Zum Inhalt springen

El-Nagashi/Neßler/Prammer: Schutz von geflüchteten Kindern verbessern

Grüne unterstützen gemeinsame Initiative um Daten von „verschwundenen“ Kinderflüchtlingen zu erheben

Wien (OTS) - „Wir freuen uns sehr, dass wir einen einstimmigen Entschließungsantrag zustande gebracht haben, durch den endlich beleuchtet wird, warum so viele unbegleitete Kinder und Jugendliche, die in Österreich einen Asylantrag gestellt haben, nach kurzer Zeit nicht mehr auffindbar sind. Wir wissen derzeit schlicht nicht, warum die Betroffenen ‚verschwinden‘ und ob sie möglicherweise Opfer von Kinderhandel sind,“ kommentiert die Sprecherin der Grünen für Integration, Faika El-Nagashi, eine gemeinsame Entschließung, mit der der Innenminister aufgefordert wird, Daten zu sogenannten „verschwundenen“ Kinderflüchtlingen aufzubereiten und zu veröffentlichen.

Aus parlamentarischen Anfragebeantwortungen war bisher bekannt, dass mehr als die Hälfte der Asylverfahren von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF), die in Österreich einen Asylantrag gestellt haben, nach einiger Zeit eingestellt wird, weil sie nicht mehr in Österreich gemeldet sind. Erste Recherchen des Innenministeriums zeigen, dass in den meisten, aber eben nicht in allen Fällen, nachvollzogen werden kann, dass Kinderflüchtlinge in andere EU-Staaten weiterzogen.

„Wir gehen davon aus, dass viel weniger Kinder und Jugendliche ‚verschwinden‘ würden, wenn sie von Anfang an kindgerecht betreut würden und Obsorgeberechtigte an ihrer Seite hätten; deshalb ist für uns die Obsorge für Kinderflüchtlinge durch die Kinder- und Jugendhilfe ab dem ersten Tag so wichtig“, betont Barbara Neßler, Sprecherin der Grünen für Kinder und Jugendliche und verweist auf das Regierungsübereinkommen, in dem es konkret heißt: „Schutz und Rechtsstellung von geflüchteten Kindern verbessern: Schnelle Obsorge für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) durch die Kinder- und Jugendhilfe und Berücksichtigung des Kindeswohls im Asylverfahren; besonderes Augenmerk im Asylverfahren auf UMF.“

„Aus meiner Zeit in der Flüchtlingsbetreuung kenne ich das Gefühl und die Sorgen, wenn Jugendliche, für die man die Verantwortung trägt, einfach nicht mehr nach Hause kommen und man nicht weiß, was ihnen womöglich zugestoßen ist und ob es ihnen gut geht. Für uns ist es daher zentral, die derzeit unklare Lage, ob und inwiefern kriminelle Mechanismen – z.B. Kinderhandel – hinter dem Phänomen der verschwundenen Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung stehen, möglichst transparent und in einer Gesamtschau auszuleuchten. Aus Erfahrung im Bereich Menschenhandel wissen wir, dass Täter*innen auch aus der eigenen Familie stammen können“, ergänzt Agnes Prammer, Justizsprecherin der Grünen.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
+43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0002