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Sima: Öffi-Ausbau steht für Stadt Wien an 1. Stelle – gerade auch in der Donaustadt!

Öffi-Ausbau-Offensive für Donaustadt - Klimamusterstadt Wien hat geringsten Bodenverbrauch österreichweit. Grünes Licht von BM Gewessler für Bau der Stadtstraße

Wien (OTS) - Zur aktuellen Debatte um die Stadtstraße, eine 3,2 km langen Gemeindestraße in der Donaustadt, betont Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima, dass die Klimamusterstadt Wien immer zuerst auf den Ausbau der Öffis setzt und dies auch weiterhin macht: „Wir investieren drei Mal so viel in den Ausbau der Öffis als in Straßenbau und -erhalt. Allein 2021 wurden 503 Millionen Euro in die Öffis investiert – so viel wie noch nie“, so Sima. „Gerade auch für die Bezirke jenseits der Donau wird seit Jahren ein wirksamer Aktionsplan mit Maßnahmen zur nachhaltigen Mobilitätserschließung, Verkehrsberuhigung und Verkehrsentlastung umgesetzt“, so Sima. Mit März 2022 wird das Parkpickerl in allen Bezirken Wiens eingesetzt, so auch in der Donaustadt und in Floridsdorf. Der Öffi-Ausbau läuft seit Jahrzehnten auf Hochtouren, die U2 wurde in die Seestadt Aspern verlängert, noch bevor MieterInnen dort hingezogen sind. Die S-Bahn (S80) verbindet die Seestadt über die Station Aspern Nord in nur rund 20 Minuten mit dem Hauptbahnhof. Die Linie 26 fährt von Strebersdorf über Floridsdorf (U6) und Kagraner Platz (U1) bis zur Hausfeldstraße (U2). Aktuell werden die Straßenbahnen ausgebaut: Die Route der geplanten Linie 27 führt ab Herbst 2025 von Strebersdorf über die bestehende Strecke der Linie 26 bis zur Zanggasse und anschließend über die neue Strecke mit 6 Haltestellen bis zur U2-Station Aspern Nord. Die Straßenbahnlinie 25 wird je nach Fortschritt der Stadtentwicklung Seestadt Nord bis zur Station Aspern Nord verlängert. „Wir werden in die Öffis weiter intensivieren. Für die S-Bahn gibt es ein breites Ausbaupaket, das liegt in Kompetenz des Bundes, die Stadt Wien arbeitet hier eng mit Bund zusammen“, so Sima.

„Aber klar ist, dass eine wachsende Stadt auch höherrangige Straßen braucht, in der Donaustadt leben rund 200.000 Menschen, das entspricht der Größe der Landeshauptstadt Linz“, so Sima. Schon jetzt leiden die BewohnerInnen in den Wohngebieten der Donaustadt unter massiver Verkehrsbelastung. Wie eine Studie aus dem Jahr 2017 im Auftrag der damaligen Grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou zeigt, bringt die Stadtstraße eine Entlastung von Aspern um 8.000 und Hirschsteten um 6.000 Fahrzeuge am Tag.

Stadtstraße Aspern Voraussetzung für leistbaren Wohnbau im Nordosten Wiens

Die Stadtstraße Aspern wurde einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen – das gesamte Genehmigungsverfahren dauerte 6 Jahre, das Projekt wurde auf Herz und Nieren geprüft. Die Stadtstraße Aspern ist keine Autobahn, das Tempolimit liegt bei 50 km/h, rund die Hälfte ist untertunnelt, die restliche Strecke ist um 2-3 m tiefergelegt. Sie ist wesentlich für den Bau von leistbaren Wohnungen für 60.000 Menschen in den neuen Stadtenwicklungsgebieten – mit ein Grund dafür, warum Bundesministerin Gewessler grünes Licht für den Bau der Stadtstraße Aspern und der S1-Spange gegeben hat!

UVP-Änderung bedeutet jahrelange Verzögerungen

Jegliche Kapazitätsänderungen im Straßenprojekt würde laut UVP-Experten Jahre dauern, weil eine „geringfügige Abänderung“ dazu nicht möglich ist. Das komplette Verfahren müsste neu aufgerollt werden, weil eine immer wieder in die Diskussion eingebrachte Redimensionierung ein völlig neues Verfahren wäre. Eine Tunnelführung muss aus Sicherheitsvorschriften zweispurig geführt werden, die Hälfte der Stadtstraße ist untertunnelt, somit nicht einspurig möglich.

