eigene Produkte von der Präklinik bis zur Zulassung. Das Zentrum für Forschung und Entwicklung ist in Parma angesiedelt und betreibt sechs weitere wichtige Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Frankreich, den USA, Kanada, China, Großbritannien und Schweden. Chiesi ist seit 2019 der weltweit größte B Corp-zertifizierte Pharmakonzern. Chiesi Farmaceutici S.p.A. hat 2018 seinen rechtlichen Status in eine Benefit Corporation geändert, und damit die Schaffung eines gemeinsamen Mehrwerts für das Unternehmen, die Gesellschaft und die Umwelt verankert. Die globale B-Corp-Bewegung fördert das Konzept des Gemeinwohls in Unternehmen. Darüber hinaus ist die Chiesi Farmaceutici S.p.A. als Benefit Corporation gesetzlich verpflichtet, gemeinnützige Ziele in ihre Satzung aufzunehmen und jährlich transparent zu berichten. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt bis 2035 CO2-neutral zu werden.

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