- 13.12.2021, 12:57:27
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ORF-Burgenland-Literaturwettbewerb "Textfunken 2021": Die Gewinner stehen fest
Die Gewinner von "Textfunken 2021", dem Literaturwettbewerb des ORF Burgenland, stehen fest: Josef Leitner gewinnt den Jurypreis, Verena Kögl den Publikumspreis.
Utl.: Die Gewinner von "Textfunken 2021", dem Literaturwettbewerb
des ORF Burgenland, stehen fest: Josef Leitner gewinnt den
Jurypreis, Verena Kögl den Publikumspreis. =
Eisenstadt (OTS) - "100 Jahre, 100 Zeilen" war das Motto des sechsten
ORF-Burgenland-Literaturwettbewerbs "Textfunken". Gefragt war
Literarisches zum Jubiläum in der Länge von maximal 100 Zeilen. Die
Bandbreite der Finaltexte war weit gefächert und reichte vom Kurzpoem
über magische Geschichten, bis zu Texten mit Humor und Nostalgie.
Den Jurypreis des „Textfunken“-Literaturwettbewerbs 2021 gewinnt
Josef Leitner aus Hochstraß (Bezirk Oberpullendorf). Sein kurzer,
poetischer Text erzählt in nur 38 Worten burgenländische
Alltagsgeschichte und reflektiert das Lebensgefühl einer ganzen
Generation. Die Grundstimmung des Textes changiert zwischen
Melancholie und der Tröstlichkeit von Strukturen und ist durch das
Pendeln nach Wien und die Abwesenheit der Väter bestimmt:
"Papa pendelt nach Wien Mama kocht Mama wäscht Mama versorgt den
kleinen Hof Oma rupft die Gans Opa mäht das Gras Schwester lernt
Englischvokabel Im Dorf ist es still Kery ist Landeshauptmann Laszlo
Bischof Papa pendelt nach Wien"
"Ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück, es gab ganz klare
Strukturen. Kery hat Hauptplätze gefüllt, Laszlo hat Kirchen gefüllt
– und da war aber diese Vaterferne. Viele burgenländische Väter waren
ja von Sonntagabend bis Samstagabend in Wien und die Familie war
meistens mit den Kindern allein im Haus und mussten die bäuerlichen
Arbeiten verrichten", so Leitner.
Josef Leitner unterrichtet Religion und Sport und hat sich als
Bänkelsänger der Burg Lockenhaus einen Namen gemacht. Der 62-jährige
initiierte die Stadelgedichte in Hochstrass: an alten, pittoresken
Stadeln sind Gedichte des Dichters Hans Raimund angebracht.
Verena Kögl gewinnt Publikumspreis
Ein Blick aus der Vogelperspektive auf die Geschichte des
Burgenlandes mit Humor und lässigem Augenzwinkern überzeugte das
Publikum. "Adebar erzöd vo 100 Jahr" von Verena Kögl aus Apetlon
(Bezirk Neusiedl) erzählt eine Lebensgeschichte im Strochenmilieu.
Verfasst ist der Text im Dialekt:
"Da Papa is früh noch Afrika obghaut. Die Mama hod mi allanig
aufzogn. Der Ort wo i aufgwoxn bin, wor wia unsa Nest: eher kla, owa
liab. Jetzt gibt’s do Heurige, an Seezuagaung, a Straundbod und so
G´schichtln fia die Besucha hoid." (Textausschnitt)
"Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich im Dialekt geschrieben
habe. Es war auch für mich etwas ganz Neues, aber ich habe mir
gedacht, ich probier es einfach, denn es passt super zum Storch und
zum Burgenland", so Verena Kögl. Die 37-Jährige ist Moderatorin und
unterrichtet Kreatives Schreiben, 2018 hat sie in der Anthologie
"Junge Literatur" in der edition lex liszt 12 veröffentlicht.
60 Einreichungen
Beim Textfunken-Literaturwettbewerb sind heuer 60 Einreichungen in
der ORF Burgenland Kulturredaktion eingelangt, die Texte wurden der
Jury anonymisiert vorgelegt. In der Jury vertreten waren Jakob
Perschy, der Leiter der Burgenländischen Landesbibliothek, Christoph
Reicher, der Vorjahressieger von "Textfunken" und die Journalistinnen
der ORF Burgenland Kulturredaktion. Beim Publikumsvoting konnten mehr
als 1.500 Abstimmungen gezählt werden.
In "Burgenland heute" am Montag, dem 13. Dezember 2021, 19.00 Uhr,
ORF 2/B und in der Kultursendung "Radio Burgenland Extra" am
Donnerstag, dem 16. Dezember 2021, 20.04 Uhr, Radio Burgenland,
werden Josef Leitner und Verena Kögl vorgestellt.
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