- 10.12.2021, 10:37:47
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„Orientierung“: Papst Franziskus wird 85 – ein Freund erinnert sich an seinen Studienkollegen
Am 12. Dezember um 12.30 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 12. Dezember um 12.30 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin
„Orientierung“ am Sonntag, dem 12. Dezember 2021, um 12.30 Uhr in ORF
2 folgende Beiträge:
Papst Franziskus wird 85: Ein Freund erinnert sich an seinen
Studienkollegen
Am 17. Dezember feiert Jorge Mario Bergoglio seinen 85. Geburtstag.
Mehr als achteinhalb Jahre ist er nun als Papst Franziskus im Amt.
Anlass für die „Orientierung“, mit einem Wegbegleiter von Bergoglio
zu sprechen: Michael Sievernich. Da war „eine gewisse Chemie“,
erinnert er sich – daraus entstand eine freundschaftliche Beziehung,
die bis heute andauert – das war 1986. Damals teilten in Frankfurt am
Main an der Hochschule der Jesuiten die Ordensbrüder Michael
Sievernich und Jorge Mario Bergoglio ihr Interesse für die Theologie
Romano Guardinis, ihre Liebe zu einem guten Glas argentinischen
Rotweins und den bitter-sarkastischen Humor der Einwohner von Buenos
Aires. Kennengelernt hatten die beiden einander bereits ein Jahr
vorher – anlässlich eines Kongresses in Buenos Aires. Seit damals
stehen sie in Verbindung. Der Theologe Michael Sievernich ist
inzwischen pensioniert, sein Ordensbruder Jorge Mario wurde – längst
im „Pensionsalter“ – bekanntlich Papst. Bericht: Klaus Ther.
Der Armenpriester von São Paulo: Padre Júlios Kampf gegen das
Corona-Elend
Der 1948 in der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo geborene
Júlio Lancellotti ist ein Spätberufener: Nach einer Ausbildung zum
Krankenpfleger begann er erst in den 1980er Jahren ein
Theologiestudium, 1985 wurde er zum katholischen Priester geweiht.
Seit mehr als 30 Jahren ist Lancellotti nun Pfarrer der
São-Miguel-Arcanjo-Kirche im Stadtteil Mooca. „Padre Júlio“, wie ihn
alle liebevoll nennen, kümmert sich dabei unermüdlich um die
„Verliererinnen und Verlierer“ der brasilianischen Gesellschaft.
Durch die Corona-Pandemie werden es immer mehr. In São Paulo ist die
Zahl der Obdachlosen in den vergangenen zwei Jahren dramatisch
gestiegen. Wer vor der Pandemie einen schlecht bezahlten Job ohne
Arbeitsvertrag hatte, den haben die Begleiterscheinungen der Pandemie
oft endgültig ins Elend gestürzt. Bericht: Rainer Mostbauer.
Pionier der Arbeiterseelsorge: Pfarrer Josef Meindl und seine Mission
in schwierigen Zeiten
„Gauverbot, Schulverbot, vertrieben.“ Mit drei Worten beschreibt der
Jesuit Josef Meindl 1939 die Beendigung seiner seelsorglichen
Tätigkeit durch die Nationalsozialisten in Kärnten. Schließlich
landete er im oberösterreichischen Steyr mitten unter
Arbeiterfamilien, die kein gutes Wort für „Pfaffen“ übrighatten und
die die katholische Kirche parteiisch auf Seite der „Bürgerlichen und
Reichen“ verorteten. Doch genau da sah Meindl sein seelsorgliches
Betätigungsfeld: Er zog in eine Baracke, wohnte mitten unter den
Arbeiterfamilien. Die Nationalsozialisten waren gerade im Begriff,
die Steyr-Daimler-Puch-Werke zu einem Rüstungskonzern umzubauen.
Tausende Arbeitskräfte wurden benötigt und die fand man nicht zuletzt
in Zwangsarbeiterinnen und KZ-Häftlingen. Außenlager des
Konzentrationslagers Mauthausen wurden in Steyr errichtet. Unter
Einsatz des eigenen Lebens versuchte Meindl heimlich zu helfen, etwa
mit Kleidung und Nahrung. Nach und nach gewann er das Vertrauen der
Arbeiterschaft. Er errichtete eine Barackenkirche, versammelte eine
Gemeinde um sich und initiierte nach dem Zweiten Weltkrieg im
Stadtteil Münichholz sehr rasch den Bau einer neuen Pfarrkirche. In
der Pfarrchronik beschreibt Meindl seine Tätigkeit und stellt auch
theologische Überlegungen zum pastoralen Einsatz der
römisch-katholischen Kirche für die Arbeiterschaft an. Dabei gibt er
auch Einblick in seine „Schwächen“ und sein „Ausgebranntsein“ in den
ersten Nachkriegsjahren. Lange Zeit kaum beachtet, gilt Josef Meindl
heute als einer der Pioniere der katholischen Arbeiterseelsorge.
Regisseur Johannes Neuhauser und Schauspielerin Bettina Buchholz
haben auf Grundlage der Forschungsarbeiten des Theologen Karl
Ramsmaier eine szenische Lesung über Josef Meindl zusammengestellt.
Die „Orientierung“ war zu Gast. Bericht: Marcus Marschalek.
Hund als Hilfe: Wie LICHT INS DUNKEL einen Sehbehinderten unterstützt
Der 54-jährige Wiener Martin Bruckmüller leidet an einer
Netzhauterkrankung, die als Morbus Stargardt bekannt ist. In der
Mitte der Makula bildet sich eine Unschärfe, die mit der Zeit dichter
und breiter wird. Das kann so weit gehen, dass man erblindet. „Die
Diagnose war ein Schock für mich. Ich dachte, da hilft doch eine gute
Brille. Mittlerweile kann ich mit der schleichenden Blindheit gut
leben, vor allem dank meiner Familie.“ Spezielle Sehhilfen machen es
möglich, dass Martin Bruckmüller seiner Arbeit weiter nachgehen kann.
Doch vor zwei Jahren ist er auf dem Arbeitsweg, den er stets allein
zu Fuß gegangen war, schwer gestürzt und hat dabei einen Kieferbruch
erlitten. Seitdem hat er einen Blindenführhund an seiner Seite. Die
Anschaffung des Hundes hat LICHT INS DUNKEL unterstützt. „Mich ärgert
es immer, wenn ich höre, dass Menschen mit Behinderung arbeitsunfähig
seien. Das stimmt nicht. Menschen mit Behinderung brauchen
Unterstützung, um arbeiten zu können, aber arbeiten wollen sie auf
jeden Fall.“ Bericht: Zoran Dobrić.
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