„Jahrelange Verzögerungen bringen auch jahrelange Verzögerung für den sozialen Wohnbau, das kann nicht das Ziel sein“, so Sima. Denn die Stadtstraße ist behördliche Auflage in der UVP für die Seestadt Nord, eines der klimafreundlichsten Stadtentwicklungsgebiete Europas, eine Stadt der kurzen Wege. „Dort nicht weiter zu entwickeln, wäre fahrlässig, gibt es doch geringen Bodenverbrauch, einen vorbildlichen Modal Split und Wohnen und Arbeiten in kurzen Distanzen, ein Vorbild für klimafitte Stadtentwicklung“, so Sima. Das Verhindern der Stadtstraße bedeutet ein Verhindern von sozialem Wohnbau und von Arbeitsplätzen. Gerade in Donaustadt und Floridsdorf fehlen im wienweiten Pro-Kopf-Vergleich rund 60.000 Arbeitsplätze.

Ein paar Fakten zur Seestadt:

  • Heute leben 9.000 Menschen in der Seestadt, es gibt über 300 Unternehmen, mehr als 4.000 Arbeitsplätze, Kindergärten und Schulen für über 3.000 Kinder. Das ehrgeizige Modal-Split-Ziel mit 40 Prozent öffentlichem, 40 Prozent Fußgänger- und Rad- und nur 20 Prozent motorisiertem Verkehr ist in greifbarer Nähe, mit einem Pkw-Besitz wie in der Innenstadt: rund 0,58 Kfz pro Haushalt, etwa 250 pro 1.000 Personen.
  • Der Bodenverbrauch (Wohnraum, Straßen, Wege, Infrastruktur, Geschäftsflächen) in der Seestadt ist mit 62 m2 pro Einwohner minimal. In Wien sind es rund 100 m2 pro Einwohner, in den meisten ländlichen Regionen ein Vielfaches, bei Spitzenreitern bis zu 1.200 m2.

„Wir zeigen seit Jahrzehnten ganz klar, wo unsere Prioritäten liegen: beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Ganz ohne Straße wird es aber auch in naher Zukunft nicht gehen. Die erfreuliche Zunahme an E-Autos gegenüber Verbrennungsmotoren bedeutet eben auch, dass es weiterhin Straßen braucht – nicht nur für den Individualverkehr, sondern für Zulieferer und Busse“, so Sima.

Wien: Geringster Bodenverbrauch österreichweit trotz Bevölkerungswachstum

Trotz starkem Bevölkerungswachstums – ein Plus von rund einer Viertelmillion innerhalb der letzten zehn Jahre – hat Wien in Österreich in Bezug auf Bodenschutz eine absolute Vorreiterrolle. Der Bodenverbrauch pro Kopf ist seit 2005 um rund 18 Prozent gesunken, obwohl Wien im gleichen Zeitraum 40 Prozent des gesamtösterreichischen Bevölkerungszuwachses gestemmt hat. Zum Vergleich: von der gesamten Stadtfläche Wiens sind insgesamt nur rund 100 m² Boden pro Kopf durch Gebäude, Straßeninfrastruktur etc. versiegelt. In Niederösterreich sind es rund 900 m² und im Burgenland sogar rund 1.200 m² pro Kopf. Auch bei Neubauwohnungen benötigt Wien mit nur 26 m² bebauter Grundfläche pro Neubauwohnung mit Abstand am wenigsten Boden. In Niederösterreich sind es 108 m² und im Burgenland sogar 126 m².

Ausbau der Fuß- und Radverkehrsverbindungen

In den neuen Stadtentwicklungsgebieten wird auf die Anforderungen des Fußgängerverkehrs, wie breite Gehsteige, von Anfang an Wert gelegt, auch Begrünung, Beschattung, Kühlung und Möblierung an Orten mit hoher Frequenz und auf Plätzen spielen eine immer wichtigere Rolle. Das Radwegenetz wird jenseits der Donau enorm ausgebaut. Im Auftrag des 22. Bezirks wird aktuell ein Bezirksradverkehrskonzept erarbeitet, die ersten großen Projekte werden schon im Jahr 2022 umgesetzt.

Verkehrsberuhigung, Begegnungszonen in Ortskernen

Durch die Schaffung von hochrangigen Straßenverbindungen, die den Verkehr bündeln, können Wohngebiete und Ortskerne verkehrsberuhigt werden. Das gilt besonders für die Stadtstraße, die die alten Ortskerne und Wohngebiete Breitenlee, Hirschstetten, Stadlau, Aspern und Essling entlasten soll. LKW-Fahrverbote, eigene Busspuren, Beeinflussung von Ampeln durch Öffis, Busschleusen zur Bevorrangung des öffentlichen Verkehrs, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Begegnungszonen, Wohnstraßen, Fahrradstraßen, Einbahnregelungen, Schutzwege, Reduzierung der Stellplatzanzahl im öffentlichen Raum etc. führen zudem zu einer Verkehrsberuhigung in den Wohngebieten.

Rückfragen & Kontakt:

Anita Voraberger
Mediensprecherin StRin Ulli Sima
Mobil: 0664 16 58 655
E-Mail: anita.voraberger@wien.gv.at

